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Schilddrüsen Unterfunktion natürlich behandeln

Weshalb Sie dem Standard-Test nicht blindlings vertrauen sollten

Mann bei Schilddrüsen-Untersuchung

© Alexander Raths - 123rf.com

Fühlen Sie sich oft schlapp und antriebslos, reizbar und niedergeschlagen? Nehmen Sie unerklärlicherweise zu, sind Sie kälteempfindlich, oder haben Sie eine trockene Haut? Dann könnte die Ursache dieser Symptome eine Unterfunktion Ihrer Schilddrüse sein. Neben der Schilddrüsen-Überfunktion und dem Kropf ist die Schilddrüsen-Unterfunktion die mit Abstand häufigste Erkrankung dieses wichtigen Organs. Schätzungsweise 7 bis 8 Millionen Deutsche leiden darunter.

Mit ihren Hormonen regelt die Schilddrüse einen Großteil der lebenswichtigen Stoffwechselprozesse in unserem Organismus. Was zu tun ist, wenn die Schilddrüse schwächelt und nicht mehr genügend Hormone produziert, und wie Sie sie auf natürliche Weise ganz ohne künstlichen Hormon-Ersatz wieder ins Lot bekommen, erfuhren wir von Dr. Pamela Wartian Smith, Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin an der Universität South Florida/USA.

Weshalb die Routine-Untersuchung nichts bringt

Eine Bemerkung vorweg: Im Rahmen einer Routine-Untersuchung wird oft nur die Konzentration des Thyroid-stimulierenden-Hormons (TSH) im Blut gemessen. Ein erhöhter Wert (über 4,0 mIU/l) zeigt an, dass Ihr Stoffwechsel versucht, den durch eine Schilddrüsen-Unterfunktion bedingten Mangel an Thyroxin durch eine vermehrte TSH-Produktion auszugleichen. Gut zu wissen: Ein erhöhter TSHWert bestätigt den Verdacht auf eine Unterfunktion allerdings nur dann, wenn gleichzeitig die Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut vermindert sind. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Arzt nicht nur TSH und freies T4 messen lässt, sondern alle Schilddrüsen-Parameter analysiert: TSH, freies T3, freies T4, reverses T3 und Schilddrüsen-Antikörper, die Hinweise auf eine Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung geben können (z.B. Morbus Basedow).

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Was können Sie tun, um Ihrer Schilddrüse wieder auf die Sprünge zu helfen?

1. Achten Sie auf Ihre Jodversorgung

Damit die Schilddrüse ihre Hormone produzieren kann, benötigt sie neben Eiweiß vor allem Jod. Ein gesunder Mensch benötigt täglich rund 200 µg (Mikrogramm) Jod. Brot, Milch, Milchprodukte, sowie Fisch und Meeresfrüchte (vor allem Algen) sind gute Jod-Quellen. Doch Vorsicht: Wer viel Weißbrot und Nudeln verzehrt, nimmt damit auch viel Brom zu sich, und Brom reduziert die Jod-Absorption im Verdauungstrakt. Lassen Sie gegebenenfalls Ihren Jod-Level bestimmen. Normalwerte im Blut 40 bis 80 µg/l, im Urin 20 bis 70 µg/l, Laborkosten für Selbstzahler ca. 52 €.

Hinweis: Nehmen Sie ein Jod-Ergänzungsmittel nur auf ärztlichen Rat und strikt nach ärztlicher Maßgabe ein. Ein Zuviel an Jod kann Ihrer Schilddrüse schaden!

2. Essen Sie Paranüsse

Sie enthalten viel Selen, ein Spurenelement, das im Stoffwechsel erforderlich ist, um Thyroxin (T4) in das aktive Trijodthyronin (T3), die aktive Form des Hormons, umzuwandeln. In Studien hatten Patienten mit einer Schilddrüsen-Unterfunktion wieder normale Schilddrü- sen-Werte, sobald sie ein Selen-Ergänzungsmittel einnahmen. Essen Sie 3 bis 4 Paranüsse pro Tag. Andere Selen-Quellen sind Fisch, Hühnchen-, Puten- und Rindfleisch.

3. Gönnen Sie sich täglich Probiotika

Probiotika sind lebende Bakterien bzw. Hefepilze, die in milchsauren Produkten wie Jogurt, Buttermilch und Kefir vorkommen. Sie verbessern die Aufnahme von Nährstoffen, die für eine gesunde Schilddrüsenffunktion erforderlich sind. Dr. Smith hat Patienten, die von ihren Schilddrüsen-Medikamenten loskamen, indem sie regelmäßig Probiotika aßen. Ihr Probiotikum sollte mindestens 200 Millionen bis 1 Milliarde lebende Bakterien enthalten und täglich verzehrt werden. Probiotika gibt es auch als Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Bactoflor, 90 Kapseln ab 27,20 €, PZN 00567853, oder LGG Kapseln, 60 Stück ab 41,50 €, PZN 01746658).

4. Nehmen Sie ein Multivitamin-Ergänzungsmittel

Auch wenn Sie sich gesund und vielseitig ernähren: Um T4 in das aktive T3 umzuwandeln, benötigt der Körper viele verschiedene Vitalstoffe, die in der Nahrung nicht immer genügend vorhanden sind. Mit einem Multivitamin-Präparat sind Sie auf der sicheren Seite. Achten Sie darauf, dass neben Vitaminen auch Kalium, Selen und Zink enthalten sind. Multivitamin-Mineralstoff-Präparate z.B. A-Z von Hirundo, 150 Kapseln ab 11,67 €, PZN 00134290, Shield von BioProphyl, 120 Kapseln ab 22,45 €, PZN 10817357, oder vom Discounter.

5. Verzichten Sie nicht aufs Frühstück

Die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse fährt in den frühen Morgenstunden hoch und dann erneut gegen Abend. Wenn Sie Ihre Mahlzeiten also entsprechend synchronisieren, verbessern Sie die Fähigkeit Ihrer Körperzellen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Deshalb sollten Sie keinesfalls auf Ihr Frühstück verzichten. Eine gute Kombination: ein Würstchen aus Puten- oder Hühnerfleisch und danach etwas Beerenobst. Das Würstcheneiweiß verlangsamt die Absorption der Kohlenhydrate aus den Beeren und verhindert so, dass der Blutzucker steil in die Höhe schießt.

6. Vermeiden Sie schädliche Lebensmittel und -inhaltsstoffe

Zucker, raffinierte Kohlenhydrate (z.B. aus Weißbrot oder weißem Reis) und Limonaden können eine Schilddrüsen-Unterfunktion begünstigen, indem sie die Verfügbarkeit wichtiger Mineralstoffe im Körper einschränken. Ernähren Sie sich vielseitig und abwechslungsreich, z.B. mediterran.

Falls Ihre Symptome nicht nachlassen sollten …

benötigen Sie möglicherweise ein Schilddrüsen-Medikament. Die gute Nachricht: Die Wirkstoffe dieser Tabletten erfüllen exakt die gleichen Funktionen wie die natürlichen Schilddrüsen-Hormone. Sobald Ihr Arzt die Dosierung individuell für Sie eingestellt hat, müssen Sie nicht mit Nebenwirkungen rechnen. Die Standard-Medikamente (z.B. Levothyroxin) enthalten meist nur T4. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen zu einem Präparat raten kann, dass sowohl T4 als auch T3 (z.B. Prothyrid) enthält. Studien haben gezeigt, dass es den meisten Patienten besser bekommt, wenn sie beide Hormone einnehmen.

 

 

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