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Blutdruckmessen: So vermeiden Sie die typischen Fehler

DIAGNOSTIK FÜR ZU HAUSE

Ärztin misst Blutdruck bei patienten

© Andriy Popov - 123rf.com

Wussten Sie, dass drei von vier Personen, denen der Blutdruck von einem Arzt gemessen wird, deutlich erhöhte Werte aufweisen? Dieser so genannte „Weißkitteleffekt“ kann beim systolischen (oberen) Blutdruckwert bis zu 30 mmHg betragen!

Eine Auswertung von 15 Studien hat ergeben, dass dieser Effekt bei Krankenschwestern bzw. Arzthelferinnen geringer ausgeprägt ist, aber keineswegs ausgeschlossen. Wirklich aussagekräftig sind deshalb meist nur die Werte, die wir zu Hause selbst messen. Auf diese Punkte sollten Sie achten:

1. Wann ist die beste Zeit zum Messen?

Wenn Sie noch nicht genau wissen, wie sich Ihr Blutdruck im Tagesverlauf ändert, sollten Sie ihn am besten über mehrere Tage hinweg zu festen Zeitpunkten messen (z. B. morgens, mittags, abends). Ansonsten – vor allem, wenn Sie blutdrucksenkende Mittel einnehmen – sollten Sie am Morgen, vor der Medikamenteneinnahme messen.

2. Machen Sie vorher mindestens 5 Minuten Pause

Auch wenn Sie nur mal kurz die Post aus dem Briefkasten geholt haben, reicht diese Aktivität schon aus, Ihren Blutdruck so zu erhöhen, dass er nicht mehr den gewünschten Wert, nämlich den Ruhe-Blutdruck, widerspiegelt. Bleiben Sie deshalb vor der Messung mindestens 5 Minuten ganz ruhig auf einem Stuhl an einem Tisch sitzen und messen Sie erst dann.

3. Klassisch oder modern?

In der Arztpraxis wird der Blutdruck üblicherweise meist mithilfe einer aufblasbaren Manschette und eines Stethoskops gemessen. Zur Eigenmessung ist das eher unpraktisch und erfordert viel Erfahrung. Optimal sind dagegen Geräte, die Sie nur an der richtigen Stelle am Arm befestigen und die den Rest dann allein erledigen (empfehlenswert z.B. Omron RS2, UVP 29,95 €, Apotheke/Versandhandel; Boso Medistar+, UVP 29,90 €, Apotheke/Internet). Sie müssen dann nur noch die Werte ablesen und am besten mit Datum und Uhrzeit notieren.

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4. Unbedingt auf Herzhöhe messen!

Geräte zur Selbstmessung werden entweder am Oberarm – wie bei der klassischen Messung beim Arzt – oder am Handgelenk befestigt. Die Messung am Oberarm erfolgt automatisch in Herzhöhe, sodass Sie hier einfach den Unterarm locker auf den Tisch legen und den Startknopf zum Aufblasen der Manschette drücken müssen. Wenn Sie aber ein Gerät fürs Handgelenk benutzen, müssen Sie den Arm am Ellbogen aufstützen, sodass das Messgerät etwa auf Herzhöhe ist. Halten Sie es zu tief, steigt der Druck in den Adern übermäßig an und verfälscht die Werte, halten Sie es zu hoch, sinkt er hingegen unter den tatsächlichen Wert.

5. An welchem Arm: links oder rechts?

Im Prinzip spielt es keine Rolle, an welchem Arm Sie die Messungen vornehmen. Wenn Sie aber mit Ihren Messungen gerade beginnen, sollten Sie einfach ein paar Mal an beiden Armen messen. Sollte dabei der Wert auf einer Seite immer etwas höher sein, messen Sie künftig immer an diesem Arm. Da ja ein zu hoher Blutdruck gefährlich werden kann, ist für uns also der potenziell höhere Wert der wichtigere. Ist der Wert hingegen mal links und mal rechts höher, können Sie Ihren „Mess-Arm“ frei wählen.

Mein Rat:

Bedenken Sie stets, dass nicht nur körperliche Bewegung den Blutdruck in die Höhe treibt – weshalb Sie sich ja vor den Messungen eine Weile nicht bewegen sollten. Auch der liebgewordene morgendliche Kaffee oder Tee sowie bei Rauchern die Morgenzigarette treibt den Druck in die Höhe. Mal abgesehen davon, dass Nikotin bei Bluthochdruck ohnehin nicht zu empfehlen ist, verfälschen aufputschende Genussmittel natürlich die Messung. Vorher sollten Sie deshalb unbedingt darauf verzichten.

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