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Verbraucherfalle: Verbreitet die Schufa falsche Informationen über Sie?

So wehren Sie sich gegen diese Verbraucherfalle!

Verbreitet die Schufa falsche Informationen über Sie?

Stellen Sie sich vor, Sie wollen beim Tanken mit Ihrer Kreditkarte zahlen, doch die Karte ist plötzlich gesperrt. Ähnlich erging es BENEFIT-Leser Klaus-Peter B., der seine Autoversicherung wechseln wollte: Die Versicherung seiner Wahl lehnte ihn als Kunden mit der Begründung ab, er habe eine schlechte Auskunft bei einem Kreditsicherungsunternehmen - eine Verbraucherfalle.

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das Informationen über die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen sammelt. Schufa-Einträge werden drei Jahre lang gespeichert. Die Informationen kommen von den gut 4.500 Vertragspartnern der Schufa, überwiegend Banken, Kreditkarten-Herausgeber, Versandhändler und Telekommunikations-Dienstleister. Sie beinhalten z.B. Angaben über laufende und frühere Zahlungsverpflichtungen aus Kredit- und Ratenzahlungsverträgen sowie über die Zahlungsmoral des Verbrauchers. 65 Millionen Deutsche sind bei der Schufa aktenkundig. Leider kommt es bei der Schufa jedoch als Verbraucherfalle immer mal wieder zu Datenpannen, falsch zugeordneten Einträgen, nicht gelöschten Vermerken oder unzutreffenden Informationen durch die Vertragspartner, sodass der betroffene Verbraucher Probleme hat, weil ihm – siehe oben – z.B. seine Kreditkarte gesperrt wurde oder keine Versicherung mehr findet, oder aufgrund der schlechten Auskunft einen überteuerten Kredit bezahlen muss oder keinen Handy-Vertrag mehr bekommt, usw.

So überprüfen Sie gegen diese Verbraucherfalle, was die Schufa über Sie gespeichert hat

1. Möglichkeit gegen die Verbraucherfalle der Schufa: Internet

Auf der Internetseite der Schufa (www.schufa.de) können Sie eine Eigenauskunft bestellen. Sie wird Ihnen per Post zugestellt. Kosten 7,80 Euro. Alternativ: Gegen Zahlung von einmalige 15,60 Euro erhalten Sie unbefristeten Online-Zugang zu den über Sie gespeicherten Daten und können einen Info-Dienst abonnieren, der Sie über evtl. Änderungen Ihres Status´ bei der Schufa gegen die Verbraucherfalle automatisch informiert.

2. Möglichkeit gegen die Verbraucherfalle der Schufa: Postweg

Wenn Sie keinen Internetzugang haben, können Sie die Unterlagen mit einem formlosen Brief anfordern (SCHUFA Holding AG, Kormoranweg 5, 65201 Wiesbaden). Name, Anschrift, Geburtstag und –ort nicht vergessen. Die Auskunft erfolgt auf dem Postweg, Kosten ebenfalls 7,80 Euro.

3. Möglichkeit: Persönlicher Besuch in einer der 14 Geschäftsstellen

Dort können Sie ebenfalls Einsicht in Ihre Akte bei der Schufa nehmen. Kosten ebenfalls 7,80 Euro. Die Adressen der Geschäftsstellen finden Sie auf der Schufa-Homepage.

Statt einer Eigenauskunft können Sie auch die weniger umfangreiche Verbraucherauskunft der Schufa gegen diese Verbraucherfalle anfordern. Diese umfasst nur solche Daten, die für Privatpersonen zum Abschluss eines Geschäfts erforderlich sind, also z.B. zur Vorlage beim neuen Vermieter.

4. Möglichkeit gegen die Verbraucherfalle der Schufa: Auskunft einmal pro Jahr kostenlos!

Ab dem 1. April 2010 können Verbraucher einmal pro Jahr kostenlos eine schriftliche Datenauskunft bei der Schufa beantragen – so will es das neue Bundesdatenschutzgesetz. Die Auskunft können Sie telefonisch, via Internet oder persönlich in einem Schufa-Servicezentrum gegen die Verbraucherfalle verlangen.

Was tun, wenn Sie feststellen, dass die über Sie gespeicherten Aufzeichnungen bei der Schufa fehlerhaft sind?

  1. Schreiben Sie unverzüglich an die zuständige Schufa-Geschäftsstelle. Einen entsprechenden Formbrief finden Sie hier: http://www.kreditinform.de/musterbrief.htm
  2. Wenden Sie sich gleichzeitig an den Vertragspartner der Schufa, der für die fehlerhafte Übermittlung verantwortlich ist. Nur der kann die fehlerhaften Daten der Schufa gegenüber berichtigen bzw. deren Löschung veranlassen.
  3. Wenn dieser sich stur stellt, schalten Sie einen Anwalt ein. Gut zu wissen: Ein Antrag auf Selbstauskunft hat – anders als noch vor wenigen Jahren – jetzt keine Verschlechterung Ihres Schufa-Scores mehr zur Folge.

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