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Kaum jemand kennt sie: Die Rechte an den eigenen Daten!

Datenklau

Hacker an einem Laptop

© Benoit Daoust - 123rf.com

Wenn Ihnen am Telefon jemand etwas aufschwatzen will, fragen Sie ihn doch mal, woher er Ihre Daten hat. Denn wer Daten über Kunden oder potenzielle Kunden speichert, muss dem Betroffenen über deren Herkunft und Verwendung Auskunft geben. Gegenüber privaten Unternehmen haben Sie als Bürger und Verbraucher ein gesetzlich verbrieftes Recht zu erfahren, welche Daten dort über Sie gespeichert sind. Das ist im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) verbindlich festgelegt und kann nicht etwa durch anders lautende Allgemeine Geschäftsbedingungen ausgeschlossen werden. Im Einzelnen regelt das BDSG Folgendes:

Wenn jemand über Sie Daten erhebt (z.B. ein Versandhändler) und speichert, müssen Sie darüber informiert werden, um welches Unternehmen es sich dabei handelt und zu welchem Zweck dies erfolgt (z.B. im Kleingedruckten auf einer Werbeantwort-Postkarte).

Sie müssen bei der Erhebung der Daten darüber informiert werden, ob Sie zu deren Angabe verpflichtet sind (z.B. bei einer Volkszählung) und ob die Daten an Dritte weitergeleitet werden (z.B. zu Werbezwecken)

Damit Sie diese Rechte auch durchsetzen können, gibt es zudem das Recht auf Auskunft. Es besagt, dass Sie etwa einen Anspruch darauf haben zu erfahren, welche Daten ein Unternehmen über Sie gesammelt hat. Zudem muss es Ihnen Auskunft darüber geben, zu welchen Zwecken diese verwendet werden, wie das Unternehmen in deren Besitz gekommen ist und wie, weshalb und an wen die Daten gegebenenfalls weitergegeben werden.

Was aber, wenn Sie dabei feststellen, dass die über Sie gesammelten Daten fehlerhaft oder falsch sind? Dann können Sie eine Korrektur dieser Daten verlangen. Allerdings müssen Sie auch nachweisen, dass die Daten falsch sind. Wenn das nicht möglich ist, können Sie die Daten bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts sperren lassen, d.h., die Daten dürfen in der Zwischenzeit nicht mehr weiterverwendet werden.

Wenn die Daten nicht mehr für den Zweck, für den sie erhoben wurden, benötigt werden, haben Sie zudem ein Recht auf deren Löschung – sofern nicht z.B. Aufbewahrungsfristen dem entgegenstehen.

So gehen Sie vor, um Auskunft über die von einem Unternehmen über Sie gespeicherten Daten zu erlangen:

1. Wenden Sie sich schriftlich an den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens

Unabhängig von der Unternehmensform ist jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten sammelt, dazu verpflichtet, eine/n Datenschutzbeauftragte/n zu benennen. Der oder die ist Ihr/e Ansprechpartner/in. In Unternehmen, in denen kein Datenschutzbeauftragter benannt wurde, ist der Geschäftsführer oder Inhaber Ihr Adressat. Damit der Empfänger die Berechtigung Ihrer Anfrage prüfen kann, legen Sie am besten eine Kopie Ihres gültigen Personalausweises oder Reisepasses bei. Der Versand als Einschreiben ist nicht erforderlich. Im Brief sollten Sie Ihr Anliegen kurz spezifizieren, etwa so: „Ich erbitte Auskunft darüber, welche Daten Ihr Unternehmen im Zusammenhang mit dem Ratenkauf einer Wohnzimmergarnitur, Rechnung Nr. 123456 mit Datum vom 5.1.2011, über mich gespeichert hat, aus welchen Quellen diese Daten stammen, wie lange die Speicherung erfolgt und zu welchen Zwecken meine Daten verwendet bzw. weitergegeben werden.“ Eine solche Anfrage mit spezifischem Bezug wird in der Regel schneller beantwortet als eine generelle Abfrage nach dem Motto „Bitte teilen Sie mir mit, welche Daten Ihr Unternehmen über mich gespeichert hat“.

2. Die Auskunft ist kostenlos

Nach dem Bundesdatenschutzgesetz müssen die Unternehmen diese Auskunft unentgeltlich geben. Eine Schutz- oder Bearbeitungsgebühr ist nicht zulässig.

3. Was Sie tun sollten, wenn das Unternehmen Ihnen diese Auskunft vorenthält

Wenn Sie nach einer angemessenen Zeit, also zwei bis drei Wochen, keine oder nur eine unvollständige Antwort bekommen haben, erinnern Sie das Unternehmen an seine Verpflichtung zur Auskunfterteilung. Schicken Sie Ihren Brief diesmal per Einschreiben, und setzen Sie eine Frist von z.B. 14 Tagen.

Haben Sie auch bis dann keine Antwort im Briefkasten, wenden Sie sich an den Datenschutzbeauftragten Ihres Bundeslandes sowie schließlich an den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Husarenstr. 30, 53177 Bonn (www.bfdi.bund.de, Tel. 0228-9 97 79 90). Diese müssen Ihrer Beschwerde nachgehen und Sie über den Fortgang der Dinge informieren.

 

 

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