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Die Frischmilch-Lüge

Vorsicht, Etikettenschwindel

Zwei Gläser mit Milch auf einer Tischkante

© 123rf.com

Haben Sie sich auch schon gewundert, wieso Milch jetzt plötzlich länger haltbar ist als früher? Die meisten Verbraucher haben gar nicht bemerkt, dass ihnen neuerdings eine Milch als Frischmilch untergeschoben wird, die künstlich länger haltbar gemacht ist. BENEFIT hat nachgehakt.

„Besonders lange frisch“ oder „Maxifrisch“ steht auf den Milchtüten, die ansonsten genauso aussehen wie früher. Die Milch darin hält bis zu vier Wochen! Was steckt dahinter?

Dazu ein wenig Milchkunde:

Unsere altbekannte Trinkmilch wird durch Pasteurisieren, also kurzes Erhitzen auf 72 °C, haltbar gemacht und bleibt dann im Kühlschrank bis zu zwei Wochen frisch. Die bis zu einem halben Jahr haltbare H-Milch wird durch kurzes Erhitzen auf mindestens 135 °C von ihrem natürlichen Keimgehalt befreit.

Die neue, ca. vier Wochen haltbare Milch ist ein Mittelding zwischen der herkömmlichen Trinkmilch und der H-Milch. Sie wird wenige Sekunden auf 127 °C erhitzt oder durch Filter gedrückt, die ihren Keimgehalt herabsetzen.

ESL-Milch heißt sie im Fachjargon, von Extended-shelf-life, d.h. sinngemäß: im Verkaufsregal länger haltbar. Auf die Inhaltsstoffe hat das Verfahren, soweit bisher bekannt, keinen nachteiligen Einfluss, wohl aber kann die solchermaßen behandelte Milch einen typischen Kochgeschmack aufweisen.

Schlimm nur: Die HMilch ähnliche ESL-Milch ist nicht eindeutig als haltbar gemacht gekennzeichnet und darf weiterhin als Frischmilch verkauft, ja sogar noch mit Fantasiebezeichnungen wie „maxifrisch“ oder „extra langer Frischegenuss“ deklariert werden.

Schreiben Sie an Ihren Bundestagsabgeordneten und fordern Sie ihn auf, sich für eine eindeutige Kennzeichnung einzusetzen oder schließen Sie sich den Frischmilch-Aktionen an, die jetzt einige Verbraucherzentralen ins Leben gerufen haben. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, was genau Sie essen und trinken!

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