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Geben Sie Einbrechern keine Chance!

So machen Sie Türen und Fenster zum Problem für Langfinger

Geben Sie Einbrechern keine Chance

Alle zwei Minuten steigen Einbrecher durch Fenster und Türen in deutsche Wohnungen ein, stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist und hausen oft wie die Vandalen. Durch Einbrüche entstehen hier zu Lande jährlich Schäden im Wert von 600 Millionen Euro. Die gute Nachricht: Mehr als ein Drittel der Einbrecher scheitert an bereits vorhandener Sicherheitstechnik.

BENEFIT hat recherchiert, wie Sie es den Tätern möglichst schwer machen, an Ihr Hab und Gut zu gelangen. „Bei mir gibt es doch nichts zu holen“, sagen viele und mögen damit sogar Recht haben. Aber der Einbrecher weiß das ja nicht vorher! Der Schaden, der durch Vandalismus angerichtet wird, ist oft höher als der Wert des Diebesguts. Deshalb sollten Sie vorbeugen und zumindest die Schwachstellen Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses kennen und sichern. Sie haben zwei Möglichkeiten, sich gegen Einbruch zu schützen: Mit mechanischen Sicherungen (Zusatzschlösser, Aufbruchsperren) und/oder elektronischen Überwachungssystemen (Alarmanlagen). Eine Einbruchmeldeanlage schlägt optisch und akustisch Alarm und kann so den Einbrecher abschrecken und

So werden Ihre Türen sicher

  • Stabiles Türblatt. Speziell Wohnungstüren lassen sich oft mit einem kräftigen Tritt eintreten. Dagegen hilft eine nachträgliche Stahlblecharmierung oder Verstärkung mit einer Sperrholzplatte (8 bis 10 Millimeter dick). Kosten ca. 150 bis 300 €.
  • Schließriegel helfen gegen Aushebeln der Tür mit einer Brechstange. Stahlriegel, die sich beim Abschließen der Tür rundum aus dem Türblatt in den Rahmen schieben, lassen sich nachträglich einbauen (Kosten ca. 300 €).
  • Schließzylinder von Sicherheitsschlössern stehen bei älteren Türen oft ein Stück vor und können mit einer Zange abgezogen werden. Neue Zylinder (ca. 150 €) oder passgenaue Abdeckungen für das Schloss (ca. 50 €) können Sie nachrüsten.

So werden Ihre Fenster sicher

  • Fensterriegel und Einrasthaken. Fenster, die „auf Kippe“ stehen, sind eine Einladung für jeden Dieb. Nachträglich anzubringende und verschließbare Fenstergriffe verhindern, dass diese von außen gedreht werden können (z.B. von Maco, 2 Stück ab ca. 30 €).
  • Lichtschächte an Kellerfenstern oder Lichtkuppeln können von innen mit einem Gitter gegen Durchstieg gesichert werden (z.B. von Staco, ab ca. 35 €).
  • Kunststoffrollläden bieten keine Einbruchhemmung, spezielle Rollladenriegel,
    die beim Hochschieben der Rollläden automatisch einrasten, machen dem Eindringling sein Vorhaben aber schwerer (z.B. von Ferrolix, ca. 20 € pro Fenster).
  • Handelsübliche Verglasungen haben keine einbruchhemmende Wirkung. Sicherer sind Verglasungen, die aus mehreren Gläsern bestehen (teuer: ab 130 € pro Quadratmeter). Sie sind durch sehr reißfeste Kunststofffolien oder Polycarbonat miteinander verbunden.

Ideal ist eine Kombination von Mechanik und Elektronik. Damit aber die Kosten vertretbar bleiben, rate ich Ihnen zu einem mechanischen Grundeinbruchschutz. Damit erschweren Sie dem Einbrecher seine „Arbeit“. Diebe haben es eilig. Je mehr Hindernisse Sie ihnen in den Weg legen, desto länger müssen sie sich daran zu schaffen machen und desto größer ist für sie die Gefahr, dabei erwischt zu werden.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten Ihnen in Fleisch und Blut übergehen

  • Wenn Sie das Haus verlassen: Fenster und Balkontüren nicht auf Kippe stehen lassen, sondern schließen Sie sie. Lassen Sie Türen nicht nur ins Schloss fallen, sondern schließen Sie diese zusätzlich noch ab.
  • Verstecken Sie einen Zweitschlüssel nicht unter der Matte, unter Blumentöpfen oder hinter Steinen. Einbrecher kennen diese Verstecke! Lieber beim Nachbar deponieren.
  • Tagsüber geschlossene Klappund Rollläden signalisieren Dieben: Hier ist niemand zu Hause!
  • Bleiben Sie fremden Besuchern gegenüber stets misstrauisch! Öffnen Sie nur, wenn Sie wissen, wer dann vor Ihnen steht.
  • Welche Sicherungsmaßnahmen sinnvoll sind, wenn Sie in Urlaub fahren, können Sie in der BENEFIT Ausgabe Dezember 2003 auf Seite 2 nachlesen.

Einbrecher kommen in Fernseh-Krimis meist in der Nacht. In Wirklichkeit steigen sie bevorzugt am helllichten Tag ein (zwischen 10 und 12 Uhr oder am späten Nachmittag) und benutzen am liebsten Türen und Fenster – besonders Balkon- und Terrassentüren. Vier von fünf Einbrechern wählen diesen Weg. Rüsten Sie diese Öffnungen im Haus mit einbruchhemmenden Schutzbeschlägen und Schließriegeln nach (siehe Kasten auf Seite 1 „So werden Ihre Türen/Fenster sicher“).

Beim Kauf von Sicherungseinrichtungen sollten Sie darauf achten, dass die Funktion von einem international anerkannten Prüfinstitut, wie zum Beispiel von der VdS Schadenverhütung GmbH, bestätigt wird. Die Schutzbeschläge und Alarmanlagen erhalten Sie in speziellen Sicherheits-Läden (z.B. „Haus für Sicherheit“ mit ca. 40 Niederlassungen in Deutschland, Zentrale Tel. 05121-930930, http://www.haus-fuer-sicherheit.com), in Tischlereien, Baumärkten oder im Elektrofachhandel.

Bei dieser Anlage kommen die Täter erst gar nicht zum Zuge

Eine Einbruchmeldeanlage meldet zwar, dass irgendwo Langfinger zur Tat schreiten, jedoch dauert es immer einige Minuten, bis die alarmierten Helfer eintreffen. Das wissen auch die Einbrecher. Deshalb arbeiten sie schnell und präzise: Manchmal sind sie längst über alle Berge, wenn die Polizei eintrifft. Ein neuartiges Abwehrsystem verhindert von vornherein, dass die Täter sich an Ihrem Hab und Gut vergreifen können.

„Verlassen Sie den gesicherten Bereich, sonst wird Reizgas freigesetzt!“ warnt eine Stimme aus dem Lautsprecher die von Alarmanlage oder Bewegungsmeldern erfassten Ganoven. Wenn die Langfinger diese Ansage ignorieren, wird automatisch Reizgas freigesetzt, und die Ganoven müssen unverrichteter Dinge abziehen. Mit diesem System können einzelne Räume, aber auch ganze Wohnungen gesichert werden (Preise ab ca. 1.800 €. Hersteller: Sidag AG, www.sidag.de; Tel. 030-22487523).

Mein Tipp: Eine Hausrat-Versicherung muss nicht zahlen, wenn Dieben der Beutezug zu einfach gemacht wurde, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Az.: 7 U1 5/01). Fragen Sie Ihre Versicherung, ob sie Ihnen andererseits durch Prämiensenkung entgegenkommt, wenn Sie Ihre Türen und Fenster zusätzlich gegen Einbruch sichern. Schmuck, Bargeld und andere Wertgegenstände sollten Sie ohnehin in einem Möbel- oder Wandtresor bzw. Bankschließfach aufbewahren.

Die zentrale kriminalpolizeiliche Beratungsstelle gibt Ihnen Auskunft, wo Sie sich beraten lassen können: Zentrale Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Mailingstraße15, 80636 München, Tel: 089/1212 oder 1134. Auf Ihren Wunsch kommen die Experten auch kostenlos zu Ihnen ins Haus und geben Ihnen konkrete Ratschläge vor Ort.

Schutz ohne Schmutz

Wenn Ihnen vor dem Schmutz graut, der mit dem Einbau neuer Fenster oder zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen verbunden ist: Ein neuartiges System ermöglicht es, Fenster und auch Türen ohne Eingriff in das Mauerwerk und damit weitgehend ohne Staub und Dreck auszutauschen. Dabei werden die alten Fensterrahmen mit einer Spezialsäge auf ein Drittel ihrer alten Maße abgesägt. Anschließend wird der neue, maßgeschneiderte Fensterrahmen von innen eingesetzt und mit speziellen Ankerschrauben im Mauerwerk befestigt. Schließlich werden die Flügel eingesetzt und justiert.

Wartungsfreie Sicherheitsbeschläge machen ein Aushebeln der Fenster sowohl im geschlossenen als auch im gekippten Zustand unmöglich. Für den Austausch eines Fensters müssen Sie mit ca. 600 € rechnen, eine Wohnungseingangstür kostet ca. 2.500 €, eine Haustür ca. 4.000 €. Hersteller: Perfecta-Fenster, www.perfecta-Fenster.de; Tel. 08273-79902.

 

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