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Ungerechtfertigte Telefongebühren – so können Sie reklamieren

Betrug durch ungerechtfertigte Telefongebühren

Stellen Sie sich vor: Auf Ihrer monatlichen Telefonrechnung finden Sie ungerechtfertigte Telefongebühren von über 280 Euro. Lesen Sie, wie Sie bei diesem Betrug reklamieren können.

Die Ursache für ungerechtigte Telefongebühren durch Betrug haben Sie auf Ihrem Einzelverbindungs-Nachweis schnell gefunden: Die ungerechtigten Telefongebühren entstanden dadurch, dass jemand aus Betrug von Ihrem Apparat aus die Nummer einer bestimmten Auskunft angerufen hat, und zwar fast jeden Tag etliche Male und manchmal im Abstand von nur wenigen Minuten! Manche Gespräche dauerten eine oder zwei Minuten, andere bis zu 35 Minuten und verursachten hohe ungerechtfertige Telefongebühren!

Doch Sie sind ganz sicher: Weder Sie noch jemand anderes hat diese Telefongebühren verursacht. Zudem widerspräche es jeder Lebenserfahrung, täglich dutzende Male die Auskunft anzurufen und manchmal über eine halbe Stunde mit ihr zu reden. Es muss sich also um einen Betrug handeln, der ungerechtfertige Telefongebühren angehäuft hat. Dennoch steht die Forderung der Telefongebühren Ihres Telefon-Anbieters zunächst mal im Raum und Sie sind gezwungen zu reklamieren. Da dies kein Einzelfall ist und tagtäglich immer wieder passiert, hat sich BENEFIT für Sie informiert, was in einer solchen Situation zu tun ist, damit Sie diese ungerechtfertigen Telefongebühren reklamieren können.

Wie sie bei ungerechtfertigten Telefongebühren richtig reklamieren:

1.  Bei ungerechtfertigten Telefongebühren kommt es auf den Anbieter an

Wenn Sie Kunde der Deutsche Telekom AG sind, erhalten Sie, sofern Sie mehrere Anbieter (Netzbetreiber) via Call-by-call (Sparvorwahl) nutzen, monatlich eine Sammelrechnung über Telefongebühren, in der die Entgelte der Anbieter aufgeführt und zum Gesamtrechnungsbetrag addiert sind.

Um zu reklamieren, müssen Sie sich an denjenigen Anbieter wenden, dessen Forderung Sie nicht akzeptieren und wo Sie den Betrug vermuten. Ungerechtfertigte Telefongebühren, die Sie nicht reklamieren, müssen Sie auf jeden Fall überweisen. Informieren Sie unbedingt den Rechnungssteller, also z.B. die Deutsche Telekom AG, darüber, welche Telefongebühren von welchem Anbieter Sie reklamieren, damit dieser den Fehlbetrag richtig zuordnen kann.

Wenn Sie Ihre Telefonrechnungen abbuchen lassen, sind die ungerechtfertigten Telefongebühren wahrscheinlich bereits von Ihrem Konto abgebucht.  Dann können Sie Ihre Bank anrufen und den Teil der Rechnung zurück überweisen lassen, den Sie reklamieren wollen.

Wenn Sie jeden Rechnungsbetrag einzeln anweisen, müssen Sie dies in der Regel innerhalb von 10 Tagen veranlassen, um Mahngebühren bzw. –verfahren zu vermeiden. Dann können Sie die ungerechtfertigten Telefongebühren um die beanstandete Summe reduzieren.

2. Einspruchsfrist bei Betrug durch ungerechtfertigte Telefongebühren beachten

Ihr Einwand bei Betrug durch ungerechtfertigte Telefongebühren sollte den Anbieter, dessen Anschrift in jeder Telefonrechnung aufgeführt ist, innerhalb der Einspruchsfrist von 8 Wochen erreichen. Mein Tipp: Reklamieren Sie lieber sofort und ausschließlich schriftlich mit Einschreiben/Rückschein. Nicht vergessen: Machen Sie eine Kopie des Schreibens für Ihre Unterlagen.

3. Begründen Sie bei Betrug Ihren Einspruch

Im Reklamationsschreiben sollten Sie die bei ungerechtfertigten Telefongebühren beanstandeten Posten in der Abrechnung genau beschreiben. Am einfachsten, Sie machen eine Kopie davon und kennzeichnen beim reklamieren alle fraglichen Positionen mit einem Markerstift. Belegen Sie nach Möglichkeit auch, weshalb Sie die Anrufe gar nicht getätigt haben können und dass Betrug vorliegen muss, z.B. weil Sie zu diesen Zeiten gar nicht daheim gewesen sind.

4. Beide Seiten müssen bei ungerechtfertigten Telefongebühren ihre „Unschuld“ glaubhaft nachweisen

Nun ist der Telefon-Anbieter an der Reihe. Dieser muss jetzt nachweisen, dass es sich nicht um Betrug handeln kann, die Verbindungen richtig berechnet und seine Apparate zur Ermittlung der Verbindungsentgelte störungsfrei funktioniert haben. Was bei der Überprüfung der Telefongebühren herausgekommen ist, muss er Ihnen nur auf ausdrückliches Verlangen mitteilen. Geben Sie sich bei offensichtlichem Betrug durch ungerechtfertigte Telefongebühren deshalb nicht mit einer wenig aussagekräftigen Zertifizierungsbescheinigung zufrieden, sondern verlangen Sie von Ihrem Telefon-Anbieter eine kostenlose Kopie des Prüfprotokolls. Solange das ausbleibt, müssen Sie die ungerechtfertigten Telefongebühren auch nicht bezahlen. Haben sich bei der Prüfung Mängel herausgestellt, können Sie reklamieren und müssen Sie ebenfalls nicht zahlen.

Anders aber, wenn die technische Prüfung keine Beanstandungen ergeben hat und keinen Betrug durch ungerechtfertigte Telefongebühren nachweisen konnte. Dann müssen Sie noch genauer darlegen, weshalb die Forderung dennoch unkorrekt ist. Gute Karten haben Sie z.B. dann, wenn Sie in der fraglichen Zeit, in der die ungerechtfertigten Telefongebühren entstanden sind, in Urlaub oder beim Zahnarzt waren und niemand anders einen Schlüssel und damit Zugang zu Ihrer Wohnung hatte. Nur wenn Sie beim reklamieren nachweisen können, dass Ihr Telefon von keinem Dritten benutzt werden konnte und die Telefongebühren somit ungerechtfertigt sind, müssen Sie nicht für die fraglichen Posten aufkommen. Bei dauerndem Ärger durch Betrug mit ungerechtfertigten Telefongebühren hilft nur: Anbieter wechseln!

In der neuesten Ausgabe von BENEFIT finden Sie ein Muster-Anschreiben für Ihre Reklamation.

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