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So bekommen Sie schnell kompetente Hilfe bei einem Schlaganfall

Notruf

Ärzte schieben Patienten in die Notaufnahme im Krankenhaus

© spotmatikphoto - 123rf.com

Wenn ein Angehöriger plötzlich eine Körperhälfte nicht mehr spürt, auf einer Seite nur noch verschwommen oder gar nicht mehr sieht, nur noch unverständliche Wörter von sich gibt oder auf einer Gesichtshälfte die Mundwinkel herunterhängen, besteht der dringende Verdacht auf einen Schlaganfall. Jetzt geht es um jede Minute, denn nur wenn die Behandlung innerhalb von viereinhalb Stunden begonnen wird, hat sie eine gute Chance auf Erfolg. Wissen Sie genau, was Sie in einem solchen Fall zu tun haben?

Die Zeit ist der stärkste Feind beim Schlaganfall

In Deutschland erleiden etwa 260.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Die wirksamste Behandlung ist die sogenannte Lyse, bei der das Blutgerinnsel im Gehirn mittels einer Infusion mit dem Enzym Alteplase aufgelöst wird. Wird die Behandlung nicht innerhalb von viereinhalb Stunden begonnen, sind oftmals schwere Behinderungen oder sogar der Tod des Patienten die Folge. Allerdings wird die Lyse-Behandlung nur bei etwa jedem 10. Schlaganfallpatienten durchgeführt, unter anderem deshalb, weil 30 bis 40 Prozent der Patienten nicht rechtzeitig in der Klinik sind. Damit das Ihnen und Ihren Angehörigen nicht passiert, sollten Sie folgende Punkte beachten.

Wo ist die nächste Schlaganfallstation?

Machen Sie sich rechtzeitig schlau, wo in Ihrer Nähe die nächste Schlaganfallstation zu finden ist. Über die Website der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (www.dsginfo.de, Menüpunkt „Stroke Units“) können Sie für Ihren Wohnort die nächste von gut 250 zertifizierten Schlaganfallstationen (eng. „Stroke Units“, gesprochen „Strouk Junits“) finden. Auch in Kliniken ohne solche speziellen Stationen kann eine Lyse-Behandlung durchgeführt werden. In der Praxis aber werden in normalen Kliniken nur 13 % der Schlaganfallpatienten, die innerhalb von 4,5 Stunden im Krankenhaus sind, einer Lyse unterzogen. In Schlaganfallstationen mit entsprechend qualifiziertem Personal sind es hingegen 45 %.

So erkennen Sie den Notfall

Meist ist ein Schlaganfall für den Betroffenen nicht mit Schmerzen verbunden. Sollten Sie deshalb nicht sicher sein, ob es sich um einen Schlaganfall handelt, bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Kommt ein schiefes Grinsen oder eine seltsamen Grimasse dabei heraus, ist dies ein klarer Hinweis. Bitten Sie die Person, beide Arme hochzuheben und ein paar Sekunden zu halten, das Gleiche mit den Beinen. Gelingt dies nicht oder sacken Arme oder Beine unwillkürlich herab, so ist das ebenfalls ein deutlicher Hinweis. Bitten Sie dann noch darum, dass der oder diejenige einen einfachen Satz wiederholt, beispielsweise „Ich möchte heute Abend fernsehen“. Klappt dies nicht, so liegt ebenfalls ein Notfall vor.

Rufen Sie sofort die 112 (regional auch 19222) an!

Wenn Sie mit der Notrufzentrale verbunden sind, weisen Sie umgehend darauf hin, dass es sich vermutlich um einen Schlaganfall handelt und dass Sie wollen, dass der Betreffende sofort in eine Stroke Unit gebracht werden muss. Zögern Sie auch nicht, wenn die Symptome anscheinend langsam nachlassen. Es könnte sich dann um einen kleinen Schlaganfall handeln, eine sogenannte Transitorische Ischämische Attacke (TIA), die oft als Vorbote eines großen Schlaganfalls auftritt und manchmal nur wenige Minuten oder Stunden dauert. Auch dann muss der Betreffende sofort in ärztliche Behandlung!

Im Notfall können Sie sich das Krankenhaus nicht aussuchen

Eigentlich haben Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen die freie Wahl, in welches Krankenhaus sie gehen. Ist dies weiter entfernt, so müssen Sie zwar möglicherweise die höheren Transportkosten zahlen, ansonsten aber ist dies kein Problem. Anders verhält es sich bei einem zeitkritischen Notfall, etwa einem Schlaganfall oder auch Herzinfarkt. Hier ist der Rettungsdienst verpflichtet, das nächstgelegene Krankenhaus anzusteuern, das in der Lage ist, den Patienten zu behandeln. Was Sie dennoch unbedingt tun sollten: Weisen Sie mit Nachdruck darauf hin, dass der mögliche Schlaganfallpatient in eine Klinik mit Stroke Unit gebracht wird!

Mein Tipp: Viele Ärzte sind bei älteren Patienten immer noch zurückhaltend mit der Lyse-Therapie, weil sie Komplikationen befürchten. Eine neue Studie, die Daten von 1.700 Patienten im Alter von mehr als 80 Jahren untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Erfolgsrate bei älteren Patienten sogar etwas besser war als bei jüngeren. Übrigens, auch jüngere Leute und sogar Kinder können einen Schlaganfall erleiden. Auch dann sollten Sie die Symptome ernst nehmen und entsprechend handeln!

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