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Nierenschmerzen: Jeder Achte ist betroffen

Das müssen Sie wissen, wenn Ihre Nieren Probleme machen

Mann mit Nierenschmerzen

© stylephotographs - 123rf.com

Chronische Niereninsuffizienz – die versteckte Gefahr!

Wenn Ihre Nieren normal funktionieren, scheiden sie nicht nur überschüssiges Wasser aus, sondern darin gelöst auch Stoffwechselschlacken und überschüssige Mineralstoffe. Darüber hinaus produzieren Ihre Nieren Hormone, die z.B. für die Produktion der roten Blutkörperchen zuständig sind, das Skelett stärken oder den Blutdruck regulieren. Wenn die Nieren nur noch eingeschränkt arbeiten, zeigen sich zunächst noch keine Symptome, doch die mittelfristigen Folgen können sehr bedrohlich sein.

BENEFIT erfuhr mehr über die Entstehung, Diagnose und Therapie einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) von Professor Joseph Vassalotti, Arzt und Nierenspezialist in New York/USA.

Nierenschmerzen Was kaum jemand weiß:

Eine CNI bleibt nicht auf die Nieren beschränkt, sondern kann Blutgefäße und Organe überall im Körper schädigen, sogar das Herz kann betroffen sein, und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt rapide. Beunruhigend: Die CNI ist eine Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft, da immer mehr Menschen an den beiden Hauptrisikofaktoren einer CNI erkranken: an Bluthochdruck und Diabetes. Nach einer im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie sind etwa 13 Prozent aller erwachsenen US-Amerikaner von einer CNI betroffen. Hierzulande dürfte die Situation nicht anders sein. Wird die CNI nicht erkannt und können die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr wahrnehmen, zeigt sich dies in folgenden Symptomen:

 

  • geringe Urinmengen, z.B. weniger als 0,5 Liter pro Tag,
  • häufiger Harndrang, auch nachts,
  • Muskelschwäche, Knochenschmerzen,
  • Müdigkeit bei gleichzeitigen Schlafproblemen,
  • trockene, juckende Haut,
  • schaumiger Urin, bedingt durch zu hohen Eiweißgehalt, dessen Oberfläche der Struktur von Rührei ähnelt,
  • Anschwellen vor allem der Füße und Fußgelenke (Ödeme) aufgrund der verminderten Wasserausscheidung,
  • rötliche bis rötlich-braune Verfärbung des Urins.
  • Spätestens wenn Sie eines dieser Symptome an sich beobachten, müssen Sie einen Arzt aufsuchen

 

Was Ihr Arzt für Sie bei Nierenschmerzen tun kann

Um die Funktionsfähigkeit Ihrer Nieren zu prüfen, steht standardmäßig ein einfacher Test zur Verfügung, die sog. Kreatinin-Clearance. Dabei wird Kreatinin im Blut und im 24- Stunden-Urin gemessen sowie nach einer bestimmten Formel ins Verhältnis gesetzt (sog. glomeruläre Filtrationsrate). Die Normalwerte auf 1,73 qm Körperoberfläche bezogen betragen 70 bis 110 ml/Minute (Frauen), 95 bis 140 ml/Minute (Männer), bezogen auf ein Lebensalter von 30 Jahren. Pro Lebensjahrzehnt mehr sind jeweils 10 ml/Minute abzuziehen. Diese Untersuchung sollte nach drei Monaten wiederholt werden, um eine sichere Diagnose zu stellen. Die Kreatinin-Bestimmung im Blut ist Bestandteil des kleinen Blutbilds, die Bestimmung im Urin als IGeL-Leistung kostet weniger als 5 Euro Zuzahlung.

Wie Sie einer CNI und Nierenschmerzen vorbeugen

In zwei Drittel aller Fälle ist die CNI eine Folge zu hohen Blutdrucks. Der hohe Druck schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren. Prüfen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig, und lassen Sie ihn bei Werten über 130/80 mm Hg medikamentös einstellen. Der zweitgrößte Risikofaktor ist eine Diabetes-Erkrankung bzw. Prediabetes. Lassen Sie daher auch Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls auf einen Hämoglobin-A1c-Wert unter 7 Prozent einstellen. Wichtig: Wenn bei Ihnen eine CNI diagnostiziert wurde, gehen Sie alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen – auch die rezeptfreien und pflanzlichen –, mit Ihrem Arzt durch. Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung kann sich zum Beispiel Vitamin A im Körper anreichern und toxisch wirken. Auch die in manchen pflanzlichen Arzneien enthaltene Aristolochiasäure (z.B. in Osterluzei-Präparaten (Wolfskraut) oder im Tonikum „Frauengold“ enthalten) kann den kranken Nieren zusätzlich schaden. Medikamente, z.B. mit dem Wirkstoff Metformin (Handelsname z.B.: Diabetase) gegen Diabetes sowie nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Naproxen (Proxen) und Ibuprofen (Dolormin), können die CNI verschlimmern. Bestimmte Farbstoffe, die als Kontrastmittel bei der Tomographie und anderen Untersuchungen angewandt werden, können ebenfalls nierenschädigende Nebenwirkungen haben. Dasselbe gilt für natriumphosphathaltige Abführlösungen, die im Zusammenhang mit einer Koloskopie zum Einsatz kommen. Weisen Sie den behandelnden Arzt darauf hin, und bitten Sie ihn, ein anderes Mittel anzuwenden.

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