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Neue Hoffnung für Lymphom-Patienten

neuartige Wirkstoffe

Diagnose Lymphom

© Illia Uriadnikov - 123rf.com

Geschwollene Lymphknoten hat sicher jeder schon mal an sich beobachtet. Sie treten oft bei einer Infektionserkrankung auf und verschwinden danach wieder von selbst. Weniger harmlos ist jedoch ein Lymphom, eine krebsartige Erkrankung der Lymphdrüsen, genauer gesagt der B- und T-Lymphozyten (weiße Blutkörperchen). Diese werden im Knochenmark gebildet und sind wesentlicher Bestandteil unseres Abwehrsystems. Bei einem Lymphom entarten sie und nehmen unkontrolliert zu.

In Deutschland erhalten jährlich ca. 22.000 Betroffene diese Diagnose. Über neue therapeutische Ansätze und zukünftige Perspektiven der Lymphom-Therapie gab uns Professor Craig Reeder Auskunft, Krebsmediziner an der Mayo Clinic in Arizona/USA. Die bisher gängigen Verfahren zur Behandlung eines Lymphoms sind Strahlen- und Chemo- sowie Antikörpertherapie und Stammzellentransplantation. Ihre Wirkung lässt sich noch verbessern durch die Anwendung neuartiger Medikamente, die in vielen Fällen den Krebs stoppen bzw. die Lebenserwartung deutlich verbessern können.

Monoklonale Antikörper

Sie docken an die Oberflächen der Krebszellen an und erleichtern dem Immunsystem deren Bekämpfung. Rituximab (Handelsname: Rituxan) ist einer der ersten auch in Europa zugelassenen Wirkstoffe dieser Art. Seine Einsa

tzmöglichkeiten werden ständig erweitert, vor allem in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Bei einer speziellen LymphomArt konnte durch dieses Medikament die Zeit bis zur Anwendung einer Chemotherapie von 2,5 auf 4 Jahre verlängert werden. Brentuximab/Vedotin (Adcetris) ist ein weiterer, seit August 2011 in den USA zugelassener Wirkstoff, der im Anfangsstadium eines Lymphoms sehr gute Therapieerfolge bewirkte hierzulande jedoch noch im Erprobungsstadium ist.

Radioaktive monoklonale Antikörper

Hierbei werden die Antikörperwirkstoffe an einen radioaktiven Strahler gebunden (Jod oder Yttrium), dessen Strahlung die Krebszellen zerstört. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch nicht besser als die bei der Behandlung mit monoklonalen Antikörpern allein. Zudem müssen die Nebenwirkungen (verminderte Zahl roter und weißer Blutkörperchen) ständig im Auge behalten werden.

Chemotherapie

Auch in die Chemotherapie hat Rituximab Eingang gefunden. Studien zur Kombination dieses Wirkstoffs mit einer aggressiveren Chemotherapie sind noch nicht abgeschlossen. Ebenfalls neu: Pralatrexat(Folotyn), das in den USA speziell beim schwieriger zu behandelnden T-ZellenLymphom zur Anwendung kommt, in Deutschland aber noch keine Zulassung erhalten hat.

Neueste Entwicklungen

Weitere, viel versprechende Wirkstoffe befinden sich noch in der klinischen Erprobung bzw. warten auf ihre Zulassung.

Lenalidomid (Revlimid)

Dieser Stoff wird bereits mit großem Erfolg bei bestimmten Fehlfunktionen des Knochenmarks eingesetzt. Bei verschiedenen Lymphom-Typen konnte er Verbesserungsraten zwischen 28 und 45 % erzielen.

Everolimus (Afinitor)

Der Wirkstoff gehört zu einer neuen Klasse von Krebsmedikamenten und zeigte gute Therapieerfolge bei rückfälligen Lymphomen.

Welche Symptome sind typisch für ein Lymphom?

Ein Lymphom kündigt sich durch eine anhaltende schmerzlose Schwellung der Lymphknoten am Hals und/oder in der Achselhöhle, in der Leiste oder im Bauchraum an. Gleichzeitig können Müdigkeit, Fieber über 38 °C, unerklärlicher Gewichtsverlust, Infektanfälligkeit und Nachtschweiß auftreten. Entscheidend für die Diagnose ist aber immer eine Untersuchung von aus den Lymphknoten entnommenem Gewebe. Weitere Untersuchungen wie CT, MRT oder die Entnahme von Nervenwasser aus dem Wirbelkanal (so genannte Lumbalpunktion) zur Feststellung von Art und Ausbreitung des Lymphoms können sich anschließen. Das so genannte Hodgkin-Lymphom kommt überwiegend bei Erwachsenen vor und kann gut therapiert werden. Das Non-Hodgkin-Lymphom tritt in jedem Alter auf, entwickelt sich relativ langsam und ist daher oft schon weit fortgeschritten, wenn es diagnostiziert wird. Eine Sonderform ist das MALT-Lymphom, das im Verdauungstrakt auftritt. Die Non-Hodgkin-Lymphome zählen zu den wenigen Krebsformen, bei denen sowohl die Erkrankungshäufigkeit als auch die Sterblichkeit in den letzten 20 Jahren stetig zugenommen hat. Über die Ursachen wird – wie bei vielen anderen Erkrankungen des Immunsystems – noch gerätselt.

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