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Diese TOP 8 der vermeintlichen Routineeingriffe können für Sie gefährlich werden

Vorsicht Operationsrisiken

Ärzte im Operationssaal

© Alexander Korzh - 123rf.com

Gut 16 Mio. operative Eingriffe werden jährlich in deutschen Krankenhäusern durchgeführt. Nicht mitgerechnet sind da die vielen ambulanten Eingriffe, etwa beim Zahnarzt. Dass angesichts dieser Menge nicht immer alles glatt gehen kann, liegt auf der Hand. Doch bei Routineeingriffen wie der Entfernung des Blinddarms sollte es doch eigentlich keine Überraschungen geben, oder? Leider doch. Auch wenn hierzulande im europäischen Vergleich relativ wenige Patienten nach Operationen versterben, ist auch in deutschen Landen nicht alles perfekt. Ich habe die Risiken häufiger Operationen für Sie im Folgenden zusammengestellt.

Jede Vollnarkose ist ein Risiko

Angenommen, jemand verstirbt während einer Herz-OP, nachdem er einen Infarkterlitten hat. Starb er dann als Folge des Herzinfarkts, durch Fehler des Chirurgen oder durch die Narkose? Das ist nur eines der Probleme, die bei der Beurteilung von Operationsrisiken auftauchen. Eine sehr große Studie aus dem Jahr 2014, in der fast 1,4 Mio. Operationen (ohne Herz-OPs) von Patienten ohne problematische Grunderkrankungen (z. B. Herzschwäche) unter die Lupe genommen wurden, zeigte für Deutschland ein relativ geringes Narkoserisiko. Danach kommt es hierzulande „nur“ bei 0,7 von 100.000 Vollnarkosen zu einem Todesfall oder bleibenden Schäden. In den Niederlanden ist das Risiko laut der Studie mit 14 pro 100.000 Fälle deutlich höher.

Haben Sie eigentlich noch Ihren Blinddarm?

Ohne Zweifel gehört die Entfernung des Wurmfortsatzes des Blinddarms, die so genannte Appendektomie, zu den Routineeingriffen in Deutschland und wird hier etwa 18.000-mal im Jahr durchgeführt. Immerhin 4 von 100 Patienten (4,1 %) erleiden anschließend Komplikationen, vor allem Blutungen und Wundinfektionen. Die Entfernung des Blinddarms ist allerdings in fast allen Fällen alternativlos, sodass wir dieses Risiko in Kauf nehmen müssen.

Grundsätzlich alle Operationen am Verdauungstrakt sind riskant

In höherem Alter häufiger als die Blinddarm OPs sind jedoch andere Operationen im Verdauungstrakt, zum Beispiel die Entfernung mehr oderweniger großer Teile des Mastdarms (z. B. bei Darmkrebs). Hier liegt die Komplikationsrate sogar bei etwa 10 bis 30%. Der Grund ist klar: Unser Darm ist bevölkert von Milliarden Bakterien, sodass es leicht zu einer Infektion der Wundbereiche kommen kann.

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Hauptrisiken: Bakterielle Infektionen und Thrombosen

Bei allen operativen Eingriffen existieren zwei Hauptrisiken: Bakterielle Infektionen und Thrombosen. Jede offene Wunde ist eine mögliche Eintrittspforte für Bakterien, erst recht dann, wenn etwas in den Körper eingebracht wird, sei es ein künstliches Gelenk (z. B. Schulter, Hüfte) oder ein Drainageschlauch. Je besser die Hygienemaßnahmen in der Klinik – vor allem die Händehygiene! –, desto geringer das Infektionsrisiko. Die zweite Hauptgefahr: Während des Eingriffs werden natürlich Blutgefäße beschädigt. Das regt die Blutgerinnung an, wodurch sich Blutpfropfe bilden können, die aufgrund der mangelnden Bewegung nach der OP und des entsprechend verlangsamten Blutflusses zu größeren Gerinnseln werden und wichtige Gefäße in der Lunge oder auch im Herzen verstopfen können. Und selbstverständlich können bei vielen OPs auch z.B. Nerven oder andere Organe beschädigt werden.

Seien Sie nach der Entlassung vorsichtig!

Besonders kritisch sind die ersten 30 Tage nach der Entlassung aus der Klinik. Bei rund 17 % der Patienten kommt es zu Hause zu Komplikationen. Meist (31 %) sind es nur oberflächliche Wundinfektionen, doch in etwa 7 % der Fälle kann es auch zu tiefen Wundinfektionen kommen. Wichtig ist, dass Sie sich nach einer OP sofort beim Arzt melden, wenn starke Rötungen, Schwellungen, verstärkte Schmerzen und/oder Fieber auftreten. Ebenfalls wesentlich: Um Thrombosen und Lungenembolien zu Hause vorzubeugen, sollten Sie die entsprechenden Hinweise der Ärzte unbedingt ernst nehmen. Spritzen Sie regelmäßig das Ihnen möglicherweise vom Arzt verordnete Thrombosemittel und sorgen Sie für ausreichend körperliche Bewegung.

Minimieren Sie die Risikofaktoren

Studien haben ergeben, dass nach einer OP umso häufiger Komplikationen auftreten, je länger sie gedauert hat. Dagegen können Sie natürlich nichts tun. Das Risiko ist jedoch auch bei Patienten mit starkem Übergewicht und Diabetes deutlich erhöht. Sie können Ihr OP-Risiko deshalb verringern, indem Sie etwaiges Übergewicht abbauen und dafür sorgen, dass eine eventuelle Zuckerkrankheit optimal eingestellt ist.

Mein Tipp:

Fragen Sie in der Klinik nach, ob die Möglichkeit eines Telemonitorings (derzeit wird dies vor allem bei Herzpatienten angewandt) besteht. Das bedeutet, dass Sie bei der Entlassung ein Gerät mit nach Hause bekommen, das wichtige Daten über Ihren Gesundheitszustand direkt an die Klinik überträgt. Wenn dann etwas nicht stimmt, können die Ärzte entsprechend schnell handeln. Es hats ich gezeigt, dass Telemonitoring-Systeme die Zahl erneuter Klinikeinweisungen um 44 % verringern können.

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