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Diese Hilfen und Leistungen stehen chronisch Kranken bei Diabetes und Arthrose zu

PATIENTENRECHT UND FINANZEN

Digitale Darstellung von Kniegelenkschmerzen

© guniita - 123rf.com

Etwa 3 Mio. Deutsche über 60 Jahren leiden unter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und gut 9 Mio. unter Arthrose (Gelenkverschleiß). Selbstverständlich zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die komplette Grundversorgung bei diesen chronischen Erkrankungen. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, was die Kasse zahlt – und was nicht.

Bei Insulinpumpen gibt’s manchmal Probleme mit der Kasse

Alle notwendigen und vom Arzt verordneten Medikamente werden Diabetikern bezahlt. Bei manchen Hilfsmitteln können allerdings Schwierigkeiten auftauchen. Insulinpflichtige Diabetiker haben Anspruch auf Blutzuckermessgeräte und erhalten auch Teststreifen mit einem entsprechenden Rezept ohne Mehrkosten. Die Mehrheit der Zuckerkranken allerdings ist nicht auf Insulin angewiesen. Für sie zahlt die Kasse Messgerät und Teststreifen nur in bestimmten Fällen, wenn sie z. B. nachweisen können, dass ihre Stoffwechsellage besonders instabil ist. Ähnliches gilt für Insulinpumpen, die das benötigte Insulin automatisch injizieren und die mit ca. 3.000 bis 3.700 € zzgl. laufender Kosten von jährlich ca. 3.000 € zu Buche schlagen. Diese werden von der Kasse gezahlt, wenn Patienten z. B. durch Schichtarbeit einen sehr unregelmäßigen Lebensrhythmus haben oder zu schweren Hypoglykämien (Unterzuckerung) neigen. Eine medizinische Fußpflege bei einem ausgebildeten Podologen zahlt die Kasse, wenn ein sogenanntes diabetisches Fußsyndrom vorliegt und der Arzt sie verschreibt.

Ziel bei Arthrose: Schmerzen lindern und Funktion erhalten

Da es sich bei der Arthrose um eine fortschreitende chronische Erkrankung der Gelenke handelt, ist das primäre Ziel jeder Therapie, Schmerzen zu lindern, noch vorhandene Knorpelsubstanz und die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu erhalten oder zu verbessern. Um das zu erreichen, stehen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zur Verfügung, gelenkschonender Sport, Physiotherapie sowie Massagen und andere physikalische Therapieformen (z. B. Wärmetherapie) sowie Gehhilfen (z. B. Gehstock, Rollator). All diese konservativen Therapieformen zahlt die Kasse, wenn der Arzt sie verordnet.

 

Was die gesetzliche Kasse chronisch Kranken bei Diabetes und Arthrose nur manchmal erstattet

Anwendung/Hilfsmittel

Kosten (ca.)

Kassenleistung?

Blutzuckermessgerät

Diabetes-Teststreifen

ab 10 €

50 Stück ab ca. 25 €

Für insulinpflichtige Diabetiker ja; für nicht insulinpflichtige nur unter bestimmten Umständen (z.B. für Berufskraftfahrer)

Insulinpumpe

3.000 bis 3.700 €

Für nicht insulinpflichtige Diabetiker nur unter bestimmten Umständen z.B. Neigung  zu schweren Hypoglykämien) und auf Antrag

Kniespiegelung (Knie-Arthroskopie)

750 €

Nein

Injektionen mit Kortikoiden oder Hyaluronsäure

50 € je Anwendung (Serie normalerweise 5 Anwendungen)

Nein. Mein Tipp: Wenn die Injektionen bei Ihnen bereits Erfolge gebracht haben, können Sie mit Unterstützung Ihres Arztes einen Antrag auf Übernahme formulieren

 

 

Kassen zahlen Kniegelenkspiegelung jetzt nicht mehr

Bis einschließlich März 2016 übernahm die Kasse auch die Kniegelenkspiegelung (sogenannte Knie-Arthroskopie, Kostenpunkt inkl. Narkose ca. 750 €), bei der Knorpel geglättet und loses Knorpelgewebe aus dem Gelenk gespült wird. Da der Nutzen gleich null ist, der Eingriff aber Risiken birgt, zahlen die Kassen nicht mehr. Von vielen Arthrosepatienten geschätzt, in der Regel von den gesetzlichen Kassen aber oft nicht gezahlt, sind Injektionen mit Hyaluronsäure und Glukokortikoiden (z. B. Kortison), die jeweils ca. 250 € je fünf Spritzen kosten. Beide Verfahren können bei manchen Patienten kurzfristige Linderung bringen. Wenn die genannten konservativen Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende Besserung mehr bringen, kann in Absprache mit Arzt und Klinik ein künstliches Gelenk implantiert werden, ebenfalls eine Kassenleistung.

Mein Tipp: Zum einen sollten Sie gerade als chronisch Kranker nicht zu früh aufgeben, wenn die Kasse etwas nicht zahlen will. Fragen Sie auch bei anderen gesetzlichen Krankenkassen nach, wie deren Leistungen für chronisch Kranke aussehen – eventuell kann Ihnen ein Kassenwechsel zum Erfolg verhelfen. Zum anderen sind die jährlichen Ausgaben für die Selbstbeteiligung (Zuzahlung zu Medikamenten und Behandlungskosten) für chronisch Kranke bei 1 % des Bruttoeinkommens gedeckelt. Für nicht chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei 2 % des Einkommens. Deshalb unbedingt die Quittungen sammeln!

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