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Die Wahrheit über Kalorien

Was Ihnen gegen überflüssige Pfunde wirklich hilft

Ehepaar kocht gemeinsam

© Picture-Factory - fotolia

Zwei Drittel aller Männer und mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig – sie schaffen es trotz Abnehm-Fahrplänen und Diätliteratur nicht, ihre Pfunde loszuwerden. Was läuft da verkehrt? Antworten auf diese Frage und praxisnahe Einblicke in die neuesten Erkenntnisse der Diät-Forschung erhielten wir von der Professorin Marion Nestle, Ernährungswissenschaftlerin und Soziologin an der Universität New York/USA.

Kann man seinen individuellen Kalorienbedarf feststellen?

Bei einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass nur jeder Elfte(!) in etwa wusste, wie viele Kalorien man täglich idealerweise verzehren sollte. Dann nutzt auch das Wissen über den Kaloriengehalt einzelner Lebensmittel wenig. Man kann sehr wohl den persönlichen Kalorienbedarf eines Menschen unter Laborbedingungen ermitteln, der individuelle Nutzen wäre allerdings eher gering. Besser ist es, man orientiert sich an Erfahrungswerten, wonach Männer zwischen 2.000 und 2.500 Kalorien pro Tag benötigen und Frauen 1.800 bis 2.300. Da der Energiebedarf mit dem Alter sinkt, zieht man von diesen Zahlen 20 % (bei über 50-Jährigen) bzw. 30 % (bei über 70-Jährigen) ab. Ein 75-jähriger Mann kommt demnach mit 1.400 bis 1.750, eine ebenso alte Frau mit 1.260 bis 1.610 Kalorien pro Tag aus.

Wenn die optimalen Bedarfswerte bekannt sind: Weshalb haben dann so viele Menschen Probleme, sich an sie zu halten?

„Kalorien“ ist für die meisten Menschen ein sehr abstrakter Begriff. Man kann sich nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Man kann sie nicht sehen, nicht schmecken, nicht abwiegen, man sieht nur im Nachhinein, was sie an Bauch und Hüfte anrichten. Natürlich gibt es umfangreiche Nährwerttabellen – aber wer setzt sich schon mit Waage und Taschenrechner an den Mittagstisch?! Es ist also nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen die Kalorienanzahl, die sie täglich zu sich nehmen, völlig unterschätzen – meist so um die 30 %!

Was ist die beste Methode, um herauszufinden, wie viele Kalorien man täglich einsparen muss, um tatsächlich abzunehmen?

Das ist eine ganz einfache Rechnung: Ein Pfund Körperfett entspricht rund 3.500 Kalorien. Wenn Sie täglich also 500 Kalorien weniger essen, haben Sie in einer Woche (7 Mal 500 = 3.500) ein Pfund abgespeckt, in zwei Wochen also ein Kilogramm. Um abzunehmen, müssen Sie Ihre Kalorienzufuhr mit Ihren körperlichen Aktivitäten ausbalancieren. Essen Sie mehr Früchte, Obst und Vollkornprodukte, und verzichten Sie eher auf Fleisch und Milchprodukte. Machen Sie um Fertiggerichte und Schnellimbisse einen gro- ßen Bogen. Und: Kontrollieren Sie täglich zur selben Stunde Ihr Gewicht. Die Personenwaage ist das wichtigste Hilfsmittel beim Abnehmen! Erfolgreiche Abspecker schwören darauf und kompensieren geringe Zunahmen sofort, indem sie weniger essen.

Weshalb verlieren manche Menschen schneller Gewicht als andere?

Manche verwandeln einen Teil der Kalorien, die andere als Fett ansetzen, in Körperwärme. Hinzu kommt noch, dass es Menschen gibt, die dauernd unwillkürlich mit dem Bein wippen oder mehr „herumzappeln“ als andere: 100 bis 800 Kalorien gehen auf das Konto solcher spontanen körperlichen Aktivitäten. Zudem spielen noch andere, bisher unbekannte Faktoren eine Rolle.

Ist Übergewicht eine genetische Veranlagung?

Sicher spielen die Gene eine Rolle, es kommt aber auch darauf an, ob man als Kind rund um die Uhr Zugang zu Nahrungsmitteln hatte oder ob es sie ausschließlich zu festgelegten Essenszeiten gab.

Was hilft noch beim Abnehmen?

Gründliches Kauen. Einer chinesischen Studie zufolge nehmen Menschen, die beim Essen einen Bissen vor dem Schlucken durchschnittlich 40 Mal durchkauen, 12 % weniger Kalorien zu sich als solche, die nur 15 Mal kauen. Die Forscher vermuten, dass sich bei Vielkauern das Sättigungsgefühl früher bemerkbar macht und sie deshalb weniger essen.

Was ist von „kalorienreduzierter Diät“ zu halten:

Nimmt man davon wirklich ab? Möglicherweise, jedoch gibt es ein großes Aber: Versuche an Ratten, Mäusen, Fruchtfliegen und anderen Tieren haben zwar gezeigt, dass eine geringere Kalorienzufuhr die Lebenszeit verlängern kann. Ob diese Erkenntnis allerdings auf den Menschen übertragbar ist, ist zu bezweifeln. Menschen mit der geringsten Sterblichkeit haben einen BodyMass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 24,9. Bei einem BMI unterhalb 18,5, also Untergewicht (was bei Konsumenten von kalorienreduzierter Kost oft beobachtet wird), steigt die Sterblichkeit stark an.

Meine Meinung: Kalorienreduzierte Kost ist weder gesund, noch macht sie Spaß.

Wie können wir sicher sein, dass wir mit unserer Nahrung genügend Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe zu uns nehmen?

Indem wir uns möglichst vielseitig ernähren, und zwar mit naturbelassenen, unverarbeiteten Lebensmitteln. Diese enthalten alle wichtigen Nähr- und Vitalstoffe in unterschiedlichen Mengen; in der Summe versorgen sie uns damit optimal

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