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Die 7 Lügen der Lebensmittelindustrie, die Ihre Gesundheit bedrohen

GESUNDE ERNÄHRUNG

Nachdenklicher Mann im Supermarkt

© stylephotographs - 123rf.com

Die deutsche Ernährungsindustrie hat 2015 einen Umsatz von rund 170 Mrd. Euro gemacht, davon etwa 113 Mrd. im Inland. Angesichts dieser immensen Summe verwundert es wenig, dass da jede Menge getrickst wird und wir Verbraucher gern und häufig über den Tisch gezogen werden. Dass uns oft mit unlauteren Machenschaften das Geld aus der Tasche gezogen wird, ist die eine Sache. Eine ganz andere ist es, wenn wir bewusst hinters Licht geführt werden und dadurch womöglich auch noch unsere Gesundheit gefährdet wird. Hier erfahren Sie, mit welchen Lügen die Lebensmittelindustrie Sie hinters Licht führen will.

Lüge 1: Etikettenschwindel: Wo kein Zucker drauf steht, ist trotzdem Zucker drin!

Natürlich wissen wir, dass zu viel Zucker nicht gesund ist. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse halten Zucker sogar für weit gefährlicher als Fett – zu Recht übrigens nach neuester Studienlage. Klar, wenn auf dem Lebensmitteletikett das Wort „Zucker“ auftaucht, wissen wir Bescheid: Hände weg bzw. mit Vorsicht und nicht zu oft genießen. Was aber, wenn da „Inulin“ steht, „Karamellsirup“, „Dextrose“ oder „Saccharose“? All das steht für bestimmte Zucker. Und die Liste der Zucker, die wir nicht auf Anhieb als Zucker erkennen, ist noch viel, viel länger! Und wenn Sie auf der anderen Seite Light-Produkte meiden wollen, weil Sie Zuckeraustauschstoffe wie Xylit (E 967) meiden, da diese Ihnen Darmprobleme verursachen – ob das wohl immer draufsteht? Mitnichten! Ein ganz neuer Trick besteht darin, „mit Birkenzucker“ draufzuschreiben. Birkenzucker ist nach Herstellerangaben zahnschonend, kalorienarm und dennoch „natürlich“. Schaut man hinter die Kulissen, so zeigt sich, dass „Birkenzucker“ nichts anderes ist als Xylit. Zahnschonend und kalorienarm ist er damit tatsächlich. Aber „natürlich“? Klar doch, die Vorstufe für Xylit – sogenannte Xylane – lassen sich aus Birken, aber auch aus Stroh, Maiskolbenresten und anderen Naturstoffen herstellen. Das ist in etwa so, als würde man Plastik als natürlich bezeichnen, weil es ja aus Erdöl hergestellt wird, das wiederum aus Jahrmillionen alten Pflanzenresten besteht!

Mein Rat: Werfen Sie einen Blick auf die Kohlenhydrat-Angabe. Hier ist auch alles enthalten, was zwar Zucker ist, aber nicht so heißt. Und anders herum: Wenn etwas süß schmeckt, der Wert unter „Kohlenhydrate“ aber niedrig oder null ist, stammt die Süße aus Zuckeraustauschstoffen wie Xylit!

Lüge 2: Trickserei bei den Portionen-Angaben: Eine „Portion“ ist gar keine normale Portion!

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was denn „eine Portion“ auf Verpackungen eigentlich meint? Gefühlt würden bei der Chipspackung viele vielleicht sagen, „So eine halbe Packung. Eine ganze Packung esse ich vor dem Fernseher immer mit meiner Frau zusammen“. Laut Hersteller hat eine Portion Chips aber gerade mal 30 g, die ganze Packung hingegen z. B. 175 Gramm. Probieren Sie’s mal auf der Küchenwaage aus: Wärend die paar mickrigen Chips um die 30 g für Sie eine Portion? Bei Speiseeis verhält es sich ähnlich: Im Verbrauchertest der NDR-Sendung „Markt“ nehmen sich ganz normale Bürger aus einer Großpackung eine Portion, die so zwischen ca. 100 und 150 g wiegt. Laut Herstellerangaben besteht eine Portion jedoch aus 45 bis 50 g. Kann es sein, dass dahinter System steckt? Selbstverständlich! Eine für uns „normale“ Portion würde je nach Lebensmittel viel zu viel Zucker, Salz und Kalorien enthalten, als dass wir die Packung guten Gewissens kaufen würden. Wenn man die Standardportion aber auf diese Weise herunterrechnet, wird das Ganze doch akzeptabel, oder? Den gleichen Trick wendet die Lebensmittelindustrie natürlich auch bei anderen Produkten an, Müsli zum Beispiel, Gummibärchen (10 Stück sind eine Portion!) oder Fruchtjoghurt.

Mein Rat: Schauen Sie nicht in die Rubrik „Portion“, sondern immer nur auf die Angabe unter 100 g bzw. 100 ml. Dann haben Sie stets den direkten Kalorienvergleich.

Lüge 3: Gammelfleisch wird Ihnen als appetitliches Frischfleisch untergejubelt

Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Fleischverpackungen im Supermarkt. Da steht oft „Unter Schutzatmosphäre verpackt“. Schutz, das klingt doch gut, oder? Das Fleisch wird in einer Kammer verpackt, in der sich eine Mischung aus sogenannten Packgasen – meist Sauerstoff mit Kohlendioxid oder Stickstoff – befindet. Das soll verhindern, dass Bakterien das Fleisch ungenießbar machen. Gewünschter Nebeneffekt: Das Fleisch bleibt saftig rot, auch dann, wenn es tatsächlich längst vergammelt und eigentlich doch schon ungenießbar ist.

Mein Rat: Werfen Sie bei verpacktem Fleisch immer einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum! Verpacktes Fleisch ein und derselben Sorte sieht farblich unterschiedlich aus? Wirkt es grau, hat offenbar die Schutzatmosphäre nichts gebracht: Liegen lassen!

Lüge 4: In Fruchtjoghurt sind gar keine Früchte drin!

Fruchtjoghurt, klingt wirklich gut. Joghurt verspricht viel Eiweiß, Frucht enthält viele Vitamine und ist damit natürlich gesund. Fruchtjoghurt „mit Früchten“ muss aber nicht mehr als 6 % Obst enthalten. Heißt es „Fruchtzubereitung“, reichen laut Gesetz sogar 3,5 %. Und steht auf der Verpackung „Fruchtaroma“, dürfen Sie gar kein Obst erwarten, lediglich Aromastoffe. Wenn findige Firmen mit „natürlichem Aroma“ auf der Packung werben, dann werden zur Herstellung beispielsweise Hölzer, Zellkulturen, Schimmelpilze und Bakterien genutzt. Und ein Blick aufs Etikett unter dem Stichwort „Kohlenhydrate“ verrät, dass meist auch noch jede Menge Zucker enthalten ist.

Mein Rat: Kaufen Sie lieber einen reinen Joghurt und schnippeln Sie selbst Früchte hinein. Selbst wenn Sie dann noch ein wenig Zucker dazugeben, ist’s allemal gesünder als der vermeintliche Fruchtjoghurt.

Lüge 5: Mineralwasser aus Plastikflaschen ist gesundheitlich unter Umständen eben doch bedenklich

PET-Flaschen sind praktisch, ohne Frage. Sie sind leichter als Glasflaschen und lassen sich am Automaten im Supermarkt prima in Bares zurückverwandeln. Doch sie enthalten hormonähnliche Substanzen, die ins Wasser übergehen – besonders bei langer Lagerung und unter Wärmeeinwirkung, etwa im heißen Kofferraum. Einer der Stoffe, der in Mineralwasser aus PET-Flaschen nachgewiesen wurde, heißt Bisphenol A. Viele Experten behaupten, dass die Konzentration zu gering sei, um uns zu schaden. Mag schon sein, wenn’s denn nur das Bisphenol A aus den PET-Flaschen wäre. Doch solche hormonähnlichen Substanzen, sogenannte „endokrine Disruptoren“, stecken auch in Cremedosen aus Plastik, Pflanzenschutzmitteln und sogar Einkaufsbons. Eine Auswertung von 1.300 Studien zum Thema ergab, dass das Zusammenwirken all dieser künstlichen Umwelthormone aller Wahrscheinlichkeit nach die Funktion der Schilddrüse stören, Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen und Übergewicht fördern kann. Hinweise auf diese Wirkungen gibt es schon eine ganze Weile. Doch wen stört das schon, wenn man mit diesen Produkten so schön viel Geld verdienen kann?

Mein Rat: Trinken Sie lieber Leitungswasser oder Mineralwasser aus Glasflaschen. Lagern Sie PET-Flaschen nicht in der Sonne, denn sie setzen bei hohen Temperaturen noch mehr Schadstoffe frei!

Lüge 6: Deutsches Fleisch ist keinesfalls vollkommen sicher

Zunächst der leider immer noch aktuelle Klassiker: Vor allem Geflügelfleisch – besonders, aber nicht nur, Tiefkühlgeflügel – wimmelt oft vor krankmachenden Bakterien. Ein echtes Gesundheitsproblem, das seit vielen Jahren bekannt ist. Und, hat sich was getan? Nein. Auch die Behörden können nichts daran ändern, warnen nur stets aufs Neue davor, für Fleisch und nicht zu garende Lebensmittel (z. B. Salat) das gleiche Messer, Schneidebrettchen etc. zu benutzen. Und – natürlich – raten sie dazu, vor allem Geflügelfleisch immer gut durchzugaren. Die neueste „Sauerei“ sind Hepatitis-E Viren in Schweinefleisch. Mit diesen Viren, die bei immunschwachen Patienten – häufig ältere Mitbürger! –, Leberkranken und Schwangeren zu einer tödlichen Leberentzündung führen können, sind rund 1,8 Mio. Schweine in deutschen Ställen infiziert, die geschlachtet und ganz normal vermarktet werden. Kein Wunder, dass sich die Zahl infizierter Menschen von 2014 auf 2015 fast verdoppelt, seit 2013 verdreifacht hat und bereits zu Todesfällen geführt hat. Und was tut das Bundesinstitut für Risikobewertung? Es rät ab vom Verzehr roher Fleischprodukte wie Mett und kurzgereifter Rohwürste und empfiehlt ansonsten, Schweinefleisch gut durchzugaren. Um es mit Miss Sophie aus „Dinner for one“ zu sagen: „Same procedure as every year, James!“.

Mein Rat: Kaufen Sie am besten direkt beim Schlachter Ihres Vertrauens oder im Bioladen.

Lüge 7: „Alkoholfrei“ heißt nicht null Prozent Alkohol

Wenn auf einem Bier „0,0 Prozent Alkohol“ steht, gehen wir davon aus, dass 0,0 auch wirklich „kein Alkohol“ bedeutet, oder? Bei manchen alkoholfreien Bieren ist das auch tatsächlich so. Ansonsten gilt das aber nur in der Welt der Mathematik. Denn für die Lebensmittelindustrie kann „alkoholfrei“ durchaus auch 0,02 bis 0,5 % Alkoholgehalt bedeuten. Wenn Sie sich nach ein paar Alkoholfreien ans Steuer Ihres Autos setzen, ist das kein Problem. Laut Expertenmeinung sind die Mengen nicht einmal für Schwangere ein Risiko. Gefährlich aber wird es für trockene Alkoholiker. Für die können diese wenigen Prozent bereits den Weg zurück in die Abhängigkeit bedeuten. Fair und gesund ist das jedenfalls nicht!

Mein Rat: Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) hat sich verpflichtet, dass Brauereien, die zum DBB gehören, künftig freiwillig auf den Restalkoholgehalt in alkoholfreiem Bier hinweisen. Zu den DBB-Brauern gehören unter anderen Bitburger, Krombacher, Radeberger und Warsteiner. Hat das Alkoholfreie nicht 0,0 %, so steht dort dann auf dem Etikett „Alk. < 0,5 % vol.“ oder eine ähnliche Formulierung.

 

 

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