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Bloß ein Wadenkrampf – oder ein lebensgefährlicher Gefäßverschluss?

Schmerzen in den Beinen

Mann mit Wadenkrampf

© Bazej Lyjak - 123rf.com

Wenn Sie jemals von einem Wadenkrampf kalt erwischt wurden, wissen Sie, wie entsetzlich schmerzhaft er sein kann. Doch ist es wirklich „nur“ ein Muskelkrampf? Oder steckt hinter den Schmerzen vielleicht etwas weniger Harmloses, ja womöglich Lebensbedrohendes? BENEFIT ging den Ursachen auf den Grund und erfuhr mehr über mögliche Auslöser von Beinschmerzen, deren Gefährlichkeit, ihre Unterscheidungsmerkmale und Therapiemöglichkeiten von Professorin Daniella Kadian-Dodov. Sie ist Ärztin und Gefäßspezialistin an einer New Yorker Klinik. Ihre Praxiserfahrungen haben wir für Sie in der folgenden Übersicht zusammengefasst

Schmerzen in den Beinen: Welche Ursachen können dahinterstecken – was ist zu tun?

Was ist es und wie fühlt es sich an?

Wadenkrampf Wadenkrämpfe treten typischerweise nach einer Überbeanspruchung auf, Ursache kann aber auch Flüssigkeitsmangel sein. Nebenwirkungen von Medikamenten, z.B. von Diuretika („Entwässerungstabletten“), kommen als Auslöser ebenfalls in Betracht. In seltenen Fällen kann ein Wadenkrampf sogar ohne ersichtlichen Grund – sozusagen aus heiterem Himmel – auftreten.

Was müssen Sie sofort tun – und was sind die nächsten Schritte?

Ein Wadenkrampf ist zwar unangenehm, aber in aller Regel harmlos. Meist hilft es, sich auf den Rücken zu legen und den Fuß des betroffenen Beins mit beiden Händen an sich zu ziehen (gegebenenfalls von einer Hilfsperson). Vorbeugend hilft folgende Übung: Stellen Sie sich mit durchgedrückten Knien hin, beugen Sie sich nach vorn und versuchen Sie, mit den Fingerspitzen Ihre Zehen zu erreichen. Halten Sie diese Position fünf Sekunden lang, bis Sie ein deutliches Ziehen in den hinteren Oberschenkelmuskeln spüren. Hinweis: Wenn Sie regelmäßig von Muskel oder Wadenkrämpfen geplagt werden, sollten Sie zum Arzt gehen.

Was ist es und wie fühlt es sich an?

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) Das ist eine sehr ernst zunehmende Erkrankung. Obwohl die Schmerzen oft nicht besonders stark sind, kann sie Ihr Risiko, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben, verdreifachen! Bei Patienten mit einer pAVK treten Krämpfe und Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung zunächst lediglich dann auf, wenn sie auf den Beinen sind. Im Liegen oder Sitzen verschwinden die Schmerzen innerhalb von zehn Minuten von selbst.

Was müssen Sie sofort tun – und was sind die nächsten Schritte?

Je früher Sie einen Arzt aufsuchen, desto besser sind die Therapiechancen. Die pAVK tritt fast immer infolge einer Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) auf, dieselbe gefäßverengende Erkrankung also, die auch Herzinfarkte und Schlaganfälle auslösen kann. Ihr Arzt wird zunächst den Blutdruck in Ihren Armen und Beinen messen. Weichen die Werte voneinander ab, wird er mit einem Ultraschallgerät oder MRT den Ort, das Ausmaß und die Ausdehnung der Gefäßverstopfung feststellen. Je nach Schweregrad kommen verschiedene Therapiemaßnahmen in Betracht: Ausschalten der Risikofaktoren wie z.B. Nikotin, zu hoher Blutzucker und Bluthochdruck, ferner gerinnungshemmende Medikamente, Aufweitung der Gefäße (z.B. durch Stents) sowie ein Bypass. Ganz wichtig: Sie müssen sich weiterhin bewegen, auch wenn das Gehen schmerzhaft ist.

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Was ist es und wie fühlt es sich an?

Tiefe Venenthrombose (TVT) Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefäßes, das im schlimmsten Fall zu dessen Verschluss führen kann. Alles, was hinter diesem Pfropf liegt, wird dann nicht mehr mit Sauer- und Nährstoffen versorgt – ein lebensbedrohlicher Zustand! Meist treten Thrombosen in den Bein und Wadenvenen auf, seltener in Arterien. Wenn ein Pfropf sich löst und mit dem Blutstrom wandert, kann er eine in 30 % der Fälle tödlich verlaufende Lungenembolie auslösen! Eine TVT ist heimtückischerweise nicht immer mit Schmerzen verbunden, doch wenn Schmerzen auftreten, können diese Ihr Leben retten. Achten Sie auf einen plötzlichen, pulsierenden und/oder stechenden Schmerz im Inneren Ihrer Wade, typischerweise kommt es zu einer TVT häufig nach einer längeren Phase der Unbeweglichkeit (z.B. Krankenhausaufenthalt, lange Flug- oder Autoreise)

Was müssen Sie sofort tun – und was sind die nächsten Schritte?

Wenn Sie erste Symptome einer TVT an sich feststellen, suchen Sie eine Notfall-Ambulanz oder einen Arzt auf. Dort wird man den Verdacht mittels Ultraschall abklären. Als Erstversorgung wird Ihnen Heparin injiziert, ein blutverdünnender Wirkstoff, der verhindert, dass der Pfropfen weiter an Umfang zunimmt. Nach zwei Tagen werden Sie meist auf Tabletten mit den blutverdünnenden Wirkstoffen Warfarin (Coumadin) oder Dabigatran (Pradaxa) umgestellt. Diese Medikamente müssen Sie etwa sechs Monate lang einnehmen. In dieser Zeit ist eine regelmäßige Kontrolle der Gerinnungswerte im Blut erforderlich. Bleiben die Risikofaktoren bestehen oder tritt eine erneute Thrombose bzw. Gerinnungsstörung auf, müssen die Medikamente auch lebenslang eingenommen werden. Für eine TVT sind folgende Risikofaktoren bekannt: Alter über 40, Übergewicht, familiärer Hintergrund und/oder Hormonersatztherapie. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie vor längeren Reisen Aspirin einnehmen oder Heparin injizieren bzw. Kompressionsstrümpfe tragen sollen. Allgemeine Vorbeuge-Tipps: Sie können einer TVT in gewissem Umfang vorbeugen. Wenn Sie viel sitzen, sollten Sie alle 20 bis 30 Minuten Ihre Knie durchdrücken und die Fußspitzen so weit wie möglich vom Körper wegstrecken. Diese Position kurz halten und dann bei weiterhin gestreckten Beinen die Fußspitzen möglichst nahe zu sich heranziehen.

 

 

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