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9 Legenden rund ums Abnehmen

Welchen können Sie trauen?

Paar isst Salat

© Luca Bertolli - 123rf.com

Ums Abnehmen – und Zunehmen – kursieren ungezählte Mythen, Geheimtipps und Vermutungen. Doch was davon trifft tatsächlich zu, und was gehört ins Reich der Märchen und Sagen? BENEFIT hat´s nachgeprüft.

1. Legende: Hunger ist immer ein Zeichen dafür, dass man etwas essen sollte

Tatsache ist: Der Körper sendet auch dann Hunger-Signale, wenn er zu wenig Flüssigkeit bekommt, wenn Sie zu wenig geschlafen haben oder wenn Sie sich geärgert haben, frustriert oder schlecht gelaunt sind – selbst dann, wenn Sie kurz zuvor gegessen haben, satt sind und gar nichts essen sollten.

Mein Tipp: Wenn der Hunger kommt

obwohl Sie eigentlich satt sein müssten: Trinken Sie ein großes Glas Wasser, Tee oder stark verdünnten Fruchtsaft. Das besänftigt das Hungerfühl ohne überflüssige Kalorien.

2. Legende: Was man nachts isst, macht doppelt dick

Tatsache ist: Wenn Sie nachts an den Kühlschrank gehen, schadet das Ihrer Figur nicht mehr, als wenn Sie tagsüber essen. Dennoch ist es besser, Ihren Energiebedarf durch mehrere kleine Mahlzeiten alle zwei bis drei Stunden über den Tag verteilt zu decken, das stabilisiert Ihren Blutzuckerspiegel und hält Sie über den Tag gesättigt und fit.

Noch ein Tipp: Wenn Sie schon nachts den Kühlschrank plündern müssen, bleiben Sie unter 200 Kalorien! Die werden dann noch in der Nacht bzw. am Morgen verbraucht und setzen nicht an.

3. Legende: Wer sich viel bewegt oder Sport macht, um abzunehmen, ist immer erschöpft

Tatsache ist: Hat man erst mal am eigenen Körper gespürt, was regelmäßige Bewegung bewirkt, macht man gern weiter – man bleibt fit, leistungsfähig und gesund. Körperliche Fitness sorgt für zuvor nicht gekannte Energien, beugt Müdigkeit und Abgeschlagenheit vor, erzeugt ein besseres Körpergefühl, mehr Bewegungssicherheit, mehr Selbstvertrauen und hilft nicht zuletzt dabei, Stress abzubauen.

4. Legende: Abzunehmen ist schwerer, als gar nicht erst zuzunehmen

Tatsache ist: Von zehn Menschen, die eine Diät machen, erreichen neun hinterher ganz schnell wieder ihr altes Gewicht. Kein Wunder, denn wer am Ende einer Diät wieder zu seinen früheren Essgewohnheiten zurückkehrt, nimmt schnell wieder zu. Was viele nicht bedenken: Der dann schlankere Körper benötigt weniger Kalorien als zuvor! Wenn die Diät nicht genügend Eiweiß enthielt, haben Sie bestimmt auch Muskelmasse verloren. Kontraproduktiv, denn Muskeln verbrennen viele Kalorien, weniger Muskeln bedeuten also mehr Fettansatz!

Mein Tipp: Zu jeder Diät gehört anschließend auch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils! Vertrauen Sie keiner Diät, die diese „Nachsorge“ nicht berücksichtigt. Halten Sie durch, und kontrollieren Sie jeden Tag zur selben Uhrzeit Ihr Gewicht.

 

5. Legende: Körperliche Aktivitäten sind große Zeitdiebe

Tatsache ist: Um sein Gewicht zu halten, reichen oft schon 20 bis 40 Minuten an vier bis fünf Tagen der Woche. Wenn Sie durch Bewegung abnehmen möchten, sollten Sie sich 45 bis 60 Minuten pro Tag dafür Zeit nehmen.

Mein Tipp: Sie müssen Ihr Übungsprogramm nicht am Stück absolvieren, sondern können es ebenso gut auf mehrere, z. B. 10-minütige Etappen, verteilen, die Sie dann einschieben, wenn Sie Gelegenheit und Lust dazu haben.

6. Legende: Wer seine Bauchmuskeln trainiert, bekommt einen flachen Bauch und starke Bauchmuskeln

Tatsache ist: Wenn Sie beispielsweise Übungen zur Stärkung Ihrer Oberschenkel machen, hat das keinen Einfluss auf die Anzahl der Fettzellen an Ihren Oberschenkeln. Und wenn Sie tagtäglich 100 Bauchmuskel-Übungen durchführen, werden Sie dennoch nie den straffen, flachen Bauch bekommen, den Sie sich erträumen. Die Muskeln nehmen zwar an Masse zu, die Fettzellen verschwinden aber dennoch nicht.

Mein Tipp: Wenn der Körper durch Muskelarbeit Fett verliert, verliert er es am ganzen Körper gleichmäßig – unabhängig davon, welche Muskeln Sie beanspruchen. Zu einem Abnehm-Programm gehören immer eine entsprechende Ernährung, ausreichend Schlaf sowie ein individuell abgestimmter Fitness-Plan.

7. Legende: Kohlenhydrate sollte man nur dann essen, wenn man sportlich aktiv ist

Da ist was dran! Diese Legende beruht auf der Vorstellung, dass Kohlenhydrate die bevorzugte Energiequelle des Körpers sind und man Sie deshalb nicht zu sich nehmen sollte, wenn man inaktiv ist, also beispielsweise vor einem Fernsehabend. Wer aber abends noch seine Runde laufen will oder ins Fitness-Studio geht, braucht Kohlenhydrate als „Treibstoff“.

Mein Tipp: Wer den Abend eher sitzend verbringt, ist mit einem eiweißreichen Abendbrot (z. B. Hüttenkäse, Eiweiß-Shake) besser bedient. Studien haben gezeigt, dass eine regelmäßige Eiweiß-Mahlzeit am Abend eine äußerst sinnvolle Maßnahme ist, den Körper zwischen Abend und Frühstück in Form zu halten, ohne Fettpolster anzusetzen.

8. Legende: Eine Saftkur entgiftet den Körper und erneuert die Stoffwechselabläufe

Tatsache ist: Unser Stoffwechsel ist extrem intelligent, er verfügt über natürliche Entgiftungsmechanismen, die beim gesunden Menschen rund um die Uhr aktiv sind. Tatsächlich verlieren Diätler, die eine Saftkur machen, an Gewicht. Doch nicht, weil irgendwelche geheimnisvollen Inhaltsstoffe aus den Obst- und Gemüsesäften die Giftstoffe aus dem Stoffwechsel schwemmen, sondern weil man bei einer Saftkur automatisch weniger Kalorien zu sich nimmt als bei normaler Ernährung. Das Problem auch hier: Nach der Saftkur wird meist wieder gegessen wie zuvor – sehr zur Freude der Fettzellen!

9. Legende: Alle Kohlenhydrate machen dick

Tatsache ist: Viele Diäten, speziell die so genannten Low-Carb-Diäten, verteufeln die Kohlenhydrate generell als Dickmacher. Ein Missverständnis, denn nicht die Kohlenhydrate per se machen dick, sondern weil es uns schwerfällt, deren Portionsgrößen zu kontrollieren. Denn Nahrungsmittel mit vielen Kohlenhydraten sind meist süß, lecker und appetitanregend.

Mein Tipp: Anstatt nun möglichst viele Kohlenhydrate vom Speiseplan zu verbannen, sollten Sie darauf achten, die richtigen Kohlenhydrate in den richtigen Mengen zu essen, beispielsweise Vollkornnudeln oder Vollkornbrot. Jede Scheibe sollte nicht mehr als 100 Kalorien und mindestens 3 Gramm Rohfaser enthalten. Stärkehaltige Lebensmittel sollten nicht mehr als ein Viertel Ihres Tellers füllen. Eine Nudelportion sollte in eine Tasse passen, eine Kartoffelportion sollte etwa die Größe einer Computer-Maus haben – dann sind Sie auf der sicheren Seite.

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