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5 Krebs-Risiken, die wahrscheinlich nicht einmal Ihr Arzt kennt

Krebs-Risiko

Arzt gibt was in seinem Computer ein

© daizuoxin - 123rf.com

Wer nicht raucht und erblich nicht entsprechend vorbelastet ist, rechnet nicht unbedingt damit, an Krebs erkranken zu können. Zumindest nimmt er an, dass sein Krebs-Risiko weit unter dem Durchschnitt liegt. Was derjenige allerdings außer Acht lässt: Zwar sind die häufigsten Auslöser für eine Krebs-Erkrankung hinreichend bekannt (genetische Prädisposition, Kontakt mit krebserregenden Substanzen, ungesunder Lebensstil), doch darüber hinaus gibt es einige weit verbreitete Erkrankungen, die das Krebs-Risiko signifikant erhöhen.

Leider erkennen viele Ärzte keinen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und einem damit einhergehenden erhöhten Krebs-Risiko. Deshalb sehen sie sich auch nicht veranlasst, entsprechende Tests bzw. Therapien zu verordnen, die das Krebs-Risiko in Schach halten. Zum Schaden ihrer Patienten! Welche Erkrankungen Ihr Krebs-Risiko nachgewiesenermaßen erhöhen, erfuhr BENEFIT von Dr. Lynne Eldridge, ehemalige Allgemeinmedizinerin und heute spezialisiert auf Krebs-Vorsorge an der University of Minnesota

Was die Forschung heute über den Zusammenhang zwischen Krankheiten und KrebsRisiko weiß und welchen Nutzen Sie daraus ziehen können

Diabetes mellitus

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel lässt unbehandelt nicht nur das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko ansteigen, sondern kann auch Nervenschä- den, Nierenversagen, Erblindung und Krebs auslösen.

Das Ergebnis einer Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Current Diabetes Reports veröffentlicht wurde: Wenn der HbA1c-Wert um 1 % ansteigt – ein Langzeit-Blutzucker-Parameter –, steigt das Krebs-Risiko um 18 %! In anderen Studien wurde festgestellt, dass Diabetes mellitus das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 94 % ansteigen ließ, das DarmkrebsRisiko um 38 % sowie das Brust- und Blutkrebs-Risiko um 15 bis 20 %.

Wenn der Arzt bei Ihnen Diabetes mellitus diagnostiziert hat, sollten Sie nicht nur regelmäßig an den üblichen und kostenfreien Krebsvorsorge-Checks teilnehmen, sondern auch Ihre Bauchspeicheldrüse regelmäßig untersuchen lassen. Ihr Arzt kann dazu eine Ultraschall-Untersuchung des Magens und Darms vornehmen. Wichtig sind eine korrekte Einstellung und regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels sowie nach Maßgabe des Arztes Korrekturen an der Dosis der verordneten Medikamente, die Sie gegen Ihre Diabetes einnehmen bzw. spritzen.

Helicobacter-pylori Infektion

Diese Bakterie kann eine Magenschleimhautentzündung sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre verursachen, in deren Folge auch Krebs auftreten kann.

Eine Infektion mit diesem Magenkeim erhöht das Magenkrebs-Risiko um das Zehnfache! Eine Liquidierung des Erregers mit Antibiotika und Säureblockern ist die Behandlung der Wahl, sie senkt dass Magenkrebs-Risiko jedoch lediglich um 35 %, weil auch danach noch entzündliche Prozesse nicht ausgeschlossen werden können.

Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab, denn Rauchen ist der Hauptgrund für die Entstehung von Entzündungsherden im gesamten Organismus. Wenn Sie an einer Magenschleimhautentzündung bzw. an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür erkrankt sind, bitten Sie Ihren Arzt, einen Helicobacter-Test vorzunehmen. Dieser wird am verlässlichsten mithilfe eines Atemtests oder einer Stuhlprobe durchgeführt.

Reizdarm-Syndrom

Das Reizdarm-Syndrom ist gekennzeichnet von Bauchkrämpfen, Blähungen, Verstopfungen, blutigem Durchfall und macht sich mit heftigen Magen-DarmBewegungen unangenehm bemerkbar. Die Ärzte unterscheiden zwischen der Colitis ulcerosa des Dick- und Mastdarms sowie der Autoimmunerkrankung Morbus Crohn, die den gesamten Magen-Darm-Trakt in Mitleidenschaft zieht. Beide Formen erhöhen Ihr Krebs-Risiko.

Patienten mit Colitis ulcerosa haben ein um 93 % höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, bei Morbus-Crohn-Patienten ist das Risiko um 45 % erhöht – so eine im Fachmagazin Digestive Diseases and Sciences veröffentlichte Studie. Die Symptome können in größeren Zeitabständen von fünf bis zehn Jahren immer mal wieder aufflammen, was Hausärzte dazu verleitet, sie zu bagatellisieren und die Erkrankung nicht oder nur unzureichend zu therapieren

Gehen Sie zur Darmkrebsvorsorge. Von den gesetzlichen Kassen werden die Kosten übernommen ab einem Alter von 50 (Stuhltest, jährlich) bzw. ab 56 Jahren (Darmspiegelung, danach erneut nach zehn Jahren) – bei Risikopatienten auch sehr viel früher. Wenn die Erkrankung in Ihrer direkten Verwandtschaft (Eltern, Geschwister, Kinder) aufgetreten ist, sollten Sie Ihren Arzt bitten, Sie alle zwei Jahre an einen Gastroenterologen zur Darmkrebsvorsorge zu überweisen.

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Eisenspeicherkrankheit

Sie ist eine überwiegend erblich bedingte Erkrankung, auch Hä- mochromatose genannt, die etwa bei einem von 200 Menschen auftritt. Ursache ist eine Resorptionsstörung, bei der der Organismus zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt und in Leber, Herz, Gelenken und Bauchspeicheldrüse einlagert. Hierdurch erhöht sich das Krebs-Risiko, speziell das für Leberkrebs. Eine zweite Form dieser Erkrankung tritt nach einer Hepatitis-B- bzw. -C-Erkrankung oder Alkoholabusus auf.

Im Journal of Internal Medicine wird von einer Studie mit mehr als 8.000 Teilnehmern berichtet, in der bei Hämochromatose-Patienten eine Erhöhung des Krebs-Risikos um das Vierfache festgestellt wurde. Hämochromatose kann immer dann vermutet werden, wenn die Erkrankung in der Familie bereits aufgetreten ist oder wenn nahe Verwandte vor dem 50. Lebensjahr am Herzen erkrankt sind oder wenn Sie an sich die typischen Symptome entdecken (z. B. Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Unterleibsbeschwerden oder eine Bronzefärbung Ihrer Haut).

Bitten Sie Ihren Arzt, einen so genannten Serum-Ferritin-Test durchzuführen, eine Bestimmung Ihres Eisenlevels im Blut. Bei zu viel Eisen im Blut kann Ihr Arzt dies einfach dadurch korrigieren, indem er Ihnen regelmäßig Blut abzapft, bis der Eisengehalt im Blut wieder den Normalbereich (50 bis 160 µg/dl) erreicht hat. Anschließend wird er Sie je nach Bedarf drei- bis viermal pro Jahr zur Ader lassen. Kommt ein Aderlass nicht in Betracht (z. B. wegen Herzinsuffizienz), kann das Eisen mittels Deferoxamin über Urin und Stuhl ausgeleitet werden

Darmpolypen, die bei entfernten Verwandten diagnostiziert wurden

Viele meinen, dass die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken, nur dann besonders groß ist, wenn ein sehr naher Verwandter (Elternteil, Geschwister oder Kind) daran erkrankt war oder ist

Neueste Forschungen belegen jedoch, dass Ihr Krebs-Risiko bereits dann erhöht ist, wenn bei einem direkten Verwandten lediglich ein Adenom, also eine frühe Vorstufe des Darmkrebses, entdeckt wurde. Das Fachblatt Annals of Internal Medicine berichtet, dass in diesem Fall das Darmkrebs-Risiko um das Vierfache erhöht ist.

Lassen Sie eine Darmspiegelung möglichst zehn Jahre vor dem Alter machen, in dem bei Ihrem Verwandten ein Adenom festgestellt wurde. Anschließend empfiehlt sich eine Darmuntersuchung je nach Befund alle fünf bis zehn Jahre. So verhindern Sie sicher, dass sich aus einem Adenom ein Darmkrebs entwickeln kann

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