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Schmerzen: Neue Therapieansätze gegen Migräne

Hilfe für Langzeitbetroffene von Migräne

Migräne

Die meisten der ca. 9,5 Millionen Deutschen, die regelmäßig unter Schmerzen von Migräne zu leiden haben, versuchen ihr Leiden mit freiverkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke zu lindern.

Doch diese zeigen nicht immer die erhoffte Wirkung bei Migräne. Wissenschaftler haben jetzt neue, hochwirksame Therapien zur Bekämpfung dieser Schmerzen entwickelt.

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen vertreibt die Schmerzen bei Migräne

Mit Migräne bezeichnet man mittlere bis schwere Schmerzen, die typischerweise von einer Kopfhälfte ausstrahlen. Hinzu kommen bei Migräne Symptome wie Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen. Über die genaue Ursache von Migräne gibt es bisher lediglich Vermutungen. So gehen viele Mediziner davon aus, dass sich bei den Schmerzen Arterien im Gehirn erweitern und/oder entzünden und dadurch Schmerzrezeptoren aktivieren. Die bisher zur Migräne-Behandlung eingesetzten rezeptpflichtigen Medikamente mit dem Wirkstoff Sumatriptan (Handelsname: Imigran) verhindern die Reaktion der Schmerzrezeptoren und veranlassen gleichzeitig, dass sich die erweiterten Arterien bei Schmerzen wieder zusammenziehen. Jedoch haben bei Migräne diese so genannten Triptane keinerlei Einfluss auf das Entzündungsgeschehen in den Arterien.

Der neue Behandlungsansatz bei Migräne kombiniert den Wirkstoff Sumatriptan mit einem rezeptfreien und entzündungshemmenden Arzneimittel, einem so genannten nichtsteroidalen Antiphlogistikum (z.B. Naproxen, Ibuprofen, Acetyl-Salicylsäure oder Diclophenac). In einer Studie mit über 1.100 Migräne-Patienten wurde eine Hälfte bei Schmerzen mit der Kombination aus Sumatriptan plus Naproxen behandelt, die andere Hälfte erhielt ein Placebo. Ergebnis: Zwei Stunden nach der Einnahme waren 50 Prozent der Kombinations-Gruppe frei von Schmerzen durch Migräne, in der Placebo-Gruppe waren es nur 16 Prozent.

Wichtig: Die nichtsteroidalen Antiphlogistika sollten bei Migräne wegen möglicher Nebenwirkungen nicht länger als vier Tage hintereinander eingenommen werden. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben oder bereits mit Magengeschwüren zu tun hatten, sollten Sie vor der Einnahme unbedingt Ihren Arzt fragen.

Eine weitere, oft unbeachtete Ursachen für Migräne

Als Embryo und Säugling besteht zwischen unserer linken und rechten Herzkammer eine Öffnung, das so genannte Foramen ovale. Mit der Ausbildung der Lunge verliert es seine Funktion und wächst in den ersten Lebenstagen oder -wochen zu. Studien haben allerdings ergeben, dass sich die Öffnung bei ca. 18 Prozent der Erwachsenen nicht vollständig geschlossen hat. Wissenschaftler vermuten nun, dass bei den Betroffenen kleine Blutknötchen, die normalerweise bei der Lungenpassage aufgelöst würden, die Lunge durch diese Öffnung umgehen und in die Blutgefäße des Gehirns eindringen und dort die oben beschriebenen Schmerzen auslösen. Die Mediziner sehen sich zu dieser Vermutung über Migräne veranlasst, weil Patienten, die sich zu einem chirurgischen Eingriff zur Schließung der Öffnung entschlossen hatten, anschließend signifikant weniger Probleme mit Schmerzen bzw. Migräne haben. Diese Beobachtung für Migräne soll jetzt durch weitere Untersuchungen untermauert werden.

Ausreichender Schlaf verhindert Migräne und deren Schmerzen

Wer schlecht schläft, hat ein erhöhtes Risiko für Migräne. Ärzte führen diese Beobachtung auf den gestörten Biorhythmus der Betroffenen zurück. Daher sollten Migräne-Patienten mit starken Schmerzen auf eine Optimierung ihrer Schlafgewohnheiten wert legen. In einer Studie der Universität North Carolina wurden 147 mit chronischen, täglichen Schmerzen (so genannte transformierte Migräne) angewiesen, ihre Schlafgewohnheiten zu verbessern, z.B. indem diese sich einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus antrainierten, d.h. tagtäglich immer zur selben Zeit ins Bett gingen und morgens immer zur selben Zeit aufstanden (auch am Wochenende). Nach wenigen Wochen berichteten 29 Prozent der Teilnehmer von einer wesentlichen Verringerung der Schmerzen durch Migräne und 40 Prozent von einer wesentlichen Abnahme der Intensität der Schmerzen

Magnetfelder unterdrücken die Schmerzen

Etwa jeder fünfte Migräne-Patient wird ca. 20 bis 30 Minuten vor einem Anfall von Empfindungsstörungen heimgesucht, sieht z.B. Zickzack-Linien oder verspürt ein Kribbeln in den Gliedmaßen, bevor die Schmerzen bei Migräne eintreten. Diese Betroffenen von Migräne sprechen gut auf die so genannte transkraniale Magnetstimulation (TMS) an. Dabei werden mithilfe einer kleinen Magnetspule, die auf die Stirn aufgesetzt wird, die magnetische Aktivität des Gehirns beeinflusst und die Empfindungsstörungen bei Migräne unterbunden. In einer Studie an 201 Migräne-Patienten waren 39 Prozent zwei Stunden nach einer TMS-Behandlung frei von Schmerzen, gegenüber 22 Prozent in einer unbehandelten Kontrollgruppe. Die TMS wird erfolgreich auch zur Behandlung von Depressionen angewendet, unerwünschte Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Neue Entwicklungen gegen Migräne

Die bereits erwähnten Triptane gegen Migräne und Schmerzen gibt es sowohl als Tabletten, als auch als Injektionslösung und Nasenspray. Diese Anwendungsformen gegen Migräne haben jedoch gewisse Nachteile (hohe Dosierung, unbequeme Anwendung, übler Geschmack, unangenehmes Gefühl im Hals) die man mit einem neuen Produkt gegen die Schmerzen umgehen möchte. Es handelt sich dabei um ein Sprühpulver gegen die Schmerzen bei Migräne, das über die Nasenschleimhäute appliziert wird. Marktreif wird das Pulver gegen Migräne allerdings erst in ein paar Jahren sein.

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