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Die besten Strategien gegen Ihre Kopfschmerzen

Wie Sie es im Kopf wieder aushalten

Kopfschmerzen können unerträglich sein

Kaum eine Schmerzart ist so verbreitet wie der Kopfschmerz. Die Schmerzskala reicht dabei von unangenehm bis unerträglich.

Dennoch quälen sich viele Menschen über Jahre und Jahrzehnte mit ihnen herum. Manche gehen gar nicht mehr zum Arzt – auch deshalb, weil niemand ihnen bisher helfen konnte. Andere versorgen sich selbst mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln aus der Apotheke – und nehmen damit Abhängigkeit und riskante Nebenwirkungen in Kauf. Dabei gibt es neben den synthetischen Schmerzmitteln auch höchst wirksame natürliche Mittel und Strategien gegen das Gewitter im Kopf. BENEFIT nennt Ihnen Alternativen zu den Pharma-Pillen. Um die richtigen Maßnahmen treffen zu können, sollten Sie sich zunächst über die Art Ihrer Kopfschmerzen klar werden. Dabei hilft Ihnen unser Selbsttest auf Seite 3. Mit ihm können Sie zuverlässig feststellen, ob Sie unter Spannungskopfschmerzen, Migräne, Schmerzmittel- oder Cluster-Kopfschmerzen leiden. Unserer großen Tabelle (unten) entnehmen Sie bitte, was Ihnen bei den genannten Kopfschmerzen helfen kann.

Mein Tipp: Oft haben Patienten eine endlose Odyssee hinter sich, bis sie schließlich einen Arzt finden, der ihnen wirklich helfen kann. Ersparen Sie sich diese zusätzliche Tortur. Fragen Sie entweder Ihre Krankenkasse nach niedergelassenen Kopfschmerzexperten in Ihrer Nähe bzw. der Kopfschmerzambulanz einer Klinik oder wenden Sie sich an die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (Anschrift Lieber Leser-Brief-Rückseite).

Wirksame Tipps, damit Sie’s im Kopf wieder aushalten

Sie leiden unter

Dann können Ihnen diese Maßnahmen helfen

Spannungs-Kopfschmerzen

Das können Sie selbst tun: Schalten Sie ab, ruhen Sie sich aus und entspannen Sie sich. Dabei helfen Ihnen ein warmes Bad oder kühle Kompressen. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga sowie kalte Arm- oder Fußbäder wirken zusätzlich entspannend. Überlegen Sie, woher Ihre Schmerzen kommen könnten: Lastet ein Druck oder eine schwere Verantwortung auf Ihnen? Sitzen Sie bei der Arbeit entspannt oder sind Wirbelsäule, Kopf oder Nacken häufig in einer unnatürlichen Position? Wie ist die Beleuchtung am Arbeitsplatz? Ist Ihr Computer Bildschirm optimal eingestellt? Bekommen Sie ausreichend Schlaf?

So kann Ihr Arzt helfen: Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen wirken meist zuverlässig. Sie sollten diese aber wegen der Nebenwirkungen nur kurzfristig und niemals auf Dauer einnehmen. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen kann Ihr Arzt Ihnen auch Medikamente verschreiben, die sonst nur bei Depressionen, Rheuma- und Tumorschmerzen eingesetzt werden, die so genannten trizyklischen Antidepressiva (z.B. Imipramin, Clomipramin). Sie machen nicht abhängig, müssen aber vom Arzt genau eingestellt werden.

Was außerdem hilft: Sind die Schmerzursachen Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, helfen krankengymnastische Übungen oder Massagen. Ihr Arzt kann Ihnen diese verschreiben. Mit einem regelmäßig betriebenen Ausdauertraining können Sie Spannungskopfschmerzen auf Dauer vertreiben. Als Sportarten kommen dazu in Betracht: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking.

Migräne

Das können Sie selbst tun: Auch hier helfen Ruhe und Entspannung. Kühle Tücher, eine Liege in einem abgedunkelten, ruhigen Raum bringen bei akuten Anfällen häufig Linderung. Versuchen Sie, die Auslöser Ihrer Migräneanfälle dingfest zu machen. Das können Nahrungsmittel wie Käse, Schokolade, Rotwein oder Zitrusfrüchte ebenso sein wie Stresssituationen, Ermüdung oder ein Wetterwechsel. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, in das Sie die Attacken und deren mögliche Auslöser eintragen. Probieren Sie bei akuten Anfällen auch dieses: Trinken Sie eine Tasse starken Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone. Auch Tigerbalsam oder Pfefferminzöl aus dem Reformhaus bringen Erleichterung, wenn Sie dieses auf Schläfen oder Nacken verreiben. Kontakt mit Schleimhäuten vermeiden! Mit Akupressur können Sie sofortige Linderung erzielen. Wie’s geht, steht in der BENEFIT Ausgabe April 2006 auf Seite 10.

So kann Ihr Arzt helfen: Die rezeptfreien Schmerzmittel helfen Migräne-Patienten nur selten. Zudem gelangen Sie wegen des häufig mit Migräneanfällen verbundenen Erbrechens nicht an ihren Wirkungsort. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, kann Ihr Arzt Ihnen ein Antiemetikum verschreiben, das den Brechreiz ausschaltet. Nehmen Sie es ca. 15 Minuten vor dem Schmerzmittel ein. Das häufig verschriebene Ergotamin (z.B. in Angionorm, Agit) ist wegen seiner Nebenwirkungen (Durchblutungsstörungen, Kopfschmerz(!)) nicht empfehlenswert. Sehr effektiv wirken die Triptane (z.B. in Naramig, Asco Top), sie dürfen aber bei hohem Blutdruck, Schlaganfall- oder Herz-Kreislauf-Patienten nicht verordnet werden, da sie die Blutgefäße verengen.

Was außerdem hilft: körperliche Aktivität, Biofeedback-Therapie, Akupunktur, Homöopathie (z.B. Gelsemium, Magnesium Phosphoricum). Versuchen Sie darüber hinaus eine Nahrungsergänzung mit einem Magnesium-Präparat (600 mg täglich) über mindestens 12 Wochen sowie mit einem Vitamin-B-Präparat, das alle B-Vitamine enthält. Auch Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Fischöl-Kapseln) verringern die Frequenz der Migräne-Attacken.

Schmerzmittel-Kopfschmerz

Das können Sie selbst tun: Die Dauereinnahme von Schmerzmitteln schädigt nicht nur Leber und Nieren, sondern kann zu zusätzlichen Kopfschmerzen führen. Wenn Sie Schmerztabletten oder -zäpfchen an mehr als 10 Tagen im Monat anwenden, kann das bei Ihnen einen Medikamentenkopfschmerz auslösen. Konsultieren Sie in diesem Fall unbedingt Ihren Arzt.

So kann Ihr Arzt helfen: Er kann Ihre Medikamente austauschen bzw. in Menge und Einnahmefrequenz neu einstellen mit dem Ziel, Ihren Schmerzmittelkopfschmerz zu lindern oder ganz abzuschalten. Dabei sind von Ihnen allerdings Selbstdisziplin und Geduld gefordert.

Cluster-Kopfschmerz (täglich auftretende Schmerzen, vor allem im Bereich der Augenhöhlen und Schläfen nahezu unerträglich)

Das können Sie selbst tun: Eine Selbstbehandlung ist schon deshalb nicht möglich, da die üblichen Schmerzmittel keine Wirkung zeigen.

So kann Ihr Arzt helfen: Sumatriptan, eigentlich ein Mittel gegen Migräne, hilft bei akuten Anfällen, wenn es unmittelbar unter die Haut gespritzt wird. Ebenso hilfreich ist eine Sauerstoffbeatmung (7 Liter 100 prozentigen Sauerstoff pro Minute 5 bis 15 Minuten lang einatmen). Stellen sich die Anfälle regelmäßig zu bestimmten Tageszeiten ein, können Ergotamin- Zäpfchen die Attacke mildern (1 bis 2 Stunden vorher anwenden). Achtung: Gefahr von Nebenwirkungen (siehe unter „Migräne“)!

Was außerdem hilft: Halten Sie einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus ein. Bei manchen Patienten hilft zusätzlich Akupunktur. Erfahrungsaustausch mit Selbsthilfegruppen suchen, z.B. unter www.clusterheads.de, Kontakt Deutschland Nord: 04144-2339233, Süd: 09178-90835, West: 0175-8750683, Ost: 0174-9770010, Notfall-Tel.: 0174- 2931343.

 

 

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