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Kniegelenke stärken und anderen Gelenkbeschwerden vorbeugen

Meniskus- und Arthroseschäden wirksam vorbeugen

Kniegelenke

Das Knie ist das größte Gelenk in unserem Körper. Es ist ständig Druck-, Zug- und Beschleunigungskräften ausgesetzt. Beim Treppensteigen trägt es das Vierfache unseres Körpergewichts, bei einer Kniebeuge das 7,5-Fache.

Es kann sogar kurzzeitig ein Gewicht von anderthalb Tonnen stützen! Doch immer mehr Menschen haben Probleme mit ihren Knien: 20 Millionen Deutsche klagen über schmerzende, entzündete oder gar geschwollene Knie, bei den über 50-Jährigen haben sogar 75 Prozent Probleme mit diesem Gelenk. BENEFIT geht den Ursachen auf den Grund und zeigt, wie Sie sich auch im Alter Ihre Kniegesundheit erhalten und weiterhin mobil sein können. Eine der Hauptursachen für Kniebeschwerden ist unsere bewegungsarme Lebensweise, die eine Schwächung der stabilisierenden Muskulatur nach sich zieht. Doch auch Übergewicht schadet den Kniegelenken, indem diese laufend überbeansprucht werden und schneller abnutzen.

6 Übungen, mit denen Sie Ihre Kniegelenke fit halten

Die folgenden Übungen nach Prof. Joachim Grifka (Lehrstuhl für Orthopädie, Asklepios-Klinikum Bad Abbach) dienen der Stärkung Ihrer Muskulatur und Bänder im Kniebereich. Wichtig: Die Übungen sollen anstrengen, aber keine Schmerzen verursachen. Wenn’s schmerzt, stellen Sie die Übung sofort ein und streichen sie aus Ihrem Programm.

Die folgenden Übungen führen Sie zweimal täglich durch:

1. Übung

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und ziehen Sie abwechselnd die Zehen nach oben (Fersen bleiben am Boden), dann die Fußfläche wieder aufsetzen und die Fersen (Zehen bleiben am Boden) nach oben ziehen usw. Wiederholung: 10-mal

2. Übung

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und klemmen Sie ein mittelschweres Buch zwischen Ihre Füße. Heben Sie das Buch an und strecken dabei die Knie. 5 Sekunden lang halten, dann absenken und 10 Sekunden lang ausruhen. Wiederholung: 5-mal

3. Übung

Legen Sie sich in Seitenlage auf den Boden. Winkeln Sie das unten liegende Bein leicht an. Spreizen Sie das gestreckte obere Bein langsam in die Höhe. 5 Sekunden lang halten, dann absenken und 10 Sekunden lang ausruhen. Wiederholung: 10-mal mit jedem Bein

4. Übung

Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie ein Bein leicht abgewinkelt auf. Das andere Bein liegt gestreckt und etwas abgespreizt auf dem Boden. Die Fußspitze zeigt leicht nach außen. Führen Sie nun das abgespreizte Bein schräg nach oben über das abgewinkelte Bein hinweg. Behalten Sie währenddessen die Fußstellung bei und winkeln Sie Ihren Oberkörper nicht ab. Wiederholung: 5-mal mit jedem Bein

5. Übung

Legen Sie sich auf den Rücken und nehmen Sie die Beinposition wie in Übung 4 ein. Jetzt heben Sie das gestreckte Bein unter Beibehaltung der Fußstellung leicht an. Dabei wird es im Kniegelenk abwechselnd leicht gebeugt und kraftvoll gestreckt. Wiederholung: 15-mal mit jedem Bein

6. Übung

Sie liegen auf dem Bauch und lassen beide Oberschenkel auf einer weichen Unterlage (z.B. zusammengerolltes Handtuch) ruhen, sodass Ihre Kniegelenke frei beweglich sind. Beugen Sie nun abwechselnd beide Beine im Kniegelenk bis zum rechten Winkel. Ca. eine Minute halten, dann Beine wieder strecken. Wiederholung: 2-mal

Woran kann es liegen, wenn Ihre Knie schmerzen?

Damit im Kniegelenk nicht Knochen auf Knochen reibt, befinden sich zwischen dem Oberschenkelund dem Schienbeinkopf pro Knie zwei elastische Faserknorpelscheiben: die Menisken. Diese können altersbedingt oder durch dauernde oder plötzliche Überbelastung abnutzen, ausfransen oder reißen. Bei einem Meniskusschaden bzw. -riss wurden bis vor einigen Jahren die defekten Knorpelscheiben einfach entfernt, was meist eine spätere Arthrose zur Folge hatte. Heute versucht man, den Meniskus weitgehend zu erhalten bzw. ihn zu reparieren. Neu ist auch die Möglichkeit, den schadhaften Meniskus durch
künstliche Menisken zu ersetzen. Diese werden aus Kollagenfasern von Rindern gewonnen und wandeln sich im Knie zu meniskusartigem Gewebe um. Der Patient sollte seine Kniegelenke allerdings nicht mehr so stark belasten wie früher. Bei einer Arthrose reibt – vereinfacht gesagt – Knochen auf Knochen. Normalerweise sind die Knochenenden mit einer schützenden, stoßabsorbierenden Knorpelschicht überzogen, die zudem noch von einer gelartigen Flüssigkeit geschmiert und ernährt wird. Durch Überbelastung, Fehlstellung oder Verletzung kann die Gelenkflüssigkeit abgebaut und die Knorpelauflage abgerieben werden. Dann liegt eine Arthrose vor, die immer mit Schmerzen und Schwellungen verbunden ist sowie entsprechende Bewegungseinschränkungen zur Folge hat. In schlimmen Fällen kann sich das Gelenk sogar verformen.

Was kann Ihr Arzt tun?

Die erste Maßnahme Ihres Arztes wird sein, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu stoppen, z.B. mit kortisonfreien Antirheumatika. Auch Hyaluronsäure, die direkt ins Gelenk gespritzt wird und dort die fehlende Gleitsubstanz ersetzt, hilft vielen Betroffenen. Allerdings muss diese Maßnahme alle sechs Monate wiederholt werden, wobei die Gefahr einer Infektion – wie bei jedem Eingriff ins Kniegelenk – nicht zu unterschätzen ist. Zudem zahlen die gesetzlichen Kassen diese Behandlung nicht. Zu den konservativen Behandlungsmethoden, die die diagnostizierten Schäden an Knorpel oder Knochen zwar nicht beseitigen, jedoch eine Operation hinauszögern können, zählen Maßnahmen, die eine bessere Durchblutung des Knies zum Ziel haben (z.B. heiße Wickel, Fangopackungen, Unterwasser-, Kurzwellen- und Ultraschalltherapie). Dazu gehört eine neue Therapie, die erst in einigen Kliniken angeboten wird: die Pulsierende Signaltherapie (PST). Pulsierende elektrische Signale bewirken hierbei eine Stimulation des Knorpel- und Knochengewebes und regen es zu neuem Wachstum an.

Wichtig: Alle diese Maßnahmen müssen von speziellem Muskelaufbautraining bzw. Krankengymnastik begleitet werden, damit Muskeln und Bänder das Kniegelenk wieder ausreichend festigen und stabilisieren können.

Sollten diese Maßnahmen nicht fruchten und die Schmerzen weiter fortbestehen, wird Ihnen Ihr Arzt eine operative Therapie empfehlen. Diese besteht in den meisten Fällen im Einsatz eines künstlichen Kniegelenks. Was sich kompliziert anhört, ist in den darauf spezialisierten Kliniken ein Routineeingriff: Jährlich werden in Deutschland mehr als 80.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Spezielle Werkstoffe erlauben es, die individuelle Situation des Patienten zu berücksichtigen und nicht nur Voll-, sondern auch maßgeschneiderte Teilprothesen zu implantieren. Die abgenutzten Knorpelflächen werden durch zwei Hartmetallköpfe ersetzt, dazwischen liegt eine Kunststoffscheibe, die als neue Gleitfläche zwischen Ober- und Unterschenkel fungiert. Der Patient kann bereits sechs Wochen nach der Operation wieder ohne Krücken gehen. Ein solches Kniegelenk hält 15 bis 20 Jahre.

 

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