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Lebensgefahr bei nachlässiger Medikamenteneinnahme!

Medikamente regelmäßig einnehmen!

Medikamente sollten regelmäßig eingenommen werden

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Medikament verschreibt, sagt er Ihnen auch, wie viel, wie oft und wie lange Sie es einnehmen müssen, damit es seine Wirkung bestmöglich entfalten kann.

Obwohl das allgemein bekannt ist und banal klingen mag, kommen medizinische
Langzeitstudien zu dem erschreckenden Ergebnis, dass in Deutschland jedes Jahr nahezu 35.000 Herz-Kreislauf-Patienten an den Folgen nachlässiger Medikamenteneinnahme sterben! Unfassbar: Rund ein Drittel aller Patienten kümmert sich überhaupt nicht um die vorschriftsgemäße Medikamenteneinnahme (sog. Compliance), sie holen das Medikament erst gar nicht aus der Apotheke, legen es ungeöffnet in einen Schrank oder werfen es gar in den Abfalleimer. Für die übrigen zwei Drittel lässt sich eine „Sechstel-Regel“ aufstellen:

  • 1/6 nimmt die Medikamente exakt nach Vorschrift ein.
  • 1/6 nimmt die Medikamente weitgehend nach Vorschrift ein, manchmal jedoch zur falschen Tageszeit.
  • 1/6 lässt schon mal einen Tag ausfallen, z.B. weil nicht daran gedacht wurde.
  • 1/6 macht hin und wieder „Medikamenten-Urlaub“, d.h. die Einnahme wird im Jahr drei- bis viermal um zwei oder drei Tage unterbrochen.
  • 1/6 macht diese Pausen mehrmals im Monat an ein oder zwei Tagen.
  • 1/6 nimmt die Medikamente nach eigenem Gutdünken ein, behaupten ihrem Arzt gegenüber aber stets, dass sie sich genau an seine Einnahmevorschriften halten.

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, weshalb Patienten sich nicht an die ärztliche Verordnung halten. Dr. Lars Osterberg von der Stanford-Universität in Kalifornien/USA hat die acht häufigsten Gründe gesammelt und gibt praktische Ratschläge, wie Sie sie abstellen können. BENEFIT hat seine Tipps in der Tabelle auf unten aufgelistet.

Was Sie generell bei der Einnahme Ihrer Medikamente beherzigen sollten

Auch wenn Ihr Arzt Sie selbst nicht darauf anspricht: Wenn Sie irgendwelche Probleme mit den Medikamenten und/oder deren Einnahmeverordnung haben, sprechen Sie diese offen an. Sagen Sie Ihrem Arzt, wieso Sie sich nicht an seine Anweisungen halten wollen oder können. Wenn die Probleme erst nach einiger Zeit auftreten: Machen Sie einen extra Termin, um diese abzuklären. Manchmal hilft es auch, wenn Sie ein Medikamenten-Tagebuch führen und darin Ihre Medikamenteneinnahme festhalten. Weiterer Vorteil: Sie können darin auch gleich eventuelle besonderen Befindlichkeiten oder Nebenwirkungen notieren und diese bei Ihrem nächsten Arztbesuch zur Sprache bringen.

8 Gründe, weshalb Medikamente häufig nicht nach Vorschrift eingenommen werden – und wie Sie dieser Nachlässigkeit Paroli bieten

Ursache

Wenn diese Ursache auf Sie zutrifft, könnte die Lösung Ihres Problems so aussehen:

Apathie

Manche Patienten verlieren das Interesse an ihrer Gesundheit und nehmen deshalb auch keine Medikamente mehr ein.

Lassen Sie sich kurzfristig einen Termin bei Ihrem Arzt geben. Apathie und Gleichgültigkeit können Anzeichen depressiver Störungen sein, die nicht selten Menschen mit ernsthaften und/oder schmerzhaften Erkrankungen heimsuchen. Ihr Arzt kann Ihnen z.B. ein Antidepressivum verschreiben, das Ihre trüben Gedanken beseitigt und gleichzeitig dafür sorgt, dass Ihnen an Ihrer Gesundheit wieder mehr gelegen ist. Dann wird Ihnen die Einnahme der Medikamente keine Probleme mehr bereiten.

Bewusstes Weglassen

Wenn ihnen der Arzt ein Medikament verschreibt, fühlen sich manche Menschen genötigt, dieser „Fremdbestimmung“ die Stirn zu bieten.

Sehen Sie den Arzt nicht als feindlich gesinnte „Autorität“, die Ihnen vorschreibt, welches Medikament Sie wann und wie lange einnehmen müssen. Emotionale Rebellion ist hier fehl am Platz, selbst wenn Sie schlechte Erfahrungen mit Ärzten oder Medikamenten gemacht haben sollten. Denken Sie einfach daran, wer den Nachteil hat, wenn Sie Ihre Medikamente nicht einnehmen. Sie schaden damit ausschließlich sich selbst – nicht Ihrem Arzt!

Kosten

Wenn Ihnen die Kosten zu hoch erscheinen, sollten Sie nicht auf Ihre Medikamente verzichten, sondern die in der rechten Spalte beschriebenen Tipps zur Kostensenkung befolgen.

Fragen Sie Ihren Arzt, ob es den Wirkstoff auch als Generikum gibt, also als Arzneimittel mit denselben Inhaltsstoffen, das jedoch nach Ablauf des Patentschutzes oft nur noch ein Drittel des Originalpräparats kostet. Eine Alternative hierzu ist das Teilen der Tablette. Oft kostet eine 5 mg-Tablette eines Arzneimittels ebenso viel wie eine 10 mg- Tablette. Wenn Sie die Packung mit den 10 mg Tabletten kaufen und diese teilen, sparen Sie 50 % der Kosten. Hinweis: Nicht alle Tabletten können Sie teilen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Apotheker. Tablettenteiler gibt es in der Apotheke (z.B. von Exakt oder 3M, ca. 3,20 €; auch in Kombination mit einer Pillendose erhältlich, ca. 10 €).

Verleugnung

Wer ein Medikament gegen eine „stille“ Erkrankung einnehmen muss (z.B. gegen Bluthochdruck), missachtet häufig die Diagnose und denkt, wenn ich wirklich krank wäre, müsste ich mich doch eigentlich auch so fühlen.

Vorsicht: Wenn Sie der Versuchung erliegen, Ihre Erkrankung auf diese Weise wegargumentieren zu wollen, betrügen Sie sich selbst! Es gibt viele Erkrankungen, die zunächst keine Schmerzen oder Beeinträchtigungen zur Folge haben, bei deren Missachtung jedoch schlimme Folgen garantiert sind. Bluthochdruck gehört dazu, aber auch Diabetes und andere chronische Erkrankungen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt Ihre Krankheit noch einmal ganz genau erklären. Fragen Sie bewusst auch nach den Risiken, die eine Nichteinnahme Ihrer Medikamente nach sich ziehen kann.

Angst

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – aber ohne Medikament gibt es eben auch keine Wirkung.

Wenn Sie eine unüberbrückbare Angst vor verschreibungspflichtigen Medikamenten und deren Nebenwirkungen haben: Fragen Sie Ihren Arzt. Entweder kann er Ihnen natürliche (z.B. phytomedizinische) Alternativen nennen oder Ihnen ein bekömmlicheres Medikament bzw. ein weiteres, welches die Nebenwirkungen aufhebt, verordnen oder Ihre Bedenken gar – natürlich medizinisch begründet – zerstreuen.

„Ich bin ja wieder gesund“

Wenn die Schmerzen oder die Befindlichkeitsstörungen nachlassen, glauben viele, sie müssten jetzt auch weniger oder überhaupt keine Medikamente mehr einnehmen.

Auch wenn es Ihnen besser geht, muss das nicht heißen, dass die Krankheit Ihren Körper auch wirklich verlassen hat. Das Einnahmeregime ist so bemessen, dass die Wirkstoffkonzentration in Ihrem Organismus stetig ansteigt und z.B. bei einem Antibiotikum die Bakterien sukzessive eliminiert werden. Wenn Sie nun die Wirkstoffzufuhr unterbrechen oder gar stoppen, können mit abnehmender Wirkstoffkonzentration noch vorhandene Krankheitserreger wieder überhand nehmen und die Krankheit erneut aufflammen lassen. Aus demselben Grund ist auch der „Medikamenten Urlaub“ (s.o.) eine riskante Angewohnheit.

Vergesslichkeit

Viele vergessen einfach die Einnahme, sei es, weil sie mit anderen Dingen beschäftigt sind oder weil die grauen Zellen nicht mehr so fit wie früher sind.

In der Apotheke oder im Drogeriemarkt bekommen Sie Pillendosen, in denen Sie den ganzen Tages- oder gar Wochenbedarf vorab einfüllen können (ca. 10 bis 15 €). Dadurch können Sie Ihre Medikamente immer bei sich führen und haben zudem eine genaue Kontrolle darüber, welche Sie schon genommen haben und welche nicht. Ebenfalls hilfreich: Legen Sie Ihre Medikamente an einen Platz, an dem Sie sich regelmäßig aufhalten, z.B. an Ihren Frühstückstisch. Oder programmieren Sie die Weck- oder Alarmfunktion Ihres Handys bzw. Ihres Computers auf die entsprechende(n) Uhrzeit(en).

Lebensstil

Wer viel reist, sich an wechselnden Orten aufhält und abends nicht immer zu Hause sein kann, hat oft Probleme, seine Medikamente richtig einzunehmen.

Verwahren Sie Ihre Medikamente in einer Pillendose und legen Sie diese auf Ihren Nachttisch, ganz gleich ob Sie zu Hause sind oder in einem Hotel übernachten. So werden Sie morgens immer daran erinnert, Ihre Medikamente einzunehmen.

 

 

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