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Auch gängige Arzneimittel bedrohen Ihre Leber

Was Sie wissen müssen, damit Ihre Leber gesund bleibt

Arzneimittel bedrohen Ihre Leber

Ihre Leber ist ein bemerkenswertes Organ. Selbst wenn sie entzündet oder infiziert ist, erfüllt sie meist weiter ihre Funktion, abgestorbene oder beschädigte Leberzellen können sich sogar selbst wieder regenerieren.

Was nur wenige wissen: Leberschäden entstehen nicht nur durch Stoffwechselstörungen, Vergiftungen, Viren oder exzessiven Alkoholgenuss – oft sind auch gängige Medikamente die Ursache ernst zu nehmender Lebererkrankungen. Von Professor Howard J. Worman, Zellbiologe und Buchautor, erfuhr BENEFIT, worauf Sie achten müssen, um die Gesundheit Ihres wichtigsten Stoffwechselorgans zu erhalten.

Woran Sie eine Lebererkrankung erkennen

Betroffene haben meist keine akuten Schmerzen, sondern nur verhältnismäßig milde Symptome wie Müdigkeit oder leichte Schmerzen im Unterleib, oft im oberen rechten Bauchraum. Sehr häufig jedoch macht sich eine erkrankte Leber überhaupt nicht bemerkbar. Störungen werden dann erst bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Sofortige ärztliche Hilfe ist allerdings vonnöten, wenn Sie an sich Anzeichen einer Gelbsucht entdecken, also etwa gelblich verfärbte Haut oder Augen und/oder dunkler Urin. Diese Symptome weisen auf eine akute Leberentzündung hin. Eine chronische Leberentzündung hingegen kann auch ohne Anzeichen einer Gelbsucht verlaufen, sie tritt erst bei einer fortgeschrittenen Leberschädigung auf – manchmal erst Jahrzehnte später.

Häufig übersehene Symptome: Jucken, Hautverfärbungen, rote Flecken auf der Haut oberhalb der Hüfte, von denen spinnenbeinartig rote Streifen ausgehen. Sollten Sie solche Symptome an sich entdecken, suchen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt auf.

Pharma-Wirkstoffe bedrohen Ihre Leber

Auf nahezu jedem Beipackzettel finden Sie den Hinweis, dass die Einnahme des Medikaments mittelfristig Leberschäden hervorrufen kann bzw. bei einer bestehenden Lebererkrankung nicht eingenommen werden sollte. Doch einige Medikamente greifen die Leber in besonderem Maße an.

Dazu gehören die cholesterinsenkenden Statine, krampflösende Wirkstoffe wie Dilatin, Verhütungsmittel und die so genannten anabolischen Steroide, die z.B. in Arzneimitteln gegen Blutarmut oder Abnehmpillen enthalten sind. Auch der Schmerz- und Entzündungshemmer Paracetamol hat sich bei Überdosierung (mehr als 4 Gramm pro Tag) als leberschädlich erwiesen. Wenn Ihr Arzt Ihnen diese Arzneimittel verschrieben hat, sollten Sie die Anwendungshinweise wie Dosierung und Einnahmedauer genauesten beachten. Noch besser: Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen ein anderes, leberfreundlicheres Präparat verschreiben kann.

Fettleber-Krankheit

Die nichtalkoholische Fettleber hat sich zu einer Zivilisationskrankheit entwickelt, unter der in den Industrieländern bis zu einem Drittel der Bevölkerung leidet – oft ohne es zu wissen. Meist tritt sie begleitend oder als Folge von Bluthochdruck oder Übergewicht auf. Im Laufe der Jahre bilden sich in der Leber Fettablagerungen, die der Arzt mittels Ultraschall oder Computertomografie diagnostizieren kann. Unbehandelt kann die Fettleber zur irreversiblen Leberzirrhose und/oder zu Leberversagen führen. Was wenig bekannt ist: Wer Übergewicht abbaut, tut auch seiner Leber Gutes. Er sorgt nämlich gleichzeitig dafür, dass das Leberfett reduziert wird.

Kongestive Herzinsuffizienz

In der medizinischen Praxis kommt es mitunter vor, dass Patienten mit einer kongestiven Herzinsuffizienz (Verminderung der Pumpleistung des Herzens durch krankhafte Blutvolumenzunahme in den Herzkammern) als Leberzirrhose-Patienten fehldiagnostiziert werden, da das Blut sich bis in die Leber zurückstaut und diese nicht mehr richtig arbeiten kann. Die Behandlung der Herzerkrankung beseitigt in diesem Fall gleichzeitig auch die Leberfunktionsstörung.

Was Ihre Leber leistet: Mit einem Gewicht von 1,5 kg ist die Leber nach der Haut unser zweitgrößtes Organ. Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan, welches Nahrungsinhaltsstoffe für unsere Zellen verwertbar macht, Eiweiße synthetisiert, Mineralstoffe und Vitamine speichert sowie eine Vielzahl von Hormonen reguliert. Ebenso wichtig ist aber auch ihre Entgiftungsfunktion. In der Leber wird das Blut von Giften und Schadstoffen befreit.

Virusbedingte Leberentzündungen

Die Hepatitis wird von Viren verursacht. Man unterscheidet je nach Erreger und Krankheitserscheinungen drei Arten:

Hepatitis A

wird durch mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen, seltener durch Sexualkontakt mit einem infizierten Partner. Typische Anzeichen sind extreme Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen, die aber nach wenigen Monaten von selbst wieder verschwinden.

Vorsichtsmaßnahmen, wenn Sie sich in einer Gegend aufhalten, in der Hepatitis vorkommt, oder wenn Sie Umgang mit Infizierten haben: Waschen Sie sich regelmäßig mehrmals am Tag die Hände, benutzen Sie ein Kondom, trinken Sie nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser und essen Sie kein ungeschältes Obst.

Hepatitis B

ist gefährlicher als Hepatitis A. Etwa 5 Prozent der Erkrankten entwickeln die chronische Form, die eine massive Leberschädigung oder gar Leberkrebs zur Folge haben kann. Auch hier sind Müdigkeit und Muskelschmerzen typische Symptome. Hepatitis B wird hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Partnern oder durch infizierte Spritzen und Kanülen übertragen.

Vorsichtsmaßnahmen: kein ungeschützter Geschlechtsverkehr, Rasierapparate und Zahnbürsten nicht mit anderen teilen.

Hepatitis C

ist besonders heimtückisch. Sie kann 20 oder 30 Jahre symptomlos verlaufen. Wird sie entdeckt, ist die Leber bereits massiv geschädigt. Das Virus kann durch Bluttransfusionen, infizierte Nadeln sowie beim Körperpiercing und Tätowieren übertragen werden. In 50 Prozent der Fälle hilft eine Kombinationstherapie aus einem Medikament, das pegyliertes Interferon (ein an Zucker gebundenes, immunstimulierendes Eiweiß) enthält, und einem Virustatikum, z.B. Ribavirin, das Virus zu eliminieren.

Was nur wenige wissen: Ein relativ neuer Impfstoff, Twinrix, schützt gleichzeitig gegen Hepatitis A und B. Gegen Hepatitis C ist noch kein Impfstoff entwickelt worden.

Alkoholbedingte Leberschädigung

Das Zellgift Alkohol ist für Frauen gefährlicher als für Männer, da sie weniger Alkohol Dehydrogenase besitzen, ein Enzym. das Alkohol abbaut und damit entgiftet. Grundsätzlich sollten Frauen täglich nicht mehr als 0,2 Liter Wein, Männer nicht mehr als 0,3 Liter Wein trinken, wenn sie Leberschädigungen durch Alkohol sicher ausschließen wollen.

 

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