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So minimieren Sie die Gefahr, an Magenkrebs zu erkranken

Magenkrebs effektiv vorbeugen

Krebs

Magenkrebs ist eine der wenigen Krebsarten, bei denen Wissenschaftler einen engen ursächlichen Zusammenhang mit unserer Ernährung vermuten.

Zwar ist die Erkrankungsrate mit geschätzten 7.000 Betroffenen pro Jahr in Deutschland im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ klein, doch die Sterblichkeitsrate ist mit nahezu 50 Prozent erschreckend hoch. Daher sollten Sie dieser Erkrankung keine Chance geben und die wirksamsten Vermeidungsstrategien kennen, zumal diese einfach und ohne große Einschränkungen einzuhalten sind. BENEFIT erfuhr die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Magenkrebs von Dr. Jonathan Cheng, Magen-Darm-Spezialist, Krebsforscher und Buchautor in Philadelphia/USA. Im Frühstadium haben die meisten Betroffenen keine oder nur geringe, unspezifische Beschwerden. Doch selbst dann, wenn typische Symptome wie Unterleibsschmerzen, Übelkeit oder Sodbrennen auftreten, werden diese von den Betroffenen – und deren Ärzten – oft anderen, harmloseren Ursachen zugeschrieben.

Die Folge: Der Magenkrebs wird meist erst dann entdeckt, wenn er bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht sowie andere Organe und Lymphknoten befallen hat. In der Checkliste habe ich Ihnen die wichtigsten Symptome zusammengestellt. Wenn Sie eines oder mehrere davon bei sich feststellen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt ansprechen. Keine 20 Jahre ist es her, da hielt man Magenerkrankungen in erster Linie für psychosomatisch bedingt. „Stress schlägt auf den Magen“, hieß es und Ärzte rieten Magenpatienten in erster Linie zu weniger Arbeit, weniger Aufregung sowie mehr Erholung und Entspannung. Heute weiß die Wissenschaft, dass das Nervenkostüm eines Menschen bei der Entstehung von Magenerkrankungen wohl eher eine nachgeordnete Rolle spielt. Vielmehr sind es drei Faktoren, die das Risiko für eine Magenkrebserkrankung bestimmen:

  1. Rauchen,
  2. eine akute oder frühere Erkrankung an Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüren, hervorgerufen durch die Bakterie Helicobacter pylori, und
  3. unsere Ernährungsgewohnheiten.

Daraus ergeben sich Ihre wirksamsten Vermeidungsstrategien:

1. Rauchen Sie nicht

Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, Magenkrebs zu entwickeln als Nichtraucher.

2. Lassen Sie feststellen, ob Sie vom Helicobacter pylori infiziert sind

Etwa die Hälfte aller über 60-Jährigen ist infiziert, bei den meisten führt das jedoch nicht zu Beschwerden. Die Bakterie lebt in der Schutzschicht, die den Magen gegen seinen selbst produzierten sauren Magensaft schützt. Bei sich wiederholenden Magenbeschwerden (z.B. Magenschleimhautentzündung, Sodbrennen oder Krämpfe) sollten Sie Ihren Arzt bitten, einen einfachen Test durchzuführen, der Ihnen Gewissheit gibt, ob diese Bakterie als Auslöser in Betracht kommt. Durch eine Laboranalyse Ihres Bluts oder Ihres Stuhls kann dieser Nachweis geführt werden. Als IGeL kostet der Test jeweils unter 20 Euro. Das Vorhandensein der Bakterie bedeutet für Sie ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Dennoch besteht kein Grund zur Panik: Mit einer zweiwöchigen Antibiotika-Kur in Kombination mit einem säurehemmenden Medikament kann Ihr Arzt Ihren Helicobacter pylori sicher
und meist auf viele Jahre hinaus ausmerzen. Hinweis: Eventuell sind zwei oder mehr solcher Kuren erforderlich, bis der Plagegeist vertrieben ist.

3. Vermeiden Sie Lebensmittel, die auf bestimmte Arten haltbar gemacht wurden

Hier sind vor allem die Nitrite und Nitrate gefährlich. Das sind Stickstoffverbindungen, die speziell im Verdauungstrakt ihre aggressiven und krebsauslösenden Wirkungen entfalten können. Nitrite sind in geräuchertem/r oder gepökeltem/r Fleisch und Wurst enthalten (z.B. in Salami, Mortadella, Würstchen, Schinken und Speck) sowie auch in geräuchertem Fisch und in in Essig eingelegtem Gemüse. Medizinische Studien haben ergeben, dass Menschen, die solche Lebensmittel regelmäßig zu sich nehmen, ein doppelt so hohes Magenkrebs-Risiko haben, als solche, die nur hin und wieder davon essen. Nach jüngsten Untersuchungen ist auch der häufige Verzehr von rotem Fleisch, speziell wenn es kräftig durchgebraten oder gegrillt wurde, in diesem Zusammenhang nicht zu empfehlen.

Mein Tipp: Essen Sie nicht öfter als zweimal in der Woche diese nitrithaltigen Lebensmittel. Verzehren Sie stattdessen mehr „bunte“ Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Melonen oder Kürbis sowie Obst. Darin sind viele Wirkstoffe enthalten, die aggressive Nahrungsbestandteile neutralisieren sowie Ihren Magen und Ihre Gesundheit schützen.

4. Lassen Sie regelmäßig Ihren Stuhl auf verstecktes Blut testen

Dieser Test ist Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung auf Darmkrebs. Er deckt ebenso Blutungen auf, die im oberen Verdauungstrakt bei einem Magenkrebs im Frühstadium auftreten können. Der Test ist allerdings recht ungenau und sollte gegebenenfalls mehrmals wiederholt werden. Einen Einblick in Ihren Magen kann sich der Arzt durch eine endoskopische Untersuchung verschaffen. Dabei wird ein dünner Schlauch mit einem Linsensystem durch die Speiseröhre eingeführt. Sollten farbliche oder strukturelle Abweichungen der Mageninnenwand vorliegen, kann bei dieser Gelegenheit gleich eine
Gewebeprobe zur anschließenden Untersuchung entnommen werden. Wenn der Krebs rechtzeitig entdeckt wird und nur einen kleinen Abschnitt befallen hat, wird dieser Teil des Magens operativ entfernt.

Zudem kann der Arzt eine Chemotherapie oder Bestrahlung anordnen. Diese zusätzlichen Maßnahmen versprechen einen besseren Heilungserfolg als eine Operation allein. Bei einer weiter fortgeschrittenen Krebserkrankung muss unter Umständen der gesamte Magen entfernt werden. Seine Funktion wird dann vom Dünndarm übernommen.

Mein Tipp: Nutzen Sie die genannten vorbeugenden Maßnahmen. Denn auch bei der Prävention von Magenkrebs gilt: Je früher er aufgespürt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Wird der Krebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt, werden rund zwei Drittel der Betroffenen wieder kerngesund. Hat er sich jedoch bereits ausgebreitet und umliegende Organe befallen, beträgt die Überlebensrate nur zwischen 10 und 40 Prozent.

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