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Neue Hautkrebs-Risiken

So schützen Sie sich

Hautkrebs

Obwohl der Hautkrebs mit ca. 140.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland eine der häufigsten Krebsarten ist, setzen sich immer noch viele Menschen leichtfertig und ungeschützt seinen Hauptverursachern, den UV-Strahlen der Sonne, aus.

Auch regelmäßige Vorsorgemaßnahmen halten viele nicht für erforderlich. Mal ehrlich: Cremen Sie Ihre „Sonnenbalkone“ (= Haaransatz, Ohren, Nase) mit einem Sonnenschutz ein, wenn Sie in der Sonne spazieren gehen, auf der Terrasse sitzen oder im Garten arbeiten? Inspizieren Sie einmal im Monat Ihre Haut auf verdächtige Veränderungen? Hatten Sie bereits einen oder mehrere Sonnenbrände in Ihrem Leben? BENEFIT erkundigte sich bei Dr. Barney Kenet, Dermatologe an der Cornell University in New York, über die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft in puncto Sonnenschutz und Hautkrebsrisiko. Die Hauptursache, weshalb Hautkrebs entstehen kann, ist der ungeschützte Aufenthalt in der Sonne oder auf einer Sonnenbank. Die UVStrahlung zerstört dabei Genmaterial in den Hautzellen, wodurch diese krebsartig entarten können. Was vielen unbekannt ist: Nur einer oder zwei Sonnenbrände mit Bläschenbildung der Haut können das Risiko, im späteren Leben an Hautkrebs zu erkranken, verdoppeln. Ein besonders hohes Risiko tragen Jugendliche unter 18 Jahren, da sich bei ihnen die Hautzellen schneller teilen als bei Erwachsenen.

Kleidung schützt Sie besser als Creme

Neueste Forschungsergebnisse, die jetzt im medizinischen Fachblatt The Lancet veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass Sie sich durch das Tragen eines Huts und entsprechender Bekleidung besser vor den Strahlen schützen als durch jede noch so gute Sonnencreme. Darüber hinaus sollten Sie wissen, wie lange Sie sich maximal in der Sonne aufhalten können, ohne dass sich Ihre Haut rötet. Bei hellhäutigen Typen ist das z.B. bereits nach 10 Minuten der Fall, und auch Menschen mit dunklerem Teint sollten sich maximal 20 Minuten ungeschützt in die Sonne begeben. Erhöhte Vorsicht vor dem Zentralgestirn ist auch angebracht, wenn Sie mehr als 100 Muttermale (Leberflecke) auf der Haut tragen oder wenn Hautkrebs in Ihrer Familie aufgetreten ist (Eltern, Geschwister, Kinder). In der Fachzeitschrift Dermatologic Surgery wurde jetzt eine Studie veröffentlicht, wonach Männer mit Glatze besonders gefährdet sind. Der Krebs der Kopfhaut ist zwar mit lediglich 2 Prozent aller Hautkrebsarten relativ selten, dafür aber besonders aggressiv.

Mein Tipp: Wenn Sie sich in der Sonne aufhalten müssen oder wollen, sollten Sie einen luftigen, hellen Hut mit einer mindestens 5 Zentimeter breiten Krempe aufsetzen. Tragen Sie dazu möglichst ein Hemd mit langen Ärmeln und eine lange Hose. Dicker Leinenstoff ist als UV-Schutz wirkungsvoller als Baumwolle. Darüber hinaus gibt es spezielle UV-Schutz-Bekleidung (z.B. bei Sunskin, www.sunskin.de, Tel. 09127-953346). Waschmittelzusätze, die Stoffe gegen UV-Strahlen regelrecht „imprägnieren“, wurden in Deutschland wegen zu geringer Nachfrage wieder vom Markt genommen.

So wenden Sie Sonnencreme richtig an

Was vielen unbekannt ist: Sonnenschutzcremes mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor (LSF) schützen nicht unbedingt länger vor den Strahlen. So hält eine Creme mit beispielsweise LSF 45 nur 3 bis 4 Prozent mehr UV-Strahlung ab als eine mit LSF 15. Für die meisten ist daher ein LSF 15 völlig ausreichend und spart zudem noch Geld. Achten Sie aber darauf, dass das Mittel Ihrer Wahl sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützt. Cremen Sie alle Hautpartien, die der Sonne ausgesetzt sind, sorgfältig ein. Tragen Sie genügend auf. Faustregel: Bei weißen Sonnenschutzmitteln sollte kurz nach dem Eincremen ein leichter weißer Schimmer auf den eingecremten Partien sichtbar sein. Cremen Sie sich ca. 30 Minuten, bevor Sie in die Sonne gehen, ein und cremen Sie alle zwei Stunden nach: besonders dann, wenn Sie stark schwitzen oder wenn der Sonnenschutz durch zwischenzeitlichen Aufenthalt im Wasser abgewaschen
oder durch Liegen auf einem Handtuch weggewischt wurde. Wichtig: Beim wiederholten Eincremen verlängert sich nicht etwa die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen dürfen! Wenn Sie empfindliche Haut haben: Verzichten Sie auf ein Sonnenbad in der Zeit zwischen 10 und 15 Uhr!

Mein Tipp: Wenn Sie ganz sichergehen wollen, können Sie sich ein UV-Messgerät kaufen. Dieses zeigt Ihnen in Abhängigkeit von der Sonnenintensität an, wie hoch die UVA- und UV-B-Belastung wirklich ist (etwa Sanitas SUV25, ca. 20 ?, z.B. beim Otto-Versand, www.otto.de, Tel. 040-64610).

Eine oft übersehene Gefahr

Was vielen nicht bewusst ist: UVStrahlen durchdringen die meisten Glasarten, was Ihr Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht. Nach einer jetzt veröffentlichten Studie der American Academy for Dermatology steigt das Risiko, an der linken Körperhälfte einen Hautkrebs zu entwickeln, mit der Gesamtzeit, die Sie während Ihres Lebens am Steuer eines Autos verbringen. Während die Windschutzscheibe normalerweise die UV-Strahlen der Sonne absorbiert, dringen sie durch Seiten- und Heckscheiben weitgehend ungefiltert in den Innenraum des Fahrzeuges ein. Bei Menschen, die die meiste Zeit der Woche mit
dem Auto unterwegs sind, besteht daher nach Ansicht der US-amerikanischen Forscher ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Als Fahrer oder Beifahrer sollten Sie sich deshalb durch entsprechende Bekleidung und durch Herabklappen der Sonnenblende schützen. In Gebäuden sollten Sie nicht unmittelbar in der Sonne sitzen bzw. sich mit Jalousien oder Vorhängen schützen.

Checkliste: Diese Veränderungen der Haut sollten Ihnen verdächtig vorkommen

Alle Hautflecken, Muttermale oder Sommersprossen, die

  • eine asymmetrische Form aufweisen,
  • durch unregelmäßige Ränder auffallen,
  • keine einheitliche Farbe besitzen,
  • im Durchmesser mehr als 6 mm groß sind,
  • hin und wieder stechen oder schmerzen,
  • ihre Form verändern oder sich mal weich, mal hart anfühlen,

sind verdächtig. Stellen Sie solche Veränderungen fest, suchen Sie unverzüglich einen Dermatologen auf!

Verlieren Sie keine Zeit

Das rechtzeitige Entdecken eines Melanoms kann über Leben und Tod entscheiden. Ärzte schätzen, dass Hautkrebs schlagartig um 60 % zurückginge, wenn jeder regelmäßig seine Haut inspizieren und verdächtige Veränderungen seinem Arzt melden würde. Ist der Krebs bei seiner Entdeckung auf die Oberhaut begrenzt, ist er zu nahezu 100 % heilbar. Sind bereits tiefere Hautschichten befallen, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate nur noch bei 50
bis 60 %. Was viele nicht vermuten: Hautkrebs kann sich auch an Hautstellen entwickeln, die nie der Sonne ausgesetzt waren, also zum Beispiel zwischen den Zehen oder den Gesäßbacken.

Mein Tipp: Inspizieren Sie einmal im Monat Ihre gesamte Körperoberfläche, nehmen Sie für schwer einsehbare Körperteile einen Spiegel zu Hilfe, vergessen Sie auch nicht Ihre behaarten Körperstellen. Gehen Sie einmal im Jahr zu einem Dermatologen.

Was viele ebenfalls nicht ahnen: Etliche Medikamente machen Ihre Haut empfindlicher gegen Sonneneinstrahlung. Dazu gehören Antibiotika, harntreibende Arzneimittel und trizyklische Antidepressiva ebenso wie Schmerzmittel, z.B. Naproxen (Aleve) und Ibuprofen (Advil), aber auch Hormone, die in Kontrazeptiva enthalten sind, sowie phytomedizinische Präparate, etwa solche aus Johanniskraut. Beherzigen Sie unsere Schutzhinweise daher ganz besonders, wenn Sie regelmäßig oder häufig solche Medikamente einnehmen.

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