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Keine Angst vor der Darmspiegelung!

Tipps für die richtige Vorbereitung

Keine Angst vor der Untersuchung des Darms!

Alles was mit Verdauung und Darm zu tun hat, ist für die meisten von uns ein Tabuthema. Daher ist auch die Vorsorgeuntersuchung auf Darmkrebs, Darmspiegelung oder Koloskopie genannt, ein Thema, über das nicht gern gesprochen wird.

Zu Unrecht, denn sie ist eine der Vorsorgeuntersuchungen mit der höchsten Erfolgsquote überhaupt – so sie denn genutzt wird. Und gerade da hapert es. Nur jeder fünfte Mann und jede dritte Frau nehmen die Chance zur Darmkrebs-Vorsorge wahr.

Gute Gründe für die Untersuchung:

  • Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland.
  • Die ambulante Darmspiegelung ist bisher das mit Abstand beste und sicherste
    Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs.
  • Eine Darmspiegelung bezahlen die Kassen ab dem 56. Geburtstag und dann noch einmal zehn Jahre später (bei Patienten mit familiärer Vorbelastung auch schon ab 45).
  • Jedes Jahr erkranken 73.000 Deutsche an Darmkrebs, 28.000 sterben an den Folgen.
  • Durch eine flächendeckende Früherkennung könnten nach Expertenmeinung nahezu 90 % aller Darmkrebsfälle verhindert werden!

So belastet Sie die Untersuchung am wenigsten und liefert gleichzeitig die genauesten Ergebnisse

1. Lassen Sie die Untersuchung nur von einem speziell dafür ausgebildeten und erfahrenen Arzt vornehmen.

In aller Regel wird dies ein Gastroenterologe mit spezialisierter Arztpraxis oder eine Klinik sein. Solche Untersuchungen werden täglich tausendfach durchgeführt und gehören zu den sicheren medizinischen Routineverfahren.

2. Scheuen Sie sich nicht, Ihren behandelnden Arzt um einen separatenBeratungstermin zu bitten, der ein bis zwei Wochen vor der Untersuchung liegen sollte.

Das gilt besonders dann, wenn Sie sich über den Ablauf der Untersuchung nicht
ausreichend informiert fühlen oder gar ängstlich und aufgeregt dem Termin entgegensehen. Ihr Arzt kann Sie ebenso über die medikamentösen Möglichkeiten informieren, Ihre Aufgeregtheit oder Schmerzempfindlichkeit zu lindern, sogar bis hin zu einer Vollnarkose.

3. Fragen Sie Ihren Arzt nach möglichen Komplikationen.

Durch das Untersuchungsinstrument kann es in Einzelfällen zu Verletzungen der Darmwand (Perforation) kommen. Dann dringen Darmbakterien in die Bauchhöhle ein, und es besteht die Gefahr einer Bauchfellentzündung, die meist umgehend operativ angegangen werden muss. Das Risiko für eine Perforation liegt heute bei 6 pro 10.000 Untersuchungen. Häufiger kommt es nach der Entfernung von Darmpolypen, die gegebenenfalls während der Untersuchung erfolgt, zu Nachblutungen, zu deren Behandlung Sie sich erneut in ärztliche Behandlung begeben müssen. Nachblutungen treten bei 30 von 10.000 Untersuchungen auf. Erfolgt die Untersuchung unter Vollnarkose, können dabei Atemprobleme auftreten, die ein erfahrener Anästhesist jedoch im Griff hat.

4. Befolgen Sie bitte die Anweisungen

Ihres Arztes zur Vorbereitung auf die Darmspiegelung. Füllen Sie den Vorbereitungsbogen, in dem Sie u.a. nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten gefragt werden, gewissenhaft aus. Setzen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt gerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, NSAR) eine Woche vor dem Eingriff ab. Gegebenenfalls bekommen Sie auch noch ein Merkblatt über eine erforderliche Umstellung Ihrer Ernährung während der Vorbereitungszeit. Die wichtigste Maßnahme vor der Untersuchung ist die vollständige Entleerung des Dickdarms. Nur dann ist eine gründliche Inspektion Ihres Darms gewährleistet. Dies geschieht durch das Trinken einer Lösung, die stark abführende Wirkung hat. Flüssigkeit, die sich später noch im Darm befinden kann, wird bei der Untersuchung abgesaugt.

5. Bei der Untersuchung liegen Sie in Linksseitenlage auf einer Liege.

Zunächst untersucht der Arzt den Darmausgang nach eventuell vorhandenen Hämorrhoiden. Dann führt er ein flexibles, schlauchartiges Untersuchungsinstrument (Koloskop, ca. 8 bis 9 mm im Durchmesser und ca. 2 m lang) in den Anus und den gesamten Dickdarm bis zu dessen Übergang in den Dünndarm ein. Um die Darmschleimhaut besser beurteilen zu können, wird meist etwas Luft in den Darm gepumpt, was kurzzeitige Druckgefühle auslösen kann. Während der Untersuchung entfernt der Arzt (für den Patienten schmerzlos) gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, so genannte Polypen. Die dabei entstehenden kleinen Wunden werden sofort verödet, damit sie nicht bluten. Die gesamte Untersuchung dauert je nach der Zahl der zu entfernenden Wucherungen zwischen 15 und 45 Minuten.

6. Nach der Untersuchung bleiben

Sie noch eine halbe bis eine Stunde unter Beobachtung in einem speziellen Überwachungsraum oder im Wartezimmer. Sie können anschließend wieder normal essen und trinken, sollten am ersten Tag aber leichte Kost bevorzugen und keinen Alkohol zu sich nehmen. Leichte Reizungen oder Blähungen im Unterbauch sowie eine geringe Menge Blut im Stuhl innerhalb der nächsten zwölf Stunden sind normal. Bei stärkeren Schmerzen, Übelkeit, Blutungen oder Schwindel informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt. Wenn Sie vor der Untersuchung eine Beruhigungsspritze bekommen haben, sollten Sie am selben Tag nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen, da Ihr Reaktionsvermögen
herabgesetzt ist. Am besten, Sie lassen sich von jemandem abholen und nach Hause bringen.

Warum die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung so wichtig für Sie ist

Darmkrebs entwickelt sich in 90 % der Fälle aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Viele dieser Wucherungen entarten über einen Zeitraum von sechs bis zehn Jahren aus noch nicht geklärter Ursache zu bösartigen Tumoren, die tückischerweise keine Beschwerden verursachen. Werden diese Wucherungen im gutartigen Stadium entfernt, gibt es später auch keine Darmkrebs. Wenn sich jedoch die ersten Symptome zeigen, wurden meist schon Tochtergeschwüre gebildet und angrenzende Organe befallen. Entsprechend eingeschränkt sind dann die Therapiemöglichkeiten und entsprechend schlecht die Prognosen.

Fazit: Darmkrebs-Vorsorge kann für Sie lebensrettend sein!

 

Was bringen andere Untersuchungsverfahren?

Da die Darmspiegelung mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden ist, kommt immer wieder die Frage nach alternativen Vorsorgemethoden auf. In der Tat zahlen die gesetzlichen Kassen einen Stuhltest auf verdecktes Blut vom 50. bis zum 55. Lebensjahr einmal pro Jahr, danach alle zwei Jahre. Die Treffsicherheit dieser Untersuchung erreicht jedoch nur ca. 40 % einer Darmspiegelung. Etwas besser ist die Treffsicherheit bei der so genannten virtuellen Koloskopie, auch als Kolonographie bezeichnet. Hierbei wird mit bildgebenden Verfahren wie Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) gearbeitet. Nachteil: Auch hierzu muss der Darm vollständig entleert sein. Polypen unter 8 mm Größe und Veränderungen der Darmwand können nicht erkannt werden, und nicht zuletzt wird der Patient bei der CT einer Röntgenstrahlendosis ausgesetzt. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt, die Kosten in Höhe von zurzeit ca. 800 € müssen Sie selbst tragen.Nachteil beider Verfahren: Sie sind bei weitem nicht so zuverlässig wie eine Darmspiegelung, der Arzt kann keine Gewebeprobe entnehmen, und bei verdächtigen Befunden ist in jedem Fall zur Polypenentfernung eine normale Darmspiegelung erforderlich.

Fazit: Kein anderes Verfahren reicht an die Gründlichkeit und Zuverlässigkeit einer Darmspiegelung heran.

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