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Neue Forschungsergebnisse über Bluthochdruck

Es kommt darauf an, den Hochdruck schnell abzusenken

Bluthochdruck

Rund 22,5 Millionen Deutsche leiden unter zu hohem Blutdruck. Doch nur etwas mehr als ein Drittel der Betroffenen, die deswegen medikamentös behandelt werden, haben ihren Blutdruck wirklich unter Kontrolle, d.h. im Normalbereich.

Noch schlimmer: Obwohl einer von drei Erwachsenen einen zu hohen Blutdruck hat, ist sich ein Drittel dessen gar nicht bewusst. Vor allem deswegen, weil Bluthochdruck, also ein höherer Messwert als 140 zu 90 mmHg, in den meisten Fällen lange Zeit keine wahrnehmbaren Symptome hervorruft. Diese Patienten

Viele Ärzte gehen das Leiden zu zögerlich an!

Wenn Ärzte einen Bluthochdruck diagnostizieren, verschreiben sie gewöhnlich zunächst eine Dosis, die nur geringe Wirkung hat. Hintergrund: Diese Verordnungsgewohnheit stammt noch aus einer Zeit, als blutdrucksenkende Mittel ausnahmslos unerwünschte Nebenwirkungen hervorriefen, wie Reizhusten, Schwindel oder Kopfschmerzen. Die geringe Dosierung sollte den Patienten vor solchen Begleiterscheinungen bewahren. Doch inzwischen sind die meisten Blutdrucksenker im Allgemeinen gut verträglich, speziell die Angiotensin II Rezeptoren-Blocker (z.B. Valsartan [Diovan] oder Losartan [Lozaar]). An der Universität Michigan/USA wurde im großen Maßstab eine Untersuchung zur Wirksamkeit von blutdrucksenkenden Medikamenten durchgeführt.

Die Teilnehmer waren Hochdruckpatienten mit mindestens einem zusätzlichen Herz-Kreislauf- Risikofaktor (z.B. Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder überstandener Schlaganfall bzw. Herzinfarkt). Dabei kamen zwei Wirkstoffgruppen zum Einsatz: einmal die bereits erwähnten Angiotensin II Rezeptoren- Blocker und zum anderen die so genannten Kalzium-Kanal-Blocker Amlodipin (Norvasc) oder Felodipin (Plendil). Über einen Beobachtungszeitraum von vier Jahren wirkten beide Wirkstoffgruppen gleichermaßen gut. Die teilnehmenden Patienten konnten erfolgreich auf die Normalwerte eingestellt werden. Völlig überraschend war jedoch, dass Patienten, deren Bluthochdruck – durch entsprechend hohe Dosierung von Behandlungsbeginn an – schnell abgesenkt wurde (10 und mehr mmHg im ersten Behandlungsmonat), ein sehr viel geringeres Risiko hatten, an Herzversagen, plötzlichem Herztod oder Schlaganfall zu sterben, als diejenigen, die wie bisher üblich über einen Zeitraum von mehreren Monaten an die erforderliche Dosierung herangeführt wurden.

Blutdruck-Richtwerte nach WHO

idealer Blutdruck

120/80 mmHg*

normaler Blutdruck

bis 130/85 mmHg

grenzwertiger Blutdruck

zwischen 130/85 und 140/90 mmHg

erhöhter Blutdruck

über 140/90 mmH

*mmHg = Millimeter Quecksilbersäule (Torr)

Dieses Ergebnis sollte auch Ihren Arzt interessieren

Wenn Sie zu hohen Blutdruck haben und dazu einen weiteren der oben genannten Risikofaktoren, sprechen Sie Ihren Arzt unbedingt auf diese Forschungsergebnisse an. Bitten Sie Ihren Arzt nachdrücklich um eine schnelle Absenkung (möglichst innerhalb eines Monats) Ihres Blutdrucks auf den Normalwert. Wenn Sie ausschließlich unter Bluthochdruck leiden und kein weiterer Risikofaktor bekannt ist, sollten Sie darauf hinwirken, dass Ihr Arzt den Blutdrucksenker so dosiert, das Sie spätestens nach sechs Monaten das normale Level erreicht haben. Das wird nicht in jedem Fall gelingen, da nicht jeder gleich gut auf die Wirkstoffe anspricht. Die meisten Betroffenen benötigen zwei oder mehr verschiedene Medikamente bzw. ein Kombi-Präparat, das mehrere Wirkstoffe enthält. Diese führen meistens zu einem höheren Absenkungseffekt und selteneren Nebenwirkungen als ein einzelnes, hoch dosiertes Medikament, so das Ergebnis entsprechender Studien.

Für eine Behandlung ist es nie zu spät

Zwei Drittel aller über 75-Jährigen haben einen zu hohen Blutdruck und 9 von 10 Menschen dieser Altersgruppe entwickeln einen Hochdruck bis zu ihrem Lebensende. Deshalb haken viele Ärzte den Bluthochdruck bei betagten Menschen als „normal“ ab und behandeln ihn nicht intensiv genug. Eine kürzlich erschienene Studie an über 80-jährigen Hochdruckpatienten aus Großbritannien zeigt sehr eindeutig, dass auch in diesem Alter die Senkung des Blutdrucks Todesfälle und Schlaganfälle deutlich reduzierte. Die Ergebnisse waren so frappant, dass die Studie vorzeitig beendet wurde, um auch der unbehandelten Placebo-Vergleichsgruppe die Blutdrucksenker verabreichen zu können.

Diese Anzeichen für Bluthochdruck sollten Sie ernst nehmen:

  • Herzklopfen
  • Schwindelgefühl
  • Schweißausbruch
  • Engegefühl im Brustkorb
  • Ohrensausen
  • Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Augenzuckungen

Fazit dieser Untersuchung: Wenn Sie 80 Jahre oder älter sind, kann eine Senkung Ihres Hochdrucks um 12 bis 15 mmHg Ihr Schlaganfall- und Infarktrisiko um 20 Prozent reduzieren.

Viele glauben zu wissen: Ein normaler oder niedriger unterer Wert hebt einen erhöhten oberen quasi auf. Das stimmt jedoch keinesfalls! Gerade ein oberer Wert über 140 und ein unterer unter 90 ist bei betagten Menschen die häufigste und gefährlichste Form des Bluthochdrucks. Diese Werte zeigen an, dass die Arterien verhärtet sind, was dem Herzen eine höhere Pumpleistung abverlangt. Sollten Sie diesen „isolierten systolischen Bluthochdruck“ haben, und Ihr Arzt behandelt ihn nicht intensiv genug: Suchen Sie sich einen anderen!

Was ist bei einem grenzwertigen Hochdruck zu tun?

Bei Blutdruckwerten zwischen 130 und 139 mmHg besteht eine 63- prozentige Chance, in den nächsten vier Jahren einen ausgewachsenen Bluthochdruck zu entwickeln. Daher plädieren viele Ärzte dafür, auch diesen Betroffenen ein blutdrucksenkendes Mittel zu verordnen. Erste Ergebnisse entsprechender Studien sprechen zwar dafür, jedoch ist auf diesem Sektor noch weitere Forschung vonnöten, bevor eine solche Empfehlung gegeben werden kann. Wenn Ihr Blutdruck im Grenzbereich liegt, sollten Sie regelmäßig Ihren Blutdruck messen und mit Ihrem Arzt zunächst alternative Maßnahmen zur Senkung Ihres Blutdrucks ohne Medikamente besprechen (z.B. mehr Bewegung, Abbau von Übergewicht und ein Speiseplan, der viel Obst, Salat und Gemüse sowie fettarme Milchprodukte enthält).

 

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