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So schützen Sie sich vor alters- und umweltbedingter Schwerhörigkeit

Neue Selbstverteidigungsstrategien gegen die am meisten verbreiteten Ursachen von Hörverlust

Das menschliche Ohr

Mit zunehmendem Alter lässt bei vielen das Hörvermögen etwas nach. Das ist natürlich und unvermeidlich. Doch Millionen Deutsche leiden unnötig an Hör- und anderen Ohrproblemen, die sie eigentlich verhindern könnten.

BENEFIT erfuhr von Dr. Murray Grossan, Ohrenarzt und Buchautor in Los Angeles, wie Sie vermeidbaren Ursachen für Gehörschäden am besten aus dem Weg gehen.

Lärm

ist einer der am weitesten verbreiteten Ursachen für Hörverlust. Lärm schädigt das Innenohr, sodass die Schalleindrücke nur noch mit verminderter Intensität an das Gehirn weitergeleitet werden. Folge: Wir können leise Geräusche oder Sprache kaum noch wahrnehmen. Besonders schädlich ist starker Lärm bis zum 15. Lebensjahr. Unsere Hörorgane sind in dieser Entwicklungsstufe übermäßig sensibel. Doch auch in späteren Jahren können sowohl Dauerlärm als auch einzelne Lärmereignisse, etwa ein Schuss oder die Vorbeifahrt eines Einsatzfahrzeuges der Feuerwehr bzw. Polizei, das Gehör dauerhaft schädigen.

Merken Sie sich als Faustregel: Immer dann, wenn der Geräuschpegel Ihrer Umgebung so hoch ist, dass Sie mit Ihrem Gesprächspartner deutlich lauter sprechen müssen, um einander zu verstehen, droht Ihren Ohren Gefahr. Verlassen Sie nach Möglichkeit diesen Ort oder treffen Sie Schutzvorkehrungen.

Was Sie tun können:

1.

Klingt banal, ist aber als Sofortmaßnahme in ihrer Wirkung unübertroffen:
Verschließen Sie Ihre Ohren mit den Fingern. Eine Polizeisirene erzeugt Schalldrücke bis zu 140 Dezibel – laut genug um eine dauerhafte Schädigung Ihrer Ohren hervorzurufen! Wichtig: Wenn Sie nach einem Lärmereignis ein taubes Gefühl in den Ohren wahrnehmen oder ein Summen oder Klingeln, sollte dieses spätestens nach 24 Stunden abgeklungen sein. Falls nicht, lassen
Sie sich von einem Ohrenarzt untersuchen.

2.

Wenn Sie sich in einer lauten Umgebung aufhalten müssen, etwa wenn Sie mit einem Bohrhammer, einer Kreissäge, einem Laubsauger oder Rasenmäher mit Verbrennungsmotor arbeiten wollen: Tragen Sie Ohrenschützer, die das ganze Ohr bedecken. Diese eignen sich besser als normale Ohrstöpsel, um das Ohr hermetisch abzukapseln.
3.

Sind Sie regelmäßig großem Lärm ausgesetzt, sollten Sie sich für maßgeschneiderte Ohrstöpsel entscheiden. Diese können Sie beim Hörgeräteakustiker individuell anpassen lassen (ca. 20 E/Paar).

4.

Wenn Sie beim Spazierengehen, im Flugzeug, beim Bahnfahren oder beim Joggen regelmäßig vom MP3- Player Musik hören, schaffen Sie sich einen außenlärmreduzierenden Kopfhörer an (z.B. „QuietComfort 2“ von Bose, ab ca. 300 €, oder den MDR-NC22 von Sony, ca. 80 €). Er analysiert und reduziert den unerwünschten Außengeräuschpegel, sodass Sie Ihre Musik bei reduzierter, Ohren schonender Lautstärke genießen können.

Ohrenschmalz

Das Ohrenschmalz kleidet unsere Hörkanäle aus und hat die Aufgabe, Bakterien und Schmutz vom Trommelfell fernzuhalten sowie Infektionen zu verhindern. Vermehrte Ohrenschmalzbildung kann jedoch den äußeren Gehörgang verstopfen und das Hörvermögen reduzieren. Das Ohr fühlt sich dann wie verstopft an, Geräusche klingen dumpf. Mein Rat: Gehen Sie zum Ohrenarzt und lassen Sie das überschüssige Wachs fachmännisch entfernen, d.h. warm ausspülen und absaugen. Im Handel sind zwar wachslösende Tinkturen erhältlich, dennoch rate ich Ihnen von deren Anwendung ab. Auf gar keinen Fall sollten Sie versuchen, das Schmalz mit Wattestäbchen zu entfernen. Sie werden
damit nur das Gegenteil, nämlich ein Verfestigen des Wachses erreichen, was dessen Entfernen später nur erschweren würde. Zudem besteht bei Manipulationen am Ohr immer die Gefahr einer Trommelfellverletzung bzw. -entzündung.

Entzündungen

des Ohrs kommen nicht nur bei Kindern vor. Meist handelt es sich um eine Mittelohrentzündung, die im Anschluss an eine Erkältung oder eine andere Virusinfektion auftritt. Sie ist nicht nur sehr schmerzhaft sondern kann dauerhaften Hörverlust zur Folge haben. Als vorbeugende Dauermaßnahme empfehle ich Ihnen: Wenn Sie Ihre Nase schnäuzen, sollten Sie das sanft und mit Bedacht tun. „Trompeten“ Sie nicht. Verschließen Sie beim Schnäuzen keinesfalls rhythmisch Ihre Nasenlöcher. Dadurch können nämlich Schleim und Bakterien in die so genannte Eustachische Röhre gelangen, ein Kanal, der Mittelohr- und Nasen-Rachenbereich miteinander verbindet. Die Eustachische Röhre dient u.a. dem Druckausgleich zwischen Mittelohr und Rachenraum. Besser: Drücken Sie erst den linken Nasenflügel an die Nasenscheidewand, schnäuzen Sie das rechte Nasenloch vorsichtig aus, dann die andere Seite.

 

Flugzeug-Ohr

Obwohl im Flugzeug der Luftdruck maximal auf Werte absinkt, die einem Aufenthalt in etwa 2.500 Metern Höhe entsprechen, muss sich der Druck in unserem Innenohr bei Start und Landung relativ schnell auf die veränderten Druckverhältnisse umstellen. Ist die Eustachische Röhre verstopft, kann kein Druckausgleich stattfinden, das Trommelfell wölbt sich nach außen bzw. innen, was nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch Ursache für einen zeitweisen Hörverlust sein kann.

Was Sie tun können:

Vermeiden Sie, während Start und Landung zu schlafen. Nur wenn Sie wach sind, können Sie den Druckunterschied aktiv ausgleichen, etwa durch Gähnen, bewusstes weites Öffnen des Mundes oder durch Kaugummikauen. Auch Lutschbonbons sind in dieser Situation hilfreich. Eine ähnliche Wirkung hat auch möglichst heiß getrunkener Tee. Schwarzer und grüner Tee enthalten Wirkstoffe, die das Flimmerepithelin unserer Nasenschleimhaut unterstützen sowie Staub und andere Verunreinigungen von der Eustachischen Röhre fernhalten. Trinken Sie vor und während der Flugreise eine oder zwei Tassen davon.

Wichtig: Wenn Sie Ihre Flugreise mit verstopfter Nase antreten müssen, etwa weil Sie unter einer Allergie oder einer Erkältung leiden, sollten Sie vor Start und Landung schleimhautabschwellende, frei verkäufliche Nasentropfen anwenden (z.B. Otriven, Nasivin). Durch den abschwellenden Effekt wird die Eustachische Röhre meist wieder frei.

 

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