Sie sind hier: Startseite » Gesundheit » Augen » Augenprobleme, die Sie nicht übersehen sollten

Augenprobleme, die Sie nicht übersehen sollten

Grauer Star, Glaukom & Co.

Augenprobleme

Grauer Star, Glaukom und Makuladegeneration: Vor diesen Augenerkrankungen fürchten wir uns am meisten.

Doch es gibt noch andere Störungen der Augengesundheit, die die meisten gar nicht groß beachten, die aber Ihre Sehkraft auf Dauer stark in Mitleidenschaft ziehen können. BENEFIT erkundigte sich bei Dr. Robert Maiolo, Augenarzt und Universitätsdozent in Stamford, nach diesen zunächst harmlos erscheinenden Augenstörungen, die aber dennoch in ärztliche Obhut gehören.

Trockene Augen, Hornhautverkrümmung, Geisterbilder: So blicken Sie wiederdurch!

 

Erkrankung und Ursachen

Das können erste Symptome sein

Therapiemöglichkeiten

Astigmatismus (Stabsichtigkeit)

Diese Störung wird landläufig als Hornhautverkrümmung bezeichnet. Hierbei ist der Teil der Hornhaut, durch den das Licht eintritt, verformt und verursacht ein unscharfes Sehen. Meist ist diese Störung angeboren, sie kann aber auch in Folge einer Erkrankung (z.B. Keratokonus s.u.) auftreten. Rund 14 Millionen Deutsche sind davon betroffen.

Verschwommenes Sehen, unbewusstes Zusammenkneifen der Augen, überanstrengte Augen bis hin zu Kopfschmerzen.

Tragen Sie eine Brille bzw. besser so genannte torische Kontaktlinsen, die genau an Ihre Hornhautverkrümmung angepasst sind und diese aufheben.

Trockene Augen

Die Tränendrüsen produzieren normalerweise genügend Flüssigkeit, um die Hornhaut feucht zu halten. Tränen bestehen aus drei Komponenten: einer öligen, einer wässrigen und einer eiweißhaltigen. Beim Trockene Augen-Symptom steht entweder die ölhaltige Komponente in nicht ausreichender Konzentration zur Verfügung, oder die Tränendrüsen produzieren insgesamt zu wenig Flüssigkeit, was eine typische Alterserscheinung sein kann. Mehr als 3 Millionen Deutsche leiden an trockenen Augen.

Trockene, stechende, brennende und gereizte Augen können erste Anzeichen dieser Befindlichkeitsstörung sein. Die Symptome verstärken sich, wenn Sie schnell mit den Lidern klimpern oder wenn Sie vor dem Fernseher bzw. PC sitzen. Trockene Augen können auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente, vor allem von blutdrucksenkenden und antiallergischen Mitteln, auftreten.

So genannte „künstliche Tränen“ sind in der Apotheke frei erhältlich. Nehmen Sie aber nicht irgendwelche Tropfen, sondern lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Die Lösung wird bei Bedarf in das betroffene Auge geträufelt oder als Spray auf das geschlossene Auge gesprüht. Das bringt für mehrere Stunden Linderung. Achten Sie darauf, dass keine Konservierungsmittel enthalten sind, denn die können bei längerer Anwendung die Symptome noch verschlimmern. Es gibt auch Augentropfen, die zwar ein Konservierungsmittel enthalten, welches sich aber bei Kontakt mit der Tränenflüssigkeit zersetzt. Fragen Sie dazu Ihren Arzt. Hinweis: Künstliche Tränen und Augentropfen haben ein Verfallsdatum, das Sie unbedingt beachten müssen. Oft helfen auch Omega-3-Fettsäuren (z.B. als Fischöl-Kapseln eingenommen, 1.000 mg pro Tag) bzw. wenn Sie drei bis fünf Portionen Kaltwasserfisch wie Lachs oder Sardinen pro Woche auf Ihren Speiseplan setzen.

Keratokonus (Hornhautkegel)

Hierbei handelt es sich um eine besondere Form der Hornhautverkrümmung, bei der sich die Hornhaut kegelförmig vorschiebt. Dadurch wird einfallendes Licht stark abgelenkt, was zu verzerrtem und verschwommenem Sehen führt. Diese Sehstörung kann entweder angeboren sein oder durch zu häufiges, kräftiges Reiben der Augen (z.B. bei Allergikern) hervorgerufen werden. Durch das Reiben kann die Hornhaut regelrecht abgenutzt oder verbogen werden. Etwa 8 Millionen Deutsche leiden an Keratokonus.

Erste Anzeichen für Keratokonus sind verschwommenes Sehen, „Geisterbilder“, das Entstehen von Höfen um Lichtquellen herum oder Lichteffekte, die von manchen Betroffenen sogar als unangenehm blendend empfunden werden.

Hier hilft das Tragen von speziell angepassten, harten Kontaktlinsen. Wenn harte Kontaktlinsen als unangenehm empfunden werden, sind so genannte Hybrid-Linsen einen Versuch wert. Diese sind in der Mitte hart, am Rand weich und dadurch tragefreundlicher. Fragen Sie Ihren Arzt danach. In zwei von zehn Fällen helfen Kontaktlinsen bei Keratokonus nicht, da die Hornhaut zu dünn oder vernarbt ist. Dann ist eine Hornhauttransplantation das Mittel der Wahl, um einem Erblinden vorzubeugen.

Optische Irritationen durch geschrumpfte Glaskörper

Das Innere unserer Augen enthält eine gelartige Substanz, Glaskörper genannt. Sie gibt dem Augapfel Halt und Form. Im Alter kann der Glaskörper teilweise schrumpfen oder dünnflüssig werden. Dann können kleine Gewebeteile in der Flüssigkeit umherschwimmen, die wir wahrnehmen und die unsere Sicht beeinträchtigen. Schrumpft der Glaskörper und zerrt dabei an der Retina, nehmen wir irritierende Blitze und Lichterscheinungen wahr. Diese Phänomene treten typischerweise nur an einem Auge auf. Sie können auf eine Netzhautablösung hindeuten, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Daher unbedingt vom Arzt abklären lassen!

Die umherschwimmenden Gewebeteile nehmen wir unterschiedlich wahr. Sie können schwarze Flecken ebenso sein wie „Mückenbeine“, Flusen, Ringe oder spinnwebenartige bzw. wurmähnliche Strukturen. Sie können entweder episodisch oder permanent auftreten. Anders die Lichterscheinungen und Blitze. Sie werden nur episodisch wahrgenommen und sind in der Regel harmlos.

Wenn Sie solche optischen Irritationen wahrnehmen: Suchen Sie unbedingt einen Augenarzt auf, damit dieser eine eventuelle Netzhautablösung differenzialdiagnostisch abklären kann. Diese kann durch altersbedingte Veränderungen des Glaskörpers ebenso hervorgerufen werden wie durch einen Schlag an den Kopf, z.B. bei einem Verkehrsunfall oder Sturz. Eine abgelöste Netzhaut kann operativ mittels Laser wieder befestigt werden. Bei der harmlosen Form der Glaskörpertrübung helfen selbsttönende Brillengläser, eine Sonnenbrille, dunkle Umgebungsfarbtöne und beim Arbeiten am PC-Monitor das Herunterregulieren von Helligkeit und Kontrast.

Kostenlose Insider-Tipps per E-Mail

Bleiben Sie mit meinem kostenlosen E-Mail-Newsletter "Dr. Kowertz vertraulich" ab sofort auf dem Laufenden und schützen Sie Ihr Geld, Ihre Gesundheit und Ihre Freiheit vor fatalen Folgen!

Datenschutz