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Atemwegserkrankungen: Können Sie noch alles riechen?

Atemwegserkrankungen vermeiden

Können Sie noch alles riechen?

Lässt das Riechvermögen nach, merken wir das nicht sofort oder messen dem keine große Bedeutung bei, denn das Riechen ist nicht unbedingt überlebenswichtig. Doch für überraschend viele Menschen, bei denen das Riechen stark reduziert ist, können die Ursachen ernsthafte Atemwegserkrankungen sein.

Vermindertes oder gar verloren gegangenes Riechvermögen tritt bei etwa der Hälfte aller 65-Jährigen auf, wobei es Männer häufiger trifft als Frauen. Ein schlecht funktionierender oder schwankender Geruchssinn fällt uns nicht so schnell auf und behindert uns längst nicht so stark, als wenn z.B. unser Tastsinn oder das Gehör gestört wären. Dennoch sollten wir dieses Symptom beim Riechen nicht unterbewerten, denn es kann auf bisher unentdeckte Atemwegserkrankungen oder andere Störungen hinweisen, z.B. auf erhöhten Blutdruck, aber auch auf Demenz oder Parkinson. Zudem besteht das Risiko, dass wir Gaslecks und Feuer nicht rechtzeitig wahrnehmen und dadurch in Lebensgefahr geraten.

Wenn Ihr Geruchssinn Schwankungen unterliegt

Was wir alle schon mal erlebt haben: Wenn wir unter einem Heuschnupfen, einer Erkältung oder verstopfter Nase leiden, dann ist auch unser Riechen stark eingeschränkt. Die Geruchsstoffe können nicht mehr an die Rezeptoren in der Riechschleimhaut gelangen, wir riechen nichts mehr, oder nehmen Gerüche nur noch sehr abgestumpft wahr. Wenn die Erkältung vorüber ist, können wir wieder genauso gut riechen wie vorher.

Anders aber, wenn die Riechzellen immer wieder oder über längere Zeit gestört werden, z.B. durch chronische Atemwegserkrankungen wie eine Nebenhöhlenentzündung. Dann kann das Riechvermögen dauerhaft und u.U. irreparabel in Mitleidenschaft gezogen werden.

Weitere Ursachen, weshalb unser Geruchssinn schlapp machen kann

1. Ursache, warum das Riechen schlechter wird: Alter. Mit zunehmendem Alter wird die Riechschleimhaut in unserer Nase dünner und trockener, das Riechvermögen lässt nach. Statt wie früher 10.000 unterschiedliche Gerüche können wir nur nach die Hälfte oder weniger in abgeschwächter Intensität wahrnehmen.

2. Ursache, warum das Riechen schlechter wird: Kopfverletzungen, z.B. ein Schlag oder ein Stoß durch einen Sturz oder Unfall, kann die geruchsleitenden Nerven zerstören. Dabei muss nicht einmal eine Gehirnerschütterung vorliegen.

3. Ursache, warum das Riechen schlechter wird: Nebenwirkungen von Medikamenten rufen relativ häufig Störungen unseres Geruchssinns (und unseres Geschmackssinns) hervor. Zu den wichtigsten Auslösern zählen cholesterinsenkende Wirkstoffe wie Atorvastatin, Kalzium-Kanal-Blocker wie Verapamil. Aber auch blutdrucksenkende Mittel wie Doxazosin, Enalapril, Hydrochlorothiazid können das Riechen beeinträchtigen.

4. Ursache, warum das Riechen schlechter wird: Umweltgifte. Welche Umweltgifte als Auslöser in Betracht kommen, ist umstritten. Eine in Mexiko durchgeführte Studie konnte nachweisen, dass Bewohner von Gebieten, in denen die Luft stark verschmutzt war, häufiger von Atemwegserkrankungen, also mangelndem Riechvermögen betroffen waren, als z.B. Bewohner ländlicher Gegenden.

Geruchsverlust ist ein ernstzunehmendes Warnzeichen

Bei 85 bis 90 Prozent aller Alzheimer und Parkinson-Patienten im Frühstadium kann eine abnehmende Geruchswahrnehmung festgestellt werden. Und dass sogar schon mehrere Jahre vor Ausbruch der Erkrankung. Die amerikanische Akademie für Neurologie empfiehlt daher einen standardisierten Riechtest als Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung dieser Krankheiten.

Riechstörungen wurden ebenfalls festgestellt bei einer Schilddrüsenunterfunktion, sowie bei Epileptikern.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Riechvermögen nachgelassen hat, suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf. Nur wenige Ärzte führen routinemäßig einen Riechtest durch, sodass Sie ihn möglicherweise dazu „überreden“ müssen. Es gibt standardisierte Riechtests, bei denen z.B. ein mit verschiedenen Duftstoffen versehenes Papier freigerubbelt und der Duft erkannt werden muss.

Schützen Sie Ihren Geruchssinn

Ist der Geruchssinn ernsthaft beschädigt, regeneriert er sich zwar, wird sich aber nie wieder ganz erholen. Wenn die Ursache eine Entzündung der Nase ist, kann der Arzt Ihnen einen entzündungshemmenden Wirkstoff verschreiben, z.B. Prednisolon als Nasenspray oder in Pillenform. Von einer Langzeittherapie muss ich jedoch dringend abraten, denn als Nebenwirkungen sind Schäden an Leber, Nieren und Knochen beobachtet worden.

Vorbeuge vor Atemwegserkrankungen und den anderen genannten Leiden ist daher der beste Schutz gegen einen schwindenden Geruchssinn. Welche 5 Maßnahmen dabei am erfolgversprechendsten sind, erfahren Sie in der aktuellen Juni-Ausgabe von BENEFIT.

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