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5 Ärztefehler bei der Behandlung älterer Patienten

...und wie Sie sich davor schützen!

Gesundheit im Alter

In Deutschland sind heute 16 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter. Im Jahr 2030 wird dieser Anteil bereits 26 Prozent betragen. Ein Mann, der heute 60 wird, hat rein statistisch noch 19 Lebensjahre vor sich.

Mit dem Alter kommen Weisheit, Erfahrung, Gelassenheit und – hoffentlich – Zufriedenheit in unser Leben. Andererseits wird mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit höher, dass wir einen Arzt benötigen. Ganz gleich ob es Sie selbst, ein Familienmitglied oder einen guten Bekannten betrifft: Achten Sie beim Arztbesuch auf folgende Fehler, die Ärzte im Umgang mit älteren Patienten häufig begehen – nicht absichtlich, sondern aus Unaufmerksamkeit, Zeitdruck oder Routine. Lassen Sie sich nicht mit Floskeln abspeisen! Schließlich geht es um Ihre Gesundheit, da sollten Sie keine Fehler zulassen. BENEFIT hat die fünf häufigsten Arztfehler zusammengestellt und sagt Ihnen, wie Sie sich in solchen Situationen am besten verhalten.

1. Das unsägliche „Das liegt an Ihrem Alter“- Syndrom

Wenn Ihr Arzt Ihnen – ungerechtfertigterweise – einreden will, dass Gelenkschmerzen, Vergesslichkeit, Augenprobleme und andere unliebsame Erscheinungen eine zwangsläufige Folge des Alterungsprozesses seien, mit denen sich ältere Menschen eben abfinden müssten, wird es Zeit für Sie, den Arzt zu wechseln. Denn entgegen einer oft gehörten und weit verbreiteten Ansicht bedeutet das Älterwerden eben nicht, dass Sie automatisch von Schmerzen geplagt, von Vergesslichkeit gebeutelt und von allen möglichen Zipperlein sowie Krankheiten heimgesucht werden!

Mein Tipp: Ihr Arzt sollte mehr können, als solche Allgemeinplätze von sich zu geben! Verlangen Sie von ihm, dass er die tatsächlichen Ursachen Ihrer Beschwerden herausfindet. Er kann es, wenn er will, dafür ist er Mediziner. Sie haben auch als älterer Patient Anspruch auf denselben diagnostischen Aufwand und dieselben technischen und therapeutischen Optionen wie alle anderen Patienten. Werden Ihnen diese Behandlungsmöglichkeiten vorenthalten, suchen sie sich einen Arzt, der Sie und Ihre Beschwerden wirklich ernst nimmt.

2. Die Missachtung vorbeugender Gesundheitsmaßnahmen

Ärzte versäumen bei betagten Patienten oft, die Wichtigkeit und Wirksamkeit vorbeugender Maßnahmen zu erwähnen und detailliert zu besprechen. Das mag bewusst oder unbewusst erfolgen, Tatsache ist aber, dass Ärzte Senioren nicht darüber aufklären, wie sie gesünder leben und Erkrankungen vorbeugen können. Die Doktoren denken wahrscheinlich, dass man seine Lebensführung „in diesem Alter sowieso nicht mehr ändern“ wird oder dass es „für solche Ratschläge ohnehin zu spät“ sei. Diese Denkweise ist meiner Meinung nach nicht mehr weit von einer Diskriminierung der älteren Menschen entfernt!

Prof. Robert N. Butler, Altersforscher und Präsident des Internationalen Zentrums für Langlebigkeit in New York, ermahnt deshalb seine Kollegen, indem er sagt: „Herz-Patienten können zum Beispiel in jedem Alter von einer Ernährungsumstellung, von der Änderung ihrer Lebensweise, von moderatem Bewegungstraining oder – wenn es sein muss – von Medikamenten oder einer Operation profitieren und viele weitere gesunde Jahre verbringen.“

Was für das Herz gilt, gilt auch für andere Gesundheitsstörungen.

Mein Tipp: Wenn Ihr Arzt keine vorbeugenden oder krankheitsbegleitenden Therapie-Maßnahmen erwähnt, fragen Sie ihn gezielt danach und verlangen Sie von ihm konkrete Vorschläge und Maßnahmen.

3. Der „Lassen Sie es langsamer angehen!“-Ratschlag

Ihr Arzt meint vielleicht sogar, er täte Ihnen etwas Gutes, indem er Sie auffordert, es „langsamer angehen“ zu lassen, wenn die Muskeln und Gelenke beim Treppensteigen schmerzen und noch ein „Da müssen Sie sich dran gewöhnen“ hinterher schiebt, wenn Sie ihm erzählen, dass Sie morgens vor lauter Gelenksteifigkeit kaum aus dem Bett kommen.

Mein Tipp: In den meisten Fällen ist es grundverkehrt, sich mit solche Beschwerden abzufinden oder sich gar zu schonen. Ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung ist der beste Weg zur Gesundheit auch im hohen Alter. Professor Butler: „Sogar Senioren in den 80er oder 90er Jahren ihres Lebens können sich durch geeignete Kraftübungen starke und kräftige Muskeln antrainieren und dadurch zum Beispiel ihren Rücken kräftigen und das Sturzrisiko minimieren!“

4. Ärzte stellen nicht genügend Fragen

Für einen älteren Patienten ist es besonders wichtig, einen geduldigen, aufmerksamen und vor allem wissbegierigen Arzt zu haben. Denn ebenso wie Ärzte bestimmte Symptome gern auf das Alter abwälzen, findet sich auch bei den Patienten genauso häufig die Schere im Kopf, die dazu führt, dass sie ihre Beschwerden ebenfalls dem Alter zurechnen und sie dem Arzt gegenüber gar nicht erwähnen, um ihn nicht mit „unnötigem Kleinkram“ zu „belasten“. Oder die Patienten haben Angst davor, dass der Arzt etwas Ernstes findet, und enthalten ihm deshalb wichtige Informationen vor.

Mein Tipp: Seien Sie offen zu Ihrem Arzt. „Belästigen“ Sie ihn mit Ihren Fragen und Anliegen. Schließlich geht es um ein hohes Gut: Ihre Gesundheit! Ein guter, gewissenhafter Arzt wird hier mit viel Ausdauer und Einfühlungsvermögen nachbohren und letztlich zu einer korrekten Diagnose und Therapie finden, anstatt den für ihn bequemeren Weg zu gehen und den Patienten voreilig zu verabschieden.

5. Die falschen Medikamente?

Ältere Patienten reagieren besonders sensibel auf Fehler bei der Medikamenteneinnahme. Beispielsweise auf falsche Dosierungs- und Anwendungshinweise, auf falsche Wirkstoffe und auf Nebenwirkungen. Nicht selten nehmen sie auch mehrere Medikamente gleichzeitig ein, wobei es zu Wechselwirkungen der Wirkstoffe untereinander kommen kann. Auch sind die Anwendungshinweise meist an mittelalten Testpersonen erprobt, für ältere Patienten kann mitunter eine andere Dosierung sinnvoller sein. So wird etw das Beruhigungsmittel Valium vom älteren Organismus nur halb so schnell ausgeschieden wie von einem jüngeren.

Mein Tipp: Fragen Sie Ihren Arzt, ob er bei seinen Einnahmeempfehlungen auch Ihr Alter berücksichtigt hat. Steht auf dem Rezept auch wirklich das Medikament, über das Sie mit ihm gesprochen haben? US-amerikanische Untersuchungen haben ergeben, dass in ca. 8 Prozent aller Verschreibungen an ältere Patienten ein unangemessenes oder falsches Medikament verordnet wurde.

Noch ein Tipp: Achten Sie auch in der Apotheke darauf, das Richtige ausgehändigt zu bekommen. Scheuen Sie sich nicht davor, Ihren Apotheker zu fragen, ob Sie bei der Einnahme mehrerer Medikamente mit Wechselwirkungen rechnen müssen. Er kann dies schnell und ohne großen Aufwand mit seinem Computer überprüfen.

Viele Ärzte sind schnell bei der Hand, wenn es darum geht, ihren alten Patienten Antidepressiva, Tranquilizer oder Schlafmittel zu verschreiben – ausgehend von der falschen Annahme, dass eine eingehende Beratung zur Änderung der Lebensweise beim Patienten wohl nicht auf fruchtbaren Boden fallen dürfte. Sprechen Sie Ihren Arzt offen darauf an. Signalisieren Sie ihm, dass Sie z.B. bei Depressionen eine psychotherapeutische Behandlung der Einnahme von Medikamenten vorziehen.

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