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Wie Sie Bargeld & Co. an Ihre Kinder verschenken

Tipps und Tricks

geöffnete Hände mit kleinem Haus

© aytuncoylum - fotolia

Für viele ältere Menschen ist es eine Herzensangelegenheit: Weil sie finanziell ausgesorgt haben und keine großen Ansprüche stellen, möchten sie einen Teil ihres Vermögens bereits zu Lebzeiten an ihre Kinder und Enkelkinder vermachen.

Wenn Sie jetzt in Spendierlaune sind, sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Grund: In Kürze tritt die neue Erbschaftsteuerreform in Kraft und mit ihr ein ganzes Paket neuer Regelungen. Dann werden die Freibeträge für enge Familienangehörige zwar kräftig angehoben – gleichzeitig aber droht vielen Immobilienerben eine höhere Steuerbelastung. BENEFIT hat für Sie nachgerechnet: Was sich jetzt im Erbrecht ändert und wie Sie mit einer cleveren Strategie Vermögen bereits zu Lebzeiten verschenken, um so die Steuerlast Ihrer Angehörigen zu minimieren

Freibeträge

Satte 400.000 Euro können Sie Ihren Kindern (Ehepartnern: 500.000 Euro) zukünftig hinterlassen, ohne dass diese auch nur einen Cent Schenkungsteuer entrichten müssen. Höhere Beträge werden zunächst mit moderaten 7 Prozent besteuert (siehe Musterbeispiel 1). Auch das Enkelkind profitiert von gestiegenen Freibeträgen: 200.000 Euro – das reicht locker fürs Studium.

Mein Tipp:

Sämtliche Freibeträge können Sie alle zehn Jahre neu ausnutzen. Bei großen Erbschaften können Sie durch Teilschenkungen die Steuerlast erheblich drücken.

Immobilien

Der bisher geltende so genannte Einheitswert für Immobilien (rund 50 bis 60 Prozent des Verkehrswertes) entfällt. Lediglich auf vermietete Objekte gewährt der Fiskus einen kleinen Bewertungsabschlag in Hö- he von 10 Prozent. Das Eigenheim wird dagegen zum vollen Verkehrswert angesetzt. Bei besonders wertvollen Anwesen in Top-Lage wirkt sich die Gesetzesänderung – trotz höherer Freibeträge – negativ aus

Ehepartner

Gut zu wissen: Selbst genutzte Immobilien stehen unter Artenschutz. Schenkt ein Ehepartner dem anderen das Haus, bleibt die Übertragung gänzlich steuerfrei, die Freibeträge werden nicht angetastet. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um ein kleines Appartement oder um eine Luxusvilla handelt. Entscheidend ist allein, dass die Immobilie den Lebensmittelpunkt des Paares bildet

Mein Tipp:

Steht nur ein Ehepartner im Grundbuch, kann es vorteilhaft sein, das Haus zur Hälfte an den anderen zu übertragen. Der schenkt es nach einer Schamfrist von einigen Monaten an den Sprössling weiter, so dass dieser von jedem Elternteil den Freibetrag in Anspruch nehmen kann.

Generationenpakt

Auch so können Sie den Fiskus ganz legal austricksen: Ist die Höchstgrenze der Kinder ausgeschöpft, übertragen Sie weitere Vermögenswerte auf die Enkel und nutzen so deren Freibeträge. Doch Vorsicht: In manch angespannten Familienbanden hört beim Geld die Verwandtschaft auf! Verteilen Sie Ihr Geld also niemals unüberlegt!

Nießbrauch

Als Besitzer einer vermieteten Immobilie können Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Beim so genannten Nießbrauch wird zwar die Immobilie auf die Angehörigen übertragen, mögliche Mieterlöse stehen Ihnen aber weiterhin zu und sichern eine verlässliche Altersvorsorge. Vorteil für den Beschenkten: Der Nießbrauch (muss ins Grundbuch eingetragen werden!) mindert den Wert der Immobilie und somit die Steuerlast

Wohnrecht

Hier wird, anders als beim Nieß- brauch, die vererbte Wohnung weiterhin selbst genutzt. Wirklich wirksam ist dieser Schutz allerdings nur, wenn das lebenslange Wohnrecht auch im Grundbuch eingetragen ist. So stellen Sie sicher, dass spätere Eigentümer Ihnen nicht mit Rausschmiss drohen können. Auch das lebenslange Wohnrecht mindert den Wert der Immobilie und drückt die Steuerlast. Übrigens: Eine monatliche Rentenzahlung an die Eltern können Kinder als Sonderausgabe bei der Einkommensteuer geltend machen. Voraussetzung: Die Rentenzahlungen werden mittels Mieteinnahmen aus dem übertragenen Vermögen erwirtschaftet.

Lebensversicherung

Noch besteht Wahlfreiheit: Empfänger einer laufenden Lebensversicherung können die Police entweder mit zwei Dritteln der eingezahlten Beträge oder mit dem Rückkaufswert versteuern – je nachdem, was für sie günstiger ist. Die meist vorteilhaftere Zweidrittelvariante wird nun im Zuge der Erbschaftsteuerreform gekippt. Bei nahen Verwandten (Kinder, Enkel) wird dieser Nachteil durch die gleichzeitig rasant steigenden Freibeträge mehr als wettgemacht. Spürbar wird der Steuernachteil aber, wenn die Police auf den Lebensgefährten oder Neffen und Nichten übertragen werden soll

Fazit

Ganz klar: Wenn Sie Ihren nahen Verwandten schon zu Lebzeiten üppige Vermögen hinterlassen, wirkt sich das positiv auf deren spätere Steuerlast aus. Wenn Sie frühzeitig beginnen, können Sie nach Ablauf von jeweils zehn Jahren eine neue Freibetragsrunde einläuten. Doch denken Sie bei aller Großzügigkeit auch an sich selbst. An erster Stelle sollte Ihre eigene finanzielle Absicherung und Altersvorsorge stehen!

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