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Schneeschippen und Splitstreuen: gefährliche Haftungsfalle

Keine Kleinigkeit: Stürze direkt vor Ihrem Haus

Mann räumt mit Schneeschaufel den Gehweg im Winter

© ilze79 - 123rf.com

Glatte Straßen, hohe Schneedecken, frostige Temperaturen – wer mag da schon vor 7 Uhr aus dem Haus, um Einfahrt und Gehwege freizuräumen? Doch auch wenn die Versuchung groß sein mag, sich nicht ums winterliche Chaos vorm Haus zu kümmern: Ringen Sie sich dazu durch. Denn andernfalls droht eine extrem teure Haftungsfalle.

Streu- und Räumpflicht für Eigenheimbesitzer und Mieter

Eigentlich sind ja die Städte und Kommunen in der Pflicht, im Winter für passierbare Straßen und Gehwege zu sorgen. Doch die meisten haben diese Pflicht durch eine kommunale Satzung auf die Einwohner übertragen. Wenn es in Ihrer Heimatstadt oder Gemeinde eine solche Satzung gibt, dann heißt das für Sie: Sie müssen Schnee schippen. Und Sie sind auch verantwortlich dafür, bei Eis- und Schneeglätte Salz oder Split zu streuen. Und zwar auf allen (Geh-)Wegen oder Straßen, die direkt an Ihr Grundstück grenzen. Meistens gilt die Räum- und Streupflicht werktags zwischen 7 und 20 Uhr, und sonn- bzw. feiertags zwischen 8 und 19 Uhr. Aufgepasst heißt es nicht nur für Sie, wenn Sie ein Eigenheim besitzen, sondern auch dann, wenn Sie Mieter eines Hauses oder einer Wohnung sind. Denn die Vermieter dürfen als Immobilieneigentümer diese Pflicht auf ihre Mieter übertragen, und sie tun das in der Regel auch, z. B. durch einen entsprechenden Passus im Mietvertrag und durch einen Winterdienst-Zeitplan für alle Mieter. Was aber passiert, wenn Sie die Räum- und Streupflicht ignorieren? Keine Sorge, ein Bußgeld zahlen Sie dann nicht. Teuer kann es aber trotzdem für Sie werden. Und zwar, wenn Menschen auf dem Glatteis ausrutschen und sich verletzen. Dann könnten gegen Sie Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden. Allerdings gibt es für den Hauseigentümer bei der Übertragung der Räum- und Streupflicht Beschränkungen. So brauchen gebrechliche Senioren dem Winterdienst nicht nachzukommen oder auch Mieter nicht, die diese Tätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht übernehmen können.

Winterdienst steuerlich absetzbar

Falls Sie jemanden mit dem Winterdienst beauftragen, verlangen Sie eine Rechnung und zahlen Sie per Banküberweisung. Dann sind die Kosten steuerlich absetzbar: 20 % davon werden direkt von Ihrer Steuerschuld abgezogen, wenn Sie also insgesamt 300 € pro Kalenderjahr dafür ausgeben, dann sparen Sie damit 60 € Steuern. Das geht übrigens auch, wenn einer Ihrer Enkel diesen Dienst übernimmt und eine Rechnung darüber ausstellt. Diese dürfen Sie dann ebenfalls nicht in bar bezahlen, sondern Sie müssen das Geld überweisen, damit es anerkannt wird. Wenn besagter Enkel noch nicht steuerpflichtig ist, dann muss er den Schneeschipp-Lohn auch nicht versteuern.

Zusatztipp: Privathaftpflicht erspart Ihnen Ärger

Sollte es je zu einem Unfall auf schnee- oder eisglatter Tür vor Ihrem Haus kommen: Melden Sie das sofort Ihrer privaten Haftpflichtversicherung. Auch dann, wenn Sie Ihren Räum- und Streupflichten anstandslos nachgekommen sind und das Unfallopfer (oder seine Krankenkasse) dennoch Geld von Ihnen fordert. Denn: Die Haftpflichtversicherung verhält sich in diesem Fall wie eine Rechtsschutzversicherung. Sie wehrt unbegründete Ansprüche ab – dafür beschäftigt sie schließlich ein ganzes Heer von Juristen. Selbst wenn vor Ihrem Haus nicht geräumt und gestreut war, stehen Sie mit einer Haftpflichtversicherung besser da. Denn diese findet möglicherweise heraus, ob das Unfallopfer eine Mitschuld trifft (etwa wegen nicht wintertauglicher Schuhe). Und sie springt auch mit großen Summen ein, wenn Sie gleichwohl zumindest für einen Teil der Behandlungs- und Rehakosten oder Lohnausfälle haften müssen. Falls Sie noch keine Haftpflicht-Versicherung haben, sollten Sie dringend eine abschließen. Meine Empfehlungen: Bavaria Direkt Komfort, Deckungssumme 10 Mio. €, Jahresbeitrag 40,28 € (mit 150 € Selbstbeteiligung 34,10 €). Einen vergleichbaren Tarif stellt der SY24-BlueLineTip-10Mio-Familie-Junge-Leute von Syncro24 dar. Hier liegt der Jahresbeitrag bei 44,27 € für die gleiche Versicherungssumme.

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