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Handwerker-Ärger? So vermeiden Sie ihn

Präzise Absprachen schonen Ihre Nerven und Ihre Geldbörse

Wütender Handwerker und schulternzuckende Unternehmerin

© auremar - 123rf.com

Wenn es Ärger mit der Handwerkerrechnung gibt, trifft nicht selten den Kunden eine Teilschuld. Denn viele Ursachen späterer Auseinandersetzungen liegen in mangelhafter Auftragsabsprache. BENEFIT hat mit mehreren erfahrenen Handwerkern gesprochen und für Sie zusammengestellt, worauf es bei der Beauftragung ankommt.

Kostenvoranschlag

Wenn Sie vorab einen Kostenvoranschlag machen lassen, hat das vor allem den Vorteil, dass beide Seiten sich über den Preis der Handwerkerleistung einigermaßen im Klaren sind. Darüber hinaus zwingt er auch Sie als Auftraggeber, genau zu präzisieren, welche Arbeiten sie ausführen lassen möchten und wann bzw. in welchem Zeitraum diese zu erbringen sind. Bei den Kostenvoranschlägen unterscheidet man zwei Arten

Der unverbindliche Kostenvoranschlag geht davon aus, dass keine unvorhersehbaren Komplikationen bei der Durchführung des Auftrags eintreten. Falls das doch der Fall sein sollte und der zu erwartende neue Endpreis mehr als 1

0 bis 15 Prozent über dem ursprünglich kalkulierten liegen wird, muss der 

Handwerker Sie davon informieren und Ihnen den zu erwartenden Aufpreis mitteilen. Sie können dann entscheiden, ob der Auftrag zu den neuen Konditionen weitergeführt werden soll, oder ob Sie ihn kündigen wollen.

Beim verbindlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie ein sehr detailliertes Angebot, unter dem ein Festpreis steht. Diesen Preis darf Ihr Handwerker nicht überschreiten. Klar, dass darin aber bereits Sicherheitszuschläge enthalten sind. Deshalb fällt der detaillierte Kostenvoranschlag von vornherein oft höher aus als der unverbindliche. Kostenvoranschläge sind grundsätzlich kostenlos. Dennoch gibt es Ausnahmen: Wenn z.B. die Küchenmaschine erst ausgiebig zerlegt werden muss, damit die Ursache des Schadens festgestellt werden kann, darf der Handwerker diese Vorarbeiten in Rechnung stellen.

Zeitrahmen

Setzen Sie Ihrem Handwerker einen Zeitrahmen. Bauhandwerker arbeiten mitunter auf mehreren Baustellen gleichzeitig und teilen die Arbeit nach eigenem Gutdünken ein. Da kann es passieren, dass Sie Ihren Handwerker plötzlich tage- oder wochenlang nicht zu Gesicht bekommen. Wollen Sie dies vermeiden, müssen Sie bereits im Auftrag feste Termine vermerken. Dadurch haben Sie bei Terminüberschreitungen eine Handhabe und können eventuell Schadenersatzansprüche geltend machen. Wenn Sie den Handwerker nicht kennen, sollten Sie nach Möglichkeit im Haus anwesend sein und Ankunfts-, Pausen- sowie Abfahrtszeiten überschlägig notieren. Nach Fertigstellung des Auftrags nehmen Sie die Leistung zusammen mit dem verantwortlichen Handwerker ab. Lassen Sie sich auch eventuell ausgetauschte Aggregate zeigen.

Rechnung

Neben den Materialkosten und Arbeitszeiten stehen auch die Stundenlöhne mit auf der Rechnung. Achten Sie darauf, wer wann gearbeitet hat und ob Azubi-, Gesellenund Meisterstunden getrennt aufgeführt sowie plausibel sind. Wegekosten dürfen auf der Rechnung stehen, allerdings nicht in voller Höhe der Arbeitsstundensätze. Die ortsüblichen Stundenlöhne erfahren Sie bei Ihrer Handwerkskammer.

Mängelrüge

Sind Sie mit der Ausführung der Arbeiten unzufrieden oder haben Sie offensichtliche Mängel entdeckt, müssen Sie dem Handwerker eine angemessene Frist zur Nachbesserung setzen, beispielsweise 3 Wochen. Ist die Nachbesserung erfolglos geblieben oder hat Ihr Auftragnehmer die Frist verstreichen lassen, können Sie Schadenersatz verlangen, den Rechnungsbetrag mindern oder den Schaden von einem anderen Unternehmen beheben lassen. Sie können sogar entstehende Folgekosten, z.B. Miet- oder Nutzungsausfall, in Rechnung stellen. Handwerker haften für ihre Arbeit und das Material 2, bei Immobilien 5 Jahre.

Notdienste

Notdienste kommen in Notfällen – und sind daher besonders teuer. Meist zahlen die Betroffenen gleich bar, voller Erleichterung, dass der erste Schreck vorbei und der Schaden zunächst behoben ist, ein neues Schloss montiert ist oder der Abfluss wieder funktioniert. Doch was, wenn das neue Türschloss nach zwei Wochen den Geist aufgibt und der Ausguss erneut verstopft ist?

Mein Tipp: Auch wenn’s in der Hektik schwerfällt: Erfragen Sie vorher alle Kosten und zahlen Sie nicht sofort bar! Denn ist das Geld erst einmal weg, sind Reklamationen meistens zwecklos

Schiedsstellen und Schlichtungsstellen des Handwerks gibt es bei den Industrie- und Handelskammern in allen größeren Städten. Ein Verzeichnis finden Sie auf der Homepage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags

 

 

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