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Elektrogeräte: Lohnt sich die Zusatzgarantie für Sie?

Checkliste

Verschiedene Elektrogeräte

© Oleksandr Delyk - fotolia

Beim Kauf einer Waschmaschine, eines Fernsehers, eines Computers oder eines Handys gilt die gesetzliche Gewährleistung bzw. Garantie meist nur zwei Jahre. Wenn das Gerät dann nach 25 Monaten den Geist aufgibt, ist eine teure Reparatur fällig. Sind die derzeit von immer mehr Händlern angebotenen Zusatzversicherungen, die vier oder fünf Jahre für Schäden geradestehen, empfehlenswert? BENEFIT ist dieser Frage nachgegangen.

Die Preise und Konditionen der Zusatzversicherungen sind scheinbar beliebig und für den Kunden völlig unübersichtlich: Wer beim Kauf einer Kamera im Wert von 210 Euro noch 70 Euro drauflegt, hat seinen Knipser beispielsweise vier Jahre lang gegen Schäden durch Wasser, Diebstahl oder Sturz abgesichert. Bei einer Waschmaschine für 750 Euro kostet ein fünfjähriger Schutz vor Reparaturkosten 90 Euro zusätzlich, bei einem Fernseher für 600 Euro verlangt der eine Anbieter 72 Euro, der andere sagenhafte 378 Euro! Die Zusatzversicherungen kosten zwischen 6 und über 60 % des GeräteNeupreises! Übrigens: Die Werbeaussage „5 Jahre Garantie“ ist pure Augenwischerei, schließlich greift in den ersten beiden Jahren ohnehin die gesetzliche Gewährleistung bzw. Herstellergarantie.

Zahlen müssen Sie jedoch auch für die beiden ersten Jahre! Was Sie wissen sollten, wenn Sie eine Zusatzversicherung abschließen möchten, erfahren Sie in unserer Checkliste. Fazit: Eine Zusatzversicherung für Elektrogeräte ist wegen der zum Teil völlig überzogenen Prämien un- ökonomisch. Von den gesparten Beiträgen können Sie sich oft schon nach zwei oder drei Jahren ein neues Gerät anschaffen! Die Bedingungen speziell der erweiterten Versicherungen sind kompliziert und enthalten viele Stolperfallen, sodass fraglich ist, ob Sie im Schadensfall Ihr Geld auch wirklich ohne langen Schriftwechsel oder anwaltliche Hilfe bekommen. Uns fiel nur eine Versicherung positiv auf, nämlich die von Conrad Electronic angebotene 48-Monate-Langzeitgarantie. Hier bekommt der Kunde, der z. B. ein Gerät für 290 Euro kauft, eine auf vier Jahre verlängerte Händler-Gewährleistung schon gegen eine einmalige Zahlung von 16 Euro.

Checkliste: Diese Fragen müssen Sie stellen!

Die hohen Preisunterschiede bei den Versicherungen erklären sich zum größten Teil dadurch, dass die Händler entweder eine

einfache Garantie anbieten, die die gesetzliche Gewährleistung und Garantie von zwei auf vier oder fünf Jahre erweitert (das ist die preiswertere Variante), oder ob eine

erweiterte Garantie abgeschlossen wird, die z. B. auch bei Diebstahl leistet sowie auch Wasserund Sturzschäden ersetzt (das ist die teurere Variante). Je nachdem, für welche Zusatzversicherung Sie sich interessieren, sollten Sie vor Vertragsabschluss in aller Ruhe das Kleingedruckte des Vertrags durchlesen. Achten Sie dabei besonders auf diese Punkte:

Was genau heißt „Geld zurück“?

Wenn versprochen wird, dass Sie bei Diebstahl oder im Falle einer unrentabel erscheinenden Reparatur ein Ersatzgerät oder „Geld zurück“ bekommen, wird Ihnen oft nur der Restwert und nicht etwa der Neuwert erstattet. So bekommen Sie etwa bei einem vier Jahre alten Gerät je nach Berechnungsweise nur 40 oder gar 28 % des ehemaligen Neupreises ersetzt! Wie oft wird die Police fällig? Es gibt Policen, bei denen wird der Versicherungsbeitrag nur einmal fällig, bei anderen monatlich oder vierteljährlich über mehrere Jahre hinweg, wenn Sie das Kündigen vergessen! Da wird die Versicherung schnell teurer als das Gerät selbst! Kündigen können Sie übrigens in der Regel jährlich drei Monate vor Fristablauf.

Was genau wird ersetzt?

Hier drohen bei den erweiterten Garantien die meisten Stolperfallen. Daher lohnt das Studium des Kleingedruckten! Handys z. B. werden oft gestohlen. Diebstahl wird jedoch bei den Versicherern nur unter Auflagen ersetzt. So muss das Handy bei dem einen Versicherer in Innentaschen der Bekleidung getragen werden, bei anderen ist es im Auto nur im abgeschlossenen Handschuhfach oder Kofferraum versichert, andere wiederum versichern nur den Zeitwert (z. B. unter Berechnung eines Wertverlusts von 2 % pro Monat) oder verlangen eine Selbstbeteiligung von 20 % des Schadens bzw. einen Fixbetrag vom Kunden, z. B. 125 €. Noch ein wichtiger Prüfpunkt: Umfasst die Garantie auch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit? 

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