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Augen auf bei Kombi-Produkten: Zinsbonbon mit Verlustrisiko

Gehen Sie den Banken nicht auf den Werbe-Leim!

Glas voller Münzgeld

© Yabresse - fotolia

Nun versuchen die findigen Produktmanager von Banken und Sparkassen, das lukrative Geschäft mit den Firmenanteilen wieder anzukurbeln. Quasi durch die Hintertür sollen Privatanleger zurück aufs Börsenparkett geführt werden. Das Zauberwort der Branche heißt „Kombi-Produkt“. Die Anbieter schnüren vornehmlich Aktien- und Immobilienfonds mit einer Zinsanlage zusammen.

Aufpassen: Zinsen gibt’s nur für die Hälfte!

In der Werbung klingt es dann verlockend: „Spar & Invest bringt Ihr Kapital schneller in Pole Position“ verspricht etwa die BMW-Bank ihren Kunden. Vollgas geben sollen Investoren dabei mit einem Sparkonto, das mit beachtlichen 5,5 Prozent verzinst wird. Der Pferdefuß: Den flotten Zins bekommen Sie lediglich auf die eine Hälfte Ihrer Einlage. Die andere Hälfte müssen Sie in Fonds investieren. Wählen können Sie zwischen dem DWS Vermögensbildungsfonds I und dem Axa Immoselect. Die Renditechancen sollen langfristig hoch sein, kurz- und mittelfristig aber drohen Ihnen sogar Verluste.

Lassen Sie sich nicht von hohen Zinsen blenden!

Tatsächlich klingen Angebote wie die aus Bayern verlockend. Bis zu acht Prozent Zinsen auf täglich verfügbares Geld sind schließlich deutlich mehr als das, was sonst am Markt erzielbar ist. Ob Fest- oder Tagesgeld, Sparbuch oder Sparbrief – kaum drei Prozent Zinsen sind risikolos bei kurzfristigen Anlagen derzeit drin. Aber lassen Sie sich keinen Sand in die Augen streuen! Den attraktiven Zinsen stehen meistens erheblich Nachteile gegenüber.

Die wichtigsten sind:

 

  • begrenzte Auswahl überwiegend hauseigener Fonds,
  • volle Ausgabeaufschläge bis zu 5 Prozent für den Erwerb von Fondsanteilen,
  • Depotgebühren für die Verwaltung des Tagesgeldes und der Fondsanteile.

 

 

Aus meiner Sicht werden Sie als Anleger mit Kombi-Produkten meistens an der Nase herumgeführt. Häufig zahlen Sie die kurzfristig erhöhten Zinsen in Wahrheit aus Ihrer eigenen Tasche: über den Ausgabeaufschlag der Fondsprodukte, der als Provision an die Banken zurückfließt.

Finger weg, wenn Sie kurzfristig an das Geld heran müssen

Auch Verbraucherschützer warnen vor den Produkten. Tenor: Wer primär an der Liquidität einer Tages- oder kurzfristigen Festgeldanlage interessiert ist, sollte solche Produkte meiden. Nur für Anleger, die ohnehin damit liebäugeln, in Fonds zu investieren, kann sich das Kombi-Angebot rechnen. Abzuraten ist aus meiner Sicht von Angeboten überregionaler Banken vor Ort (Deutsche, CitiBank, Commerzbank, HBV). Dort tauchen von Zeit zu Zeit immer wieder Kombi- Produkte auf. Meistens sind die Konditionen und die Auswahl der Fonds sehr mäßig. Eine Reduzierung der Ausgabeausschläge wird Ihnen in den seltensten Fällen angeboten.

Achten Sie auf das Kleingedruckte!

Tatsächlich sollten Sie – wenn Ihre Bank Sie auf derartige Produkte anspricht – sich die verschiedenen Szenarien durchrechnen lassen. Denken Sie dabei immer daran, dass rund 90 Prozent aller in Deutschland erhältlichen Fonds zu einem reduziertem Ausgabeaufschlag zu erhalten sind. Neben der Verpflichtung, einen Teil des Investments in Fonds zu stecken, locken Finanzdienstleister mit zeitlich begrenzten Zinskonditionen, die an die Eröffnung von Wertpapierdepots gebunden sind. Der Haken: Die Angebote gelten meist nur für Neukunden, sind auf eine feste Anlagesumme (zum Beispiel für die ersten 10.000 Euro) begrenzt und verpflichten Sie unter Umständen, Aktien oder Fonds im Gegenwert von mindestens 4.000 Euro ins Depots zu legen – entweder Sie übertragen bestehende Bestände oder Sie müssen Anteile ordern.

Mein Fazit:

Lockzinsen sind nicht automatisch unseriös. Sie müssen die Konditionen aber genau unter die Lupe nehmen. Wenn Sie nur Tagesgeld anlegen wollen und keine Aktien, Anleihen oder Fonds brauchen, sollten Sie die Kombis einfach links liegen lassen.  

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