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Neue Steueridentifikationsnummer

2 Millionen Rentnern droht Steuernachzahlung!

Haben Sie auch schon Post vom Bundeszentralamt für Steuern in Bonn bekommen? Wenn nicht, steht Ihnen das in den nächsten Monaten im Rahmen der wohl größten Briefversandaktion in der deutschen Geschichte noch bevor. Inhalt: Ihre 11-stellige Steueridentifikationsnummer.

Inhalt: Ihre 11-stellige Steueridentifikationsnummer. Damit soll Steuerhinterziehung und Sozialmissbrauch der Garaus gemacht werden. Zudem will der Fiskus damit immer mehr eigene Aufgaben auf die Unternehmen und Bürger abwälzen. Schon 2011 sollen alle Unternehmen Ihre Steuern online melden und noch mehr teure Arbeitstunden ohne Gegenleistung für den Staat opfern müssen. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der einzelne Bürger seine Steuererklärungen online ans Finanzamt zu schicken hat. BENEFIT hat recherchiert, was diese Neuerung für Sie als Steuerzahler jetzt schon bedeutet.

Wer bekommt die neuen Nummern?

Jeder Bürger, der mit Haupt- oder alleiniger Wohnung in Deutschland angemeldet ist, bekommt diese Nummer, die ihn unverwechselbar und einzigartig gegenüber den Steuerbehörden ausweist und identifizierbar macht. Sie ersetzt die bisherige Steuernummer der Einkommensteuerzahler und auch die gute alte Lohnsteuerkarte soll spätestens 2010 Geschichte sein.

Wenn Sie selbstständig tätig sind, werden Sie zusätzlich eine Wirtschafts-Identifikationsnummer erhalten. Wann diese eingeführt wird, ist allerdings noch unklar.

Wie lange gilt diese Nummer?

Die Nummer behalten Sie ein Leben lang, ganz egal, ob Sie umziehen oder die berufliche Tätigkeit wechseln, ob Sie noch nicht, oder nicht mehr berufstätig sind. Sie gilt sogar noch 20 Jahre über den Tod hinaus – schließlich können sich z.B. Erbschaftsangelegenheiten lange hinziehen und Vater Staat will sich seine Zugriffsoptionen natürlich offen halten.

Was bedeutet die Einführung der Steueridentifikationsnummer für Sie? Worauf sollten Sie achten?

  • Die Ämter weiten ihre Kontrollmöglichkeiten mit dieser Maßnahme enorm aus. Wer als Rentner bei der Steuererklärung „vergisst“, eine Zusatzrente anzugeben, oder als eifriger Verkäufer bei einem Internet-Auktionsportal die Grenze zur gewerblichen Tätigkeit überschreitet, gerät in Zukunft sehr viel schneller als bisher in das Visier der Steuerbehörde.
  • Auch Ruheständler, die keine Einkommensteuererklärung abgeben, obwohl sie dazu verpflichtet wären, fallen nun schneller auf. Experten schätzen, dass im kommenden Jahr bis zu 2 Millionen Rentnern eine Aufforderung zur Steuernachzahlung ins Haus flattern wird. Unter Umständen wird dann Ihre Steuerschuld von 4 Jahren (2005 bis 2008) auf einmal fällig!
  • Hinterzogene Einnahmen können ebenso entdeckt werden, wie „Notgroschen“, die irgendwo auf einem Konto liegen und bisher z.B. bei Zwangsvollstreckungen oder Anträgen auf staatliche Unterstützung gern verschwiegen wurden. Das Schlimme daran: Schon bei einem bloßen Verdacht können die Behörden alle Konten, Kontostände und Geldbewegungen einsehen. Sie müssen den Kontoinhaber nicht davon in Kenntnis setzen, sondern können dies heimlich ohne dessen Wissen veranlassen. Dabei kann z.B. schon der Besitz mehrerer Konten als Verdachtsmoment ausreichen. Generell verdächtig sind auch Antragsteller auf Steuerstundung. Spezielle Computerprogramme ermöglichen dem Staat großflächige Abfragemöglichkeiten.
  • Vorsicht bei Zuwendungen: Wenn z.B. ein Vater seiner arbeitslosen Tochter, die Hartz IV-Empfängerin ist, 500 Euro zum Geburtstag schenkt, zählt dies für die Tochter als Einnahme und zieht eine Neuberechnung der staatlichen Leistungen nach sich. Dies war bisher zwar auch schon der Fall, kann aber von den Finanzbehörden jetzt besser nachgewiesen werden - sofern das Geschenk nicht in bar, sondern per Banküberweisung den Besitzer gewechselt hat.
  • Ähnliches gilt für Eltern oder Großeltern, die Geld auf die Konten ihrer Kinder überweisen. Wenn die dort erzielten Zinsen die Freibeträge der Kinder übersteigen, müssen diese sie versteuern. Auch hier hat die Finanzbehörde jetzt leichtes Spiel.
  • Lohnt die Kapitalflucht ins Ausland? Nein. Schon seit 2005 gilt: Auslandskonto schützt vor Steuern nicht! Kapitalerträge, die Sie innerhalb der EU erzielen, werden den deutschen Finanzbehörden automatisch mitgeteilt. Mit 5 Ausnahmen. Die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Belgien und Luxemburg leiten keine Kontrollmitteilungen weiter, erheben dafür aber eine Quellensteuer von derzeit 20, ab 1.7. 2011 sogar 35 Prozent auf Kapitalerträge.

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