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Prozesskosten-Finanzierer: Spartipps die sich lohnen?

Spartipps: Rechtsschutz gegen Provision

Prozesskosten können abschreckend hoch sein

Viele Schadenersatzforderungen, Erbstreitigkeiten oder Unterhaltsforderungen landen allein deshalb nicht vor Gericht, weil den potenziellen Klägern das Geld für einen Prozess fehlt. Prozesskosten-Finanzierer gelten als Spartipp.

Prozesskosten-Finanzierer übernehmen gegen eine Erfolgsbeteiligung sämtliche anfallenden Prozesskosten, inklusive Verlustrisiko. Mit einem solchen Sponsor im Rücken lässt sich erfolgreich vor Gericht klagen. Reine Wohltätigkeitsorganisationen sind die Geldgeber aber nicht, bei erfolgreichem Prozessausgang vor Gericht verlangen sie eine Provision. Die liegt meist zwischen 20 und 30 Prozent, bei hohen Streitwerten zwischen 15 und 20 Prozent der erstrittenen Summe – nach Abzug der entstandenen Prozesskosten versteht sich. Konnten sich die Parteien außergerichtlich einigen, ist die Gebühr rund 10 Prozent geringer.

Weniger lukrative Fälle werden von den Geldgebern via Mindeststreitsumme von vornherein aussortiert. Zwar gibt es auch Prozesskosten-Finanzierer, die auf eine Untergrenze verzichten – das bedeutet aber keineswegs, dass jeder Antrag angenommen wird. Um die Erfolgsaussichten abschätzen zu können, nehmen die Prozesskosten-Finanzierer sämtliche Anträge akribisch unter die Lupe. Nur wenn eine hohe Chance besteht, den Prozess auch wirklich zu gewinnen, wagen sie ein Engagement. Entsprechend hart ist die Auslese bei diesen Spartipps: Mehr als 90 Prozent aller Anfragen werden abgelehnt. Dafür liegt die Erfolgsquote vor Gericht entsprechend hoch. Das Unternehmen Foris, Deutschlands ältester Prozessfinanzierer, hat im letzten Jahr 68 Prozent aller Fälle für sich entschieden. 

Ganz klar: Wer einen Geldgeber im Rücken hat, muss sich um das Prozessrisiko wegen der Spartipps keine Sorgen machen. Dennoch eignen sich Prozesskosten-Finanzierer nur bedingt als Alternative zur klassischen Rechtsschutzversicherung. Für die muss man zwar, je nach Policenumfang, üppige Jahresbeiträge zahlen, dafür ist im Ernstfall die Chance einer Kostenzusage ungleich höher. Bei alltäglichen verkehrsrechtlichen Auseinandersetzungen oder arbeitsrechtlichen Verfahren in denen z.B. um die Wiedereinstellung gestritten wird, winken die Prozessfinanzierer als Spartipps ohnehin ab – denn hier gibt es meist nicht viel zu holen.

Fazit: Prozesskosten-Finanzierer sind keine Alternative zur herkömmlichen Rechtsschutz-Versicherung. Dennoch können sie in bestimmten Fällen als Spartipps vor Gericht durchaus hilfreich sein, etwa wenn keine Rechtsschutzversicherung besteht und große Beträge auf dem Spiel stehen. Wenn es z.B. zu Erbstreitigkeiten kommt, wenn es im medizinischen Bereich um Fragen der Arzthaftung oder um Auseinandersetzungen um Immobilien geht, können Prozesskosten-Finanzierer durchaus eine Alternative sein.

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