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Nebenverdienst im Ruhestand

So machen Sie für den Ruhestand alles richtig

Ein Nebenverdienst im Ruhestand ist eine sinnvolle Sache

Im Ruhestand die Füße hochlegen und eine ruhige Kugel schieben? Für viele kommt das überhaupt nicht in Frage. Viele wollen auch in Rente noch einen Nebenverdienst haben und arbeiten. So klappt´s.

Je nach Höhe des Gehalts kann Ihr Nebenverdienst allerdings Auswirkungen auf Steuerpflicht und Rentenbezüge haben. Bevor Sie sich also im Ruhestand an die Arbeit machen, sollten Sie ausreichend informiert sein. BENEFIT beantwortet die wichtigsten Fragen über den Nebenverdienst im Ruhestand:

Wo finde ich interessante Angebote für den Nebenverdienst?

Ganz klar: Wer einen Nebenverdienst in der näheren Umgebung sucht, greift erst mal zum Anzeigenteil der heimischen Lokalzeitung. Doch deren Auswahl an Stellenangeboten ist in der Regel überschaubar. Mehr Chancen auf einen Nebenverdienst im Ruhestand haben Sie mit einem Klick ins Internet. Zum Beispiel beim Städteportal www.meinestadt.de – einfach die nächst größere Ortschaft in Ihrer Nähe eingeben und dort auf „Stellenangebote“ gehen. Auf www.jobboerse.arbeitsagentur.de finden Sie eine bundesweite Minijob-Börse (Beschäftigungen auf 400 Euro-Basis). Die renommierten Online-Stellenvermittler wie www.jobscout24.de, www.monster.de oder www.jobmonitor.com greifen auf riesige Datenbanken für Nebenverdienste zurück und erhöhen so die Trefferchancen.

Mein Tipp für den Nebenverdienst im Ruhestand: Das Stellennetzwerk www.expertia.de richtet sich konkret an Arbeitssuchende mit mindestens 25 Jahren Berufserfahrung. Melden Sie sich dort kostenlos an und erstellen Sie Ihr individuelles Qualifikationsprofil und punkten Sie mit Ihrem geballten Berufs-Know-how.

Gibt es eine Grenze für den Nebenverdienst?

Wer die Regelaltersgrenze von 65 erreicht hat, darf in seinem Ruhestand so viel jobben, wie er möchte. (Was der Staat an Steuern abzieht, steht im BENEFIT-Spezialreport „Steuern im Ruhestand“, erschienen Januar 2008.) Allerdings wird das Renteneintrittsalter im Rahmen der unliebsamen Rentenreform schrittweise auf 67 erhöht – Betroffen sind die Jahrgänge ab 1947.

Frührentner müssen dagegen aufpassen, denn für sie gelten individuell bestimmte Hinzuverdienstgrenzen für den Nebenverdienst im Ruhestand. Wer diese überschreitet, dem wird die Rente im Ruhestand kräftig gestutzt. Immerhin hat der Gesetzgeber die Untergrenze für den Nebenverdienst kürzlich etwas erhöht. Sie liegt jetzt auf Minijobber-Niveau. Konkret heißt das: Als Frührentner können Sie monatlich bis zu 400 Euro hinzu verdienen, ohne auf die so genannte Vollrente verzichten zu müssen. Auch Sonderzahlungen, wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden berücksichtigt: Zweimal innerhalb eines Kalenderjahrs darf man den doppelten Höchstbetrag ansetzen und bis zu 800 Euro verdienen. Wirft Ihr Nebenverdienst jedoch mehr als 400 Euro im Monat ab, setzt der Rentenversicherungsträger den Rotstift an.

Wie viel Rente wird für den Nebenverdienst gekürzt?

Je nach Höhe der Nebeneinkünfte wird Frührentnern nur noch eine 2/3-Teilrente, 1/2-Teilrente oder 1/3 Teilrente im Ruhestand ausgezahlt. Wer die Grenze der 1/3 Teilrente überschreitet, dem wird das Ruhegeld komplett gestrichen. Maßgeblich ist vor allem das individuelle Einkommensniveau der letzten drei Berufsjahre vor dem Ruhestand. Je mehr Sie in der Lohntüte hatten, desto mehr dürfen Sie als Frührentner hinzuverdienen – bei Erwerbsgeminderten werden die Limits etwas großzügiger ausgelegt. Tipp: Lassen Sie sich Ihre persönlichen Hinzuverdienstgrenzen für den Ruhestand vom Rentenversicherer ausrechnen,– den müssen Sie ohnehin über Ihren Nebenverdienst informieren (Tel. 0800-10004800). Wenn Ihr Rentenbescheid neueren Datums ist, sind hier die von Ihnen zu beachtenden Hinzuverdienstgrenzen aufgeführt.

Wie wirkt sich der Nebenjob auf die Steuerlast aus?

Wer 2009 in den Altersruhestand tritt, muss lediglich 58 Prozent seiner Bezüge versteuern. Dank der Freibeträge kann er laut Berechnungen des Bundesfinanzamts jährlich bis zu 17.300 Euro (Verheiratete 34.600 Euro) Rente komplett steuerfrei einstreichen. Addiert sich noch der Nebenverdienst dazu, greift der so genannte Alterentlastungsbetrag. Mit ihm kann der Unruheständler (Jahrgang 1944) seine steuerpflichtigen Einkünfte noch mal um 35,2 Prozent, maximal 1.672 Euro, herunterrechnen. Ein weiteres Privileg für den Ruhestand übrigens, das dahinschrumpft, denn der Altersentlastungsbetrag wird von Jahrgang zu Jahrgang gekappt.

Doch selbst wenn Freibeträge und Entlastungsbeträge voll ausgeschöpft wurden, schmerzt die Steuerkeule beim Nebenverdienst im Ruhestand nur mäßig: Bei einem gängigen persönlichen Steuersatz in Höhe von 20 Prozent, müssen Sie nur jeden fünften Euro an den Fiskus abtreten.

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