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Solar-Aktien im Aufschwung

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Aufatmen in der Photovoltaik-Branche: die Subventionen fließen weiter. Nach dem Ende des politischen Gezerres können sich nun auch die Anleger über sonnige Gewinnaussichten freuen.

Die Einspeisevergütung für Solarstrom wird nur geringfügig gekürzt. Von den staatlichen Garantiezahlungen profitiert ein ganzer Industriezweig – vom Siliziumhersteller über die Solarzellenfertiger bis hin zum Anbieter kompletter Photovoltaiksysteme. Anleger können am boomenden Geschäft mit der Sonnenenergie mitverdienen. Interessenten sollten ihr Engagement aber unbedingt langfristig ausrichten denn in puncto Kursverlauf liegen bei Solaraktien Licht und Schatten oft dicht beieinander. BENEFIT hat für Sie aussichtsreiche Einzeltitel und interessante Fondslösungen herausgepickt.

Es ist schon ein wenig skurril: Ausrechnet unser kaltes Deutschland ist das unumstrittene Mekka der Sonnenenergie: Allein im letzten Jahr gingen hierzulande rund 1,1 Gigawatt Solarstrom ans Netz. Zum Vergleich: In den sonnenverwöhnten Regionen Saudi-Arabien und den Golfstaaten waren es magere 36 Megawatt – weniger als ein Zwanzigstel der hiesigen Produktion!

Dank des umweltpolitischen Rückenwindes sind es denn auch deutsche Firmen, die seit Jahren eine Vorreiterrolle in der Solartechnik einnehmen. Doch längst haben auch andere EU-Staaten Förderprogramme aufgelegt die die Anschaffung umweltfreundlicher Solaranlagen schmackhaft machen sollen. Neben Österreich und den Niederlanden sind dies vor allem südeuropäische Staaten Italien, Spanien und Griechenland. Von den neuen Märkten profitiert wiederum die innovative deutsche Solarindustrie.

Q-Cells vor neuem Wachstumsschub

Beispiel Q-Cells (ISIN: DE0005558662): Die einst kleine Kollektorenschmiede aus Thalheim in Sachsen-Anhalt ist innerhalb kurzer Zeit zum größten unabhängigen Hersteller von Solarzellen gewachsen. Q-Cells verfügt über ein breit aufgestelltes Technologie-Portfolio und ist zudem im wichtigen und zukunftsträchtigen Dünnschichtsegment stark positioniert. Der Blick auf die Geschäftszahlen bestätigt den Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr 2008 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65 Prozent auf 579,5 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen lag mit 119 Millionen Euro um 47 Prozent höher als vor Jahresfrist. Ein Erfolg der nicht zuletzt dank konsequenter interner Kostensenkungen erzielt wurde.

Allerdings dürften Meldungen über geplante Subventionskürzungen in Spanien, dem wichtigsten Auslandsmarkt von Q-Cells, die Aussichten etwas trüben. Verantwortliche Energiepolitiker und Regierung beabsichtigen die Einspeisevergütung teilweise drastisch zu senken.

Dafür stärken die Ostdeutschen ihre Aktivitäten in Amerika und wollen zwei bis drei Milliarden US-Dollar in ein neues Werk in Mexiko investieren. Dort erwarten Experten in Zukunft einen Solarboom – die beiden Präsidentschaftskandidaten Obama und McCain haben jedenfalls angekündigt, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen.

Für Anleger ist der Einstiegszeitpunkt günstig: War die Q-Cells-Aktie im letzten Jahr mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 70 – bedeutet, dass der Gewinn 70 mal in der Notierung  enthalten ist –  noch extrem teuer, so ist das Papier mit einem 2009er KGV von 18 wieder sehr attraktiv bewertet.

Eine der aussichtsreichsten Investitionen: Solon

Auch der Modulhersteller Solon (DE0007471195) hat ein glänzendes Halbjahresergebnis hingelegt und verdoppelte Umsatz und Gewinn.

Die Berliner erwirtschafteten rund 80 Prozent ihrer Erträge im Ausland, dabei sind vor allem die südeuropäischen Märkte wichtige Gewinntreiber.

Für die Deutsche Bank wird Solon bis 2010 in Süditalien schlüsselfertige Solarkraftwerke in einem Gesamtumfang von bis zu 150 Megawatt errichten. Der daraus resultierende Umsatz wurde nicht kommuniziert, dürfte aber mindestens 600 Millionen Euro erreichen. Zum Vergleich: 2008 erwarten Analysten einen Solon-Umsatz von 880 Millionen Euro. Obwohl der Modulhersteller geringere Umsatzrenditen erzielt als Q-Cells oder Solarworld, fällt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 10 für das Jahr 2009 angesichts des Gewinnwachstums völlig aus dem Rahmen. Solon gilt daher als eine der aussichtsreichsten Investitionen im Sektor.

Lukrativer Zuliefererwert: Roth und Rau

Mit „Anlagen für die Antireflexbeschichtung und Passivierung von kristallinen Siliziumsolarzellen“ macht der Solarzulieferer Roth und Rau (ISIN DE000A0JCZ51) satte Gewinne.

Was für den Laien fachchinesisch klingt, ist die Voraussetzung für die Massenproduktion von Solarzellen. Rund 100 Millionen Euro setzte die Komplettlösungssparte des Konzern im ersten Halbjahr 2008 um. Geht es nach den optimistischen Prognosen der Analysten, werden es am Jahresende insgesamt 260 Millionen Euro sein.

Durch eine erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung von 100 Mio. Euro sind zudem finanzielle Mittel für die weitere Expansion vorhanden. Auch wenn sich die Aktie in letzter Zeit in einer Seitwärtsbewegung befand – die gute Auftragslage und Übernahmespekulationen dürften auf längere Sicht zu Kurssteigerungen führen. Geschätztes KGV für 2009 ca. 14.

Vorsicht: Marktbereinigung steht bevor

Dennoch – trotz aktueller Rekordergebnisse besteht für die Voltaik-Unternehmen kein Grund, sich in den schwarzen Zahlen zu sonnen. Langfristig werden nur jene Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen, die zukünftige Subventionskürzungen am besten wegstecken können. Dabei gilt: Je niedriger die Einspeisevergütung, desto stärker der Kostendruck auf die Solaranlagen und umso kleiner die Gewinnmarge der Lieferanten.

Auf Dauer führt aber kein Weg an alternativen Energien wie Solarstrom vorbei. Das Nachfragepotential ist bei weitem nicht ausgeschöpft, so dass die Branche in Zukunft auch ohne Subventionen gut verdienen dürfte.

Tipp für Fonds-Liebhaber: New Energy Fund

Anleger die Einzelwerte scheuen und mehr Ruhe und Sicherheit durch Diversifizierung in ihr Depot bringen wollen, setzen auf Erneuerbare-Energien-Fonds. Erfolgreiche Papiere, wie der New Energy Fund (ISIN LU0121747215) der Schweizer Sarasin Bank, setzt neben großen deutschen Solarwerten (Q-Cells, Solarworld) auch auf europäische Schwergewichte aus der Windenergiebranche (z.B. Vestas, Air Liquide).

Immerhin: Seit dem Kursrutsch im Jahre 2003 konnte der Fonds um über 160 Prozent zulegen.

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