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Erbschaftsteuer-Reform!

Höhere Freibeträge beim Erben und vererben

Die Erbschaftsteuer-Reform: Was auf Sie zukommt

Reform der Erbschaftsteuer: Eine Immobilie, die zum Erben und vererben bereit steht, wird weitgehend von der Erbschaftsteuer entlastet, die Freibeträge für Ehegatten, Kinder und Enkel beim Erben und vererben werden angehoben und auch Firmenerben können die Last der Erbschaftsteuer mindern.

Bundesfinanzhof und Bundesverfassungsgericht hatten die Gleichbewertung von Immobilien- und Kapitalvermögen beim Erben und vererben mehrfach angemahnt und für deren gesetzliche Umsetzung eine Frist bis Ende 2008 gesetzt. Der Gesetzentwurf für die Erbschaftsteuer soll daher noch bis Ende 2008 durch die Instanzen laufen und ab 2009 Gesetz werden.

Ihr Haus kann von der Erbschaftsteuer komplett verschont werden

  • Die wohl spektakulärste Veränderung im kommenden Gesetz zur Erbschaftsteuer betrifft die vererbte Immobilie. Diese kann man – unabhängig von ihrem Wert - steuerfrei vererben, wenn der hinterbliebene Ehepartner sie selbst nutzt, also in der Immobilie wohnen bleibt.
  • Wollen Sie die Immobilie an die Kinder vererben, ist ebenfalls Steuerfreiheit vorgesehen, sofern die Wohnfläche pro Kind 200 Quadratmeter nicht überschreitet. Darüber hinausgehende Wohnfläche muss beim Erben und vererben anteilig versteuert werden. Auch hier gilt: Die Kinder müssen die Immobilie selbst bewohnen und dürfen sie innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht vermieten, nicht verkaufen und keinen Zweitwohnsitz anmelden.
  • Sollen Enkel die Immobilie erben, müssen Sie sie für die Erbschaftsteuer voll versteuern. Allerdings wird ihr Freibetrag beim Erben und vererben von bisher 51.200 auf 200.000 Euro aufgestockt.

Oberhalb dieser Freibeträge muss die Immobilie in Zukunft allerdings nicht mehr wie bisher zum günstigen Marktwert, sondern zum aktuellen Verkehrswert, der durchaus doppelt so hoch wie der Marktwert sein kann, für die Erbschaftsteuer versteuert werden.

Diese Regelungen bei der Erbschaftsteuer gelten beim übrigen Vermögen

  • Beim sonstigen Vermögen zum Erben und vererben können sich Ehepartner, Kinder und Enkel des Erblassers über wesentlich großzügigere Freibeträge freuen. Witwe/Witwer steht künftig ein Freibetrag von 500.000 (bisher 307.000) Euro zu. Darüber hinausgehendes Vermögen wird beim Erben und vererben – je nach Höhe – mit Sätzen zwischen 7 und 30 Prozent besteuert.
  • Der Freibetrag für Kinder beim Erben wird auf 400.000 (bisher 205.000) Euro nahezu verdoppelt. Werden die Freibeträge überschritten gelten dieselben Steuersätze der Erbschaftsteuer wie für den hinterbliebenen Ehepartner.
  • Für Enkel gilt der bereits oben erwähnte Freibetrag beim Erben. Eingetragene Lebenspartner erhalten denselben Freibetrag wie Ehepartner, stehen jedoch bei der Erbschaftsteuer jenseits dieses Freibetrags (zwischen 30 und 50 % statt 7 bis 30 %) deutlich schlechter da.
  • Schlechter als bisher stehen sich bei der Erbschaftsteuer auch alle weiter entfernten Verwandten, also Geschwister, Neffen, Nichten und sonstige Erben. Für sie ist lediglich ein Freibetrag von 20.000 Euro vorgesehen. Darüber hinaus geerbtes Vermögen wird – je nach Höhe - mit heftigen 30 bis 50 % besteuert.

Mit diesen Neuregelungen der Erbschaftsteuer begünstigt der Gesetzgeber vor allem die Kernfamilie. Der überlebende Ehepartner sowie die Kinder sind sowohl beim Immobilien- als auch beim übrigen Vermögen deutlich besser gestellt als bisher.

Das soll bei Betriebsvermögen gelten

Beim Erben und vererben eines Unternehmens kann sich der Erbe verpflichten, dieses 10 Jahre weiter zu führen. Die Lohnsumme muss ferner nach 10 Jahren bei mindestens 1.000 Prozent des Ausgangswerts liegen (Hintergrund: Die Zahl der Arbeitsplätze soll erhalten werden). Werden beide Bedingungen beim Erben und vererben erfüllt, fällt keine Erbschaftsteuer an.

Wird das Unternehmen nur 7 Jahre weitergeführt (bei einer Lohnsumme von 650 Prozent), werden auf das Betriebsvermögen 15 Prozent Steuern erhoben.

Darauf sollten Sie achten: Die wichtigsten Fallen der neuen Regelungen für die Erbschaftsteuer

  • Großeltern, die Ihre Immobilie nicht ihren Kindern, sondern ihren Enkeln übertragen möchten, sollten sich dies in Zukunft genau überlegen bzw. ausrechnen, denn Enkel profitieren anders als Kinder beim Erben von Immobilien nicht von der Steuerfreiheit.
  • Wenn mehrere Kinder ein Haus erben, zahlt meist ein Kind die anderen aus. Der neue Hauseigentümer kann dann zwar frei von der Erbschaftsteuer bleiben, doch dessen ausbezahlte Geschwister müssen bei Überschreiten ihres Freibetrags Steuern abführen. Hier ist Streit vorprogrammiert.
  • Unverheirateten droht ein böses Erwachen: Wer in „wilder Ehe“ lebt und ein Haus von seinem Lebenspartner erbt, profitiert nicht nur nicht von der Steuerfreiheit der Immobilie, ihm steht darüber hinaus auch nur ein schmaler Freibetrag von 20.000 Euro zu. Beim Erben und vererben von beispielsweise einem Haus im Verkehrswert von 350.000 Euro plus ein sonstiges Vermögen von 150.000 Euro, muss auf 350.000 plus 150.000 = 500.000 minus 20.000 = 480.000 € 30 % Erbschaftsteuer gezahlt werden, also 144.000 €.

Nachlass

Bisherige Besteuerung

Besteuerung ab 2009*

Immobilie

Besteuerungsgrundlage: Marktwert

Freibetrag Ehepartner: 307.000 €

Freibetrag Kind: 205.000 €

Freibetrag Enkel: 51.200 €

 

Besteuerungsgrundlage: Verkehrswert

Ehepartner: unbegrenzt steuerfrei

Kinder: steuerfrei bis 200 qm pro Kind

Freibetrag Enkel: 200.000 €

Sonstiges

Vermögen

Freibetrag Ehegatte: 307.000 €

jenseits des Freibetrags 7 - 30 %

 

Freibetrag Kind: 205.000 €

jenseits des Freibetrags 7 – 30 %

 

Freibetrag Enkel: 51.200 €

jenseits des Freibetrags 7 – 30 %

 

Freibetrag Geschwister, Nichten, Neffen: 10.300 €

jenseits des Freibetrags 12 - 40%

 

Freibetrag alle Sonstigen: 5.200 €

jenseits des Freibetrags 17 – 50 %

Freibetrag Ehegatte: 500.000 €

jenseits des Freibetrags 7 – 30 %

 

Freibetrag Kind: 400.000 €

jenseits des Freibetrags 7 – 30 %

 

Freibetrag Enkel: 200.000 €

jenseits des Freibetrags 7 – 30 %

 

Freibetrag Geschwister, Nichten, Neffen: 20.000 €

jenseits des Freibetrags 30 - 50%

 

Freibetrag alle Sonstigen: 20.000 €

jenseits des Freibetrags 30 - 50 %

*Mögliche Änderungen bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Erbschaftsteuer vorbehalten

 

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