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Was Sie über E-Bikes wissen sollten

Komfort und Fahrspaß auf zwei Rädern

Frau unterwegs auf einem E-Bike

© Patrizia Tilly - fotolia

E-Bikes (gesprochen: i-baiks) nennt man Fahrräder mit eingebautem Elektromotor. Der Strom kommt aus Akkus, die an jeder Steckdose aufgeladen werden können. Die ersten Modelle dieser Fahrräder mit eingebautem Rückenwind waren noch recht klobig und störanfällig. Inzwischen ist die Technik ausgereift, und so manchem E-Bike sieht man kaum noch an, dass ein Akku-Pack und ein Elektromotor mit an Bord sind.

Kein Wunder also, dass sie einen Boom erleben. Rund 160.000 Elektrofahrräder sollen allein in diesem Jahr erstmals über deutsche Straßen rollen. Was Sie über diese bequeme und Kosten sparende Art der Fortbewegung wissen müssen, wie die Räder funktionieren und worauf Sie beim Kauf achten sollten, hat die BENEFIT Redaktion für Sie recherchiert. Ein E-Bike ermöglicht es speziell älteren Menschen, noch viele Jahre Radtouren zu unternehmen, an die sie sich sonst gar nicht mehr heranwagen würden. So bleibt ihnen ihr Aktionsradius – z. B. für Besorgungen, Besuche oder Ausflüge – und damit ein wichtiges Stück Lebensqualität länger erhalten. Auch die Teilnahme an Gruppen-Radtouren wird dadurch wieder möglich, ohne sich zu verausgaben oder den anderen hinterherhecheln zu müssen. Neben einem funktionierenden Gleichgewichtssinn und ausreichendem Reaktionsvermögen sollte der E-Pedalritter allerdings auch ein wenig technisches Verständnis mitbringen.

Radchinesisch: E-Bike oder Pedelec?

Daher zunächst ein paar Sätze zur Bezeichnung und zur Technik der Elektro-Räder. Streng genommen unterscheidet man zwischen EBikes und Pedelecs (von Pedal Electric Cycle). E-Bikes sind Räder mit elektrischen Zusatzantrieb, der unabhängig davon funktioniert, ob in die Pedale getreten wird oder nicht. Die häufiger anzutreffenden Pedelecs hingegen schalten den Elektromotor nur dann zu, wenn gleichzeitig auch in die Pedale getreten wird. Trotz dieser Unterschiede: Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich für alle elektromotorisierten Drahtesel der Begriff E-Bike durchgesetzt. Darüber hinaus unterscheiden sich die Räder durch das Antriebskonzept – es gibt Vorderrad-, Hinterrad- und Mittelmotor-Antriebe – sowie durch die Bordspannung und die Kapazität der Akkus. Je mehr elektrische Power an Bord ist, desto flotter wird das Rad. Der Gesetzgeber hat allerdings klare Grenzen gezogen: Er unterscheidet Elektroräder, die per Motorkraft maximal bis zu 25 km/h schnell sind und ohne besondere Erlaubnis betrieben werden können, von solchen, die schneller als 25 km/h (bis 45 km/h) fahren können. Für diese benötigen Sie ein Versicherungskennzeichen, eine Allgemeine Betriebserlaubnis des Herstellers und eine so genannte Mofa-Prüfbescheinigung, die in jedem Führerschein enthalten ist. Wer vor dem 1. April 1965 geboren wurde, darf sogar ganz ohne Führerschein in den Sattel steigen. Das Versicherungskennzeichen kostet ab 60 Euro im Jahr, eine zusätzliche Kasko- und Diebstahl-Versicherung schlägt nochmals mit etwa 50 Euro zu Buche. Das alles ist, wie bereits erwähnt, nur für die schnellen EBikes erforderlich. Wer sich mit

einem bei 25 km/h abgeregelten Motor begnügt, kann gleich losradeln wie mit einem normalen Rad. Eine Helmpflicht besteht nicht, allerdings sollten Sie aus Sicherheitsgründen nicht auf den gepolsterten Kopfschutz und auf geeignete Handschuhe verzichten.

Reichweite pro Akku-Ladung bis zu 140 km

Während der Fahrt unterstützt Sie der Motor bei Ihrer Tretarbeit. Die Stärke der Tretunterstützung können Sie an einem Display am Lenkrad regulieren. Dort wird Ihnen auch der Ladezustand des Akkus angezeigt. Eine Akku-Ladung reicht – je nach Modell – für 40 bis 140 Kilometer. Die Reichweite hängt wesentlich vom Gelände, vom Gewicht des Radlers, vom Akku, vom Reifendruck, von der Außentemperatur und vom individuellen Fahrstil ab. Faustregel: Je mehr Sie selbst durch Muskelkraft zum Vorankommen beitragen, desto länger hält der Akku durch. E-Biker raten, bei größeren Touren das Ladegerät mitzunehmen, dann können Sie die Akkus an jeder Steckdose auf- bzw. nachladen. Der Kauf eines Zweitakkus lohnt in der Regel nicht. Viele Hotels und Aus- flugslokale, aber auch einige Städte (Stromtankstellen) bieten das Aufladen mittlerweile an: kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr. Die Akkus können Sie bedenkenlos bereits dann nachladen, wenn sie z. B. nur halb entladen sind, den so genannten Memory-Effekt müssen Sie nicht fürchten. Gut zu wissen: Die Stromkosten für das Aufladen eines leeren Akkus betragen nicht einmal 10 Cent.

Tipp:

Wenn Sie das Rad längere Zeit nicht benutzen, sollten Sie den Akku dennoch alle zwei bis drei Monate nachladen. Ansonsten besteht die Gefahr einer Tiefentladung, das Ladegerät lädt dann nicht mehr auf – in diesem Fall kann nur noch der Händler weiter helfen.

 

Checkliste: Diese Tipps sollten Sie beim Kauf eines E-Bikes beachten

1. Sparen Sie nicht am falschen Ende! Ein E-Bike ist ein stabiles und qualitativ hochwertiges Fahrrad plus Elektromotor und Akku. Allein schon deshalb muss es deutlich mehr kosten als ein normales Rad. An einem 300-Euro-E-Bike aus dem Baumarkt dürften Sie deshalb bestimmt nicht lange Freude haben. Passable E-Bikes beginnen in der Preiskategorie 700 bis 900 Euro, gute Elektro-Räder kosten ab 1.200 Euro. Nach oben gibt es kaum Grenzen. Inzwischen sind auch Sport-, Liege-, Trekkingräder und Mountainbikes mit ElektroUnterstützung lieferbar. E Hinweis: Der Handel bietet Umrüstsätze an, mit denen sich ein normales Fahrrad in ein E-Bike verwandeln lässt. Wir raten aus Sicherheits- und Kostengründen davon ab! Bei einem echten EBike sind Rahmen und Gabeln herstellerseitig für eine höhere Beanspruchung ausgelegt – zudem kostet ein Umrüstsatz einschließlich Montage allein rund 600 bis 800 Euro.

2. Kein Kauf ohne Probefahrt und ausführliche Einweisung! Ein E-Bike ist ein erklärungsbedürftiges High-Tech-Produkt. Allein deshalb sollten Sie es weder im Versandhandel noch beim Discounter erwerben. Ein Zweiradfachhändler wird Ihnen in Ruhe die Technik und die Antriebskonzepte erklären. Nehmen Sie sich Zeit für Testfahrten mit verschiedenen Modellen. Es gibt inzwischen über 20 Hersteller, die bis zu 15 verschiedene Bauarten produzieren! Besuchen Sie auch zwei, drei andere Zweirad-Läden, denn nicht jeder führt alle Marken.

3. Bedenken Sie die Besonderheiten, die ein E-Bike gegenüber einem normalem Fahrrad besitzt  Pflege: Ein E-Bike benötigt mehr Pflege und Zuwendung. Das beginnt mit der regelmäßigen Kontrolle des Luftdrucks in den Schläuchen (üblich sind 3,5 bis 4 bar; schon 0,5 bar zu wenig kann wegen des höheren Abrollwiderstands die Reichweite um 10 % reduzieren) und hört mit dem regelmäßigen Nachladen des Akkus bei Nichtgebrauch nicht auf.  

Panne: Bei einem Plattfuß können Sie nicht mal eben den Schlauch flicken oder den Reifen erneuern. Denn die Radnaben-Motoren verkomplizieren diese Prozedur, sodass Sie meist auf die Hilfe Ihres Händlers angewiesen sein werden.  

Gewicht:E-Bikes sind allein durch den Akku und den Motor schwerer als normale Räder. Wiegt ein herkömmliches Tourenrad zwischen 10 und 18 kg, bringt ein E-Bike zwischen 24 und 29 kg auf die Waage. Dadurch wird es anstrengender, wenn nicht für manchen gar unmöglich, das E-Rad z. B. über Hindernisse oder in ein öffentliches Verkehrsmittel zu hieven. Auch der Transport auf einem Dach- oder Heck-Fahrradträger am Auto kann aufgrund des Gewichts problematisch werden. E Folgekosten: Die Stromkosten fürs Nachladen dürften weniger ins Gewicht fallen als der Ersatz des Akkus, der irgendwann fällig ist. Eine Faustregel: Ein Akku hält mindestens ca. 500 Ladezyklen, danach muss er ausgetauscht werden (Kosten je nach Typ von ca. 200 bis ca. 500 Euro)

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