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So machen Sie bei einer Hausbesichtigung alles richtig

Suchen Sie eine neue Wohnung oder ein neues Haus?

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© fotolia

Dann sollten Sie sich mit Geduld und einer gehörigen Portion Misstrauen wappnen. Denn nicht alles, was Ihnen der Vermieter, Besitzer oder Makler über Ihr zukünftiges Domizil erzählt, hält einer genauen Prüfung stand

Die ruhige Wohnlage könnte durch eine bereits geplante Umgehungsstraße schon in wenigen Monaten Geschichte sein und der hoch gelobte Dachausbau könnte durch unsachgemäße Ausführung zur Energiefalle oder Dauerbaustelle werden. Glauben Sie nur das, was Sie selbst geprüft haben und was der Vorbesitzer schwarz auf weiß belegen kann. Unklarheiten und strittige Punkte sollten Sie stets im Vorfeld bereinigen. Denn wenn Sie erst einmal unterschrieben haben und eingezogen sind, lässt sich kaum noch etwas rückgängig machen.

BENEFIT sagt Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl Ihres neuen Heims achten müssen.

1. Vor dem Besichtigungstermin  

Lassen Sie sich bereits eine Woche vor dem Besichtigungstermin den Grundriss der Wohnung oder des Hauses zuschicken. Prüfen Sie, welche Lage das Gebäude hat und in welche Himmelsrichtungen Fenster, Balkone, Terrassen ausgerichtet sind.

Kaufen Sie einen großformatigen Stadtplan und sehen Sie sich darauf die Lage des Hauses an. Sind Gewerbe-, Industrie- oder landwirtschaftliche Betriebe in der Nähe, von denen Lärm- und Geruchsbelästigungen ausgehen könnten? Kläranlagen, Mülldeponien, Hochspannungsleitungen? Liegt das Grundstück eventuell in einer Einflugschneise oder verläuft eine Eisenbahntrasse in der Nähe?

Fahren oder gehen Sie alle Straßen in der näheren Umgebung des Objekts ab.

2. Beim Besichtigungstermin

Fragen Sie den Makler bzw. Vermieter, wann welche baulichen Ver- änderungen (Anbauten, Dachausbauten, Heizungseinbauten, Dacheindeckung, Fassadenrenovierung) vorgenommen wurden.

Lassen Sie sich die entsprechenden Rechnungen zeigen bzw. im Nachhinein zuschicken. Privatpersonen müssen Handwerker-Rechnungen schließlich mindestens zwei Jahre aufbewahren, Unternehmen zehn Jahre. Wenn keine Rechnungen vorliegen, müssen Sie davon ausgehen, dass die Einbauten oder Reparaturen „schwarz“ oder in Eigenregie erfolgt sind. Das kann (muss aber nicht) auf eine schlechtere Arbeitsund Materialqualität hinweisen.

Merken oder notieren Sie sich die Namen der Handwerker auf den Rechnungen.

Rufen Sie diese an und fragen Sie sie, welchen Eindruck sie von dem Haus, der Bausubstanz, dem Erhaltungszustand haben. Fragen Sie z.B. den Sanitär- und Heizungsinstallateur, ob im Haus eventuell noch Bleirohre verlegt sein könnten. Beim Elektroinstallateur erkundigen Sie sich, ob die Stromleitungen und -installationen noch den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen oder gar marode sind.

Vor einem Hauskauf kann sogar der Anruf beim damaligen Architekten lohnen. Den können Sie z.B. nach der Isolierung der Wände und des Dachs fragen. Seinen Namen finden Sie im Baugesuch bzw. der Baugenehmigung.

3. Besichtigung auf eigene Faust

Besichtigen Sie die Lage des Hauses unbedingt auch zu anderen Tages- und Wochenzeiten.

Wie sieht es dort im Dunkeln aus? Ist die Straßenbeleuchtung ausreichend? Brennt sie die ganze Nacht hindurch oder versinkt zwischen 0 und 6 Uhr alles in Finsternis? Was tut sich nachts auf den Straßen der näheren Umgebung?

Wie sieht es an Wochenenden aus? Möglicherweise gibt es einen Veranstaltungsort in der Nähe (z.B. Stadion, Konzerthalle, Gaststätte, Fitnesscenter), deren Besucher regelmäßig alle umliegenden Straßen zuparken.

Wie ist die Parksituation generell? Ist nach Feierabend alles zugeparkt, sodass Sie damit rechnen müssen, im Normalfall nicht vor Ihrem Haus parken zu können?

4. Recherche in der Nachbarschaft

Wenn Ihnen das Objekt zusagt, sollten Sie nicht zögern, in der Nachbarschaft zu klingeln.

Stellen Sie sich als möglicher neuer Nachbar vor und fragen Sie nach der Wohnqualität im Haus bzw. im Wohnviertel. Gibt es z.B. in Mehrfamilienhäusern Probleme im Zusammenleben der Mietparteien oder bei Einfamilienhäusern zwischen den Nachbarn?

Sind in nächster Zeit Bauvorhaben geplant, z.B. von der Kommune eine Kanalsanierung?

Erkundigen Sie sich gegebenenfalls auch nach dem Umgangston zwischen Vermieter und Mietern. Fragen Sie außerdem nach der Sicherheitslage, also nach Einbrüchen und Überfällen im Viertel!

5. Der Gang zur Gemeinde

Wurde Ihnen eine „unverbaubare Weitsicht“ versprochen? Vorsicht! Auf der Wiese vor Ihrem Wohnzimmer kann schon längst ein mehrstöckiger Neubau projektiert sein. Lassen Sie sich daher unbedingt beim örtlichen Bauamt den Bebauungsplan vorlegen. Fragen Sie hier sicherheitshalber auch noch mal nach geplanten Tiefbauarbeiten (Kanal, Strom, Gas, Straßendecke).

Beim Hauskauf: Vergleichen Sie die Grundbucheintragungen bei der Gemeinde unbedingt mit den Unterlagen bzw. Angaben des Maklers. Oft stimmen diese nicht überein, ohne dass es bisher jemandem aufgefallen ist!

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