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Leiden Sie wirklich unter Depressionen?

Selbsttest

Mann sitzt auf einer Treppe

© Marcos Calvo Mesa - 123rf.com

Rund 12 Millionen Deutsche sollen unter Depressionen oder Vorstufen davon leiden. Ist das wirklich so? Woran machen wir fest, ob wir uns für depressiv halten oder nicht beziehungsweise gar tatsächlich eine depressive Phase durchleben? In einer aufsehenerregenden Studie der englischen University of Warwick wurden die Teilnehmer gebeten, Testbögen auszufüllen, in denen danach gefragt wurde, an wie viel Tagen im Monat sie sich „depressiv, traurig, niedergeschlagen, geängstigt und/oder den Tränen nahe“ fühlen.

In einer weiteren Frage wurden die Studienteilnehmer um ihre Einschätzung ersucht, wie wohl ein ganz normaler Durchschnittsbürger aus ihrem Lebensumfeld auf diese Frage geantwortet hätte. Und schließlich wurden sie gebeten, auf einer Skala von 1 bis 5 anzugeben, wie sie sich selbst denn einstufen würden. Antwortmöglichkeiten: „sicher nicht depressiv“, „eher nicht depressiv“, „weder noch“, „eher depressiv“ und „sicher depressiv“.

Ein Test mit verblüffendem Ergebnis

Die Vermutung liegt nahe, dass im Ergebnis sicherlich diejenigen, die an den meisten Tagen depressiv waren, s

ich selbst auch am häufigsten als „sicher depressiv“ einstuften – doch das war erstaunlicherweise nicht der Fall! Stattdessen stellten die 

Wissenschaftler fest, dass sich die Teilnehmer nicht nach der Häufigkeit ihrer eigenen Symptome einsch

ätzen, sondern in erster Linie durch den Vergleich mit Menschen aus ihrem Bekanntenkreis. Beispiel: Wenn Teilnehmer A sich an zehn Tagen im Monat depressiv fühlt und nach seiner Einschätzung andere sich ebenfalls an zehn Tagen so fühlen, lautete seine Selbsteinstufung: „sicher nicht depressiv“. Und wenn Teilnehmer B, der sich ebenfalls an zehn Tagen als depressiv einschätzt, meint, dass andere sich nur an einem oder keinem Tag im Monat so fühlen, lautet sein Selbsturteil „sicher depressiv“ – obwohl er an der gleichen Anzahl Tagen unter den Symptomen leidet wie Teilnehmer A!

Mit unserer eigenen Einschätzung liegen wir fast immer falsch!

Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss: Zwei Menschen mit denselben Symptomen, derselben Häufigkeit und demselben Leidensdruck können zu ganz entgegengesetzten Selbsteinschätzungen kommen, die nicht darauf basieren, was sie selbst fühlen und erfahren, sondern vor allem darauf, was sie glauben, was andere fühlen und erfahren.

Fazit:

Ob Sie selbst an einer ernsthaften Depression leiden, kann nur ein erfahrener Arzt oder Psychotherapeut feststellen – unserer Selbsteinschätzung sollten wir besser nicht trauen! Die Checkliste in diesem Artikel kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, Ihnen aber einen Hinweis darauf geben, wie sich eine Depression eventuell bemerkbar machen kann. Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Denn die Symptome sind zwar besorgniserregend, aber therapierbar!

Checkliste: Wie haben Sie die letzten zwei Wochen empfunden?

 

  • Sind Sie seit mehr als zwei Wochen gedrückter Stimmung?
  • Sind Sie seit mehr als zwei Wochen interesse- und freudlos – auch bei angenehmen Ereignissen?
  • Beobachten Sie an sich selbst seit mehr als 14 Tagen Schwunglosigkeit, bleierne Müdigkeit oder im Gegenteil stetige innere Unruhe?
  • Fehlt Ihnen seit Wochen Ihr früheres Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl?
  • Können Sie sich seit mehr als zwei Wochen nur noch schlecht konzentrieren, grübeln Sie ständig und sind Sie nicht mehr so entscheidungsstark wie früher?
  • Üben Sie seit mehr als 14 Tagen öfter Selbstkritik als früher und/oder haben Sie starke Schuldgefühle?
  • Haben Sie negative Zukunftsperspektiven und/oder fühlen Sie sich seit mehr als zwei Wochen hoffnungslos?
  • Werden Sie seit mehr als zwei Wochen von hartnäckigen Schlafstörungen heimgesucht?
  • Haben Sie seit mehr als 14 Tagen kaum noch Appetit?
  • Sind Sie tief verzweifelt und/oder haben Sie Todesgedanken?

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