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Knigge für Kreuzfahrten

Zum Captain’s Dinner nur im Smoking?

Luxuskreuzfahrtschiff

© Oleksandr Nebrat - 123rf.com

Immer mehr – vor allem auch ältere – Menschen entdecken die Reize einer Kreuzfahrt für sich. Kein Wunder, denn die Auswahl an Schiffen und Routen nimmt ständig zu, und die Preise sind erfreulicherweise auf Talfahrt. Schon ab 100 Euro pro Passagier sind dreitägige Schnupperfahrten wohlfeil, zweiwöchige Kreuzfahrten gibt es bereits für unter 1.000 Euro. Doch viele, die gern einmal in See stechen würden, zaudern noch. Ihnen drängen sich bange Fragen auf:

Was ziehe ich tagsüber an Bord an, was zu den Mahlzeiten? Wie ist das mit den Trinkgeldern? Was passiert, wenn ich plötzlich krank werde? Wie funktioniert die Bordkarte? Was, wenn mir Tischnachbarn zugeteilt wurden, die absolut nicht auf meiner Wellenlänge sind? BENEFIT hat Antworten auf diese Fragen recherchiert – damit Sie vorinformiert und gelassen an Bord gehen können.

Welche Bekleidung ist angemessen?

Die früher übliche steife Atmosphäre bei den Mahlzeiten an Bord ist passé. Heutzutage geht es dort eher bequem und lässig zu. Das Dinner nimmt allerdings noch immer eine Sonderstellung ein, was das Äußere angeht. Welche Kleiderordnung (Dresscode) für das Abendessen erwünscht ist, können Sie dem täglichen Bordprogramm oder der Internetseite der Reederei entnehmen. Doch was genau ist mit den dort verwendeten englischen Begriffen gemeint?

Casual

bedeutet leger, lässig, ungezwungen und bezieht sich meist auf die Kleidung tagsüber.

Elegant Casual oder Informal

heißt, dass Männer in Hosen, Hemd und Jackett willkommen sind, Frauen in Bluse mit Rock oder Hose, also etwas eleganter als Casual

Semi-Formal

ist die nächsthöhere Stufe. Hier sind Krawatte bzw. Cocktailkleid oder Kostüm erwünscht

Formal

ist die höchste Stufe und bedeutet für den Herrn Smoking-Pflicht und für die Dame Abend- bzw. Cocktailkleid oder schicker Hosenanzug. Beim Captain’s Dinner – sofern es das auf Ihrem Schiff gibt (bei Reservierung erfragen) – ist häufig Formal vorgeschrieben. Es gilt als unfein, eine Einladung zum Captain’s Dinner auszuschlagen

Mein Tipp: Bei Formal reicht manchmal auch ein dunkler Anzug mit dunkler Krawatte, bitte vorher erkundigen. Wenn Sie keinen Smoking besitzen: Auf vielen Schiffen können Sie einen solchen leihen – allerdings nur in den gängigen Größen

Damen sollten beachten, dass Pfennigabsätze nicht nur wegen der geringeren Standsicherheit, sondern auch zur Schonung der Bodenbeläge tabu sind. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Restaurants – allein schon aus hygienischen Gründen – nie in Badesachen, Bademantel und/oder barfuß betreten werden sollten.

Wie ist das mit der Sitzordnung?

Gibt es im Bordrestaurant eine offene Sitzordnung, können Sie sich Ihren Tisch und Stuhl selbst aussuchen. Hier ist dann meist auch eine Reservierung möglich. Sollte die Sitzordnung vorgegeben sein, speisen Sie für die Dauer Ihrer Kreuzfahrt immer mit denselben Mitreisenden. Dabei ist es üblich, sich bei der ersten Mahlzeit seinen Tischnachbarn vorzustellen.

Mein Tipp: Wenn die Sitzordnung vorgegeben ist und Sie sich in Ihrer Essensrunde – aus welchen Gründen auch immer – unwohl fühlen, wenden Sie sich an den Restaurant-Manager und bitten ihn um einen anderen Sitzplatz.

Wer oder was hilft, wenn Sie seekrank werden?

Rein statistisch werden nur drei von 100 Passagieren auf großen Kreuzfahrt-Schiffen seekrank. Die meisten Dampfer sind am Rumpf mit Stabilisatoren ausgerüstet, die die Schaukelbewegungen automatisch ausbremsen. Sollten Sie dennoch von Schwindel oder Übelkeit heimgesucht werden, versorgen Sie sich aus der Bord-Apotheke mit entsprechenden Kaugummis oder Pflastern, die die Beschwerden lindern. Auch das Kauen eines Stücks Ingwer ist sehr wirksam. Vom Abschluss einer speziellen Versicherung gegen Seekrankheit, die neuerdings angeboten wird, raten wir ab.

Mein Tipp: Als vorbeugende Maßnahme sollten Sie bei Seegang auf Deck spazieren gehen und die Horizontlinie fixieren – das beruhigt Ihre Sinnesorgane. In der Nähe des Schiffsmittelpunkts ist das Schaukeln am wenigsten zu spüren.

Wie steht’s um die ärztliche Versorgung?

Auf Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 800 Personen an Bord müssen mindestens zwei Schiffsärzte mitreisen. Sie tun abwechselnd jeweils 24 Stunden in der Arztpraxis bzw. im Schiffshospital Dienst. Die Sprechstundenzeiten finden Sie im Bordprogramm oder an der Rezeption. Wenn Sie schwer erkrankt oder chronisch krank sind, sollten Sie sich vorab bei der Reederei erkundigen, ob die erforderliche Betreuung an Bord gewährleistet ist. Ihre Medikamente bringen Sie am besten von daheim mit. Behandlungen gegen Seekrankheit oder kleinere Erste-Hilfe-Dienstleistungen werden Ihnen meist nicht in Rechnung gestellt. Bei umfangreicheren Behandlungen gelten die Honorare gemäß Gebührenordnung für Ärzte; Medikamente werden nach der „Roten Liste“ in Rechnung gestellt.

Müssen Sie eine medizinische Behandlung aus eigener Tasche bezahlen?

Mein Tipp: Ob Ihnen die Behandlungskosten erstattet werden oder nicht, richtet sich danach, unter welcher Flagge das Schiff fährt.

Deutsche Reederei: Kostenerstattung durch Ihre Krankenkasse gegen Vorlage der Rechnung. EEU-Staaten, Schweiz oder Staat mit bilateralem Sozialversicherungsabkommen: Kostenerstattung meist möglich, aber Rücksprache mit Krankenkasse vor der Behandlung erforderlich. Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bei Ihrer Krankenkasse anfordern und mitnehmen. Andere Staaten: Kostenerstattung nur in Ausnahmefällen möglich.

Mein Tipp: Die gesetzlichen Krankenversicherer decken meist nicht die vollen Behandlungskosten im Ausland ab. Daher sollten Sie unbedingt eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen

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