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Das müssen Sie wissen, um Bevormundung und Entmündigung im Alter zu entgehen

SELBST ENTSCHEIDEN FÜR MEHR LEBENSQUALITÄT

Man unterschreibt Formular

© 123rf.com

Wenn wir in die Jahre kommen, sind es meist die eigenen Kinder, die uns nicht mehr für voll nehmen. Doch auch manche Ärzte, Pflegepersonal und Beamte scheinen der Meinung zu sein, Alter sei gleichbedeutend mit Mangel an Kompetenz. Das ist oft gut gemeint, aber gut gemeint ist nun mal leider häufig das Gegenteil von gut. Dennoch, für die meisten von uns kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem wir Verantwortung abgeben müssen. Treffen Sie rechtzeitig Vorkehrungen, damit alles so läuft, wie Sie es sich vorstellen. Folgende Ratschläge können Ihnen dabei helfen

Gestalten Sie Ihren Lebensraum

1. Überlegen Sie, solange Sie noch fit sind, ob Sie in Ihrem alten Wohnumfeld bleiben möchten. Falls das Ihr Wunsch ist: Ist das Wohnumfeld barrierefrei(ebenerdig/Aufzug/rollstuhlgeeignet), oder lässt es sich ohne allzu großen Aufwand entsprechend umbauen?

2. Ist die Finanzierung Ihres Lebensabends gesichert? Machen Sie einen Kassensturz: Wie viel Rente werden Sie bekommen, was ist an Vermögen da, was lässt sich liquidieren? Und rechnen Sie großzügig!

3. Wenn Sie Kinder haben: Könnten Sie mit ihnen gemeinsam Ihren Lebensabend verbringen? Wie eng dürfte eine solche Lebensform sein? Besprechen Sie das ganz offen. Wenn nicht alle voll und ganz dahinterstehen, kann eine solche Konstellation leicht schiefgehen.

4. Fragen Sie sich, ob eine andere Wohnform möglich ist: Wohngemeinschaft, Mehrgenerationenhaus, Seniorenheim bzw. -wohnanlage. Achtung: Für Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser gibt es in vielen Fällen lange Wartelisten – rechtzeitig reservieren!

5. Wenn Sie noch Auto fahren, sollten Sie klären, wie Sie später – wenn Ihre Verfassung das möglicherweise nicht mehr zulässt – auch ohne zu Recht kommen. Welche Alternativen hätten Sie?

6. Niemand denkt gern daran: Versuchen Sie sich dennoch vorzustellen, was wäre wenn Sie selbst ein Pflegefall würden. Klären Sie diese Fragen (ambulanter Pflegedienst/Pflegeheim/Kosten) unbedingt, solange es Ihnen gutgeht. Ist das nicht mehr der Fall, könnten womöglich doch andere für Sie entscheiden müssen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie dem vorbeugen.

Fragen rund ums Krankenhaus

1. Erstellen Sie eine Patientenverfügung, in der Sie regeln, welche Behandlungen Sie unter welchen Umständen wünschen und welche nicht. Diese Verfügung müssen Sie in der Klinik dabeihaben. Am besten packen Sie einen Notfallkoffer mit allem, was Sie in einer Klinik benötigen, und legen die Verfügung mit hinein. Geben Sie Ihren Angehörigen eine Kopie, damit auch die wissen, was Sie wollen. Ohne Patientenverfügung entscheiden in vielen Fällen die Ärzte so, wie sie meinen, dass es in Ihrem Sinne ist. Nur mit einer Patientenverfügung sind Sie auf der sicheren Seite!

2. Fertigen Sie auch eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung an für den Fall, dass Sie, etwa nach einer OP, nicht mehr selbst entscheiden können. Sie können hierin einer Person Ihres Vertrauens die Vollmacht erteilen, in Ihrem Sinne zu handeln, z.B. Ihre Finanzen zu regeln oder wo und wie Sie untergebracht werden. Sie können hierin auch bestimmte Personen als Betreuer festlegen oder ausschließen. Besprechen Sie mit der Person Ihres Vertrauens vorab, worauf es Ihnen ankommt.

Fragen rund um Ihr Eigentum

1. Vor allem wenn Sie ein Haus besitzen, haben sich mit ziemlicher Sicherheit im Keller, auf dem Dachboden und in der Garage viele Dinge angesammelt, die Sie schon lange nicht mehr benötigen. Ihre Hinterbliebenen werden sich vermutlich freuen, wenn Sie selbst noch zu Lebzeiten das große Ausmisten in die Wege leiten. Sie haben dann obendrein einen besseren Überblick darüber, was davon Sie gern weitergeben würden.

2. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Erben an Ihre Computer- und Internetzugangsdaten (Benutzernamen und Passwörter z.B. für Facebook etc.) herankommen. So können etwa Abonnements gekündigt und Accounts gelöscht werden.

3. Erstellen Sie beizeiten ein Testament (handschriftlich, Ort und Datum, Unterschrift). Regeln Sie darin, wem Sie was aus Ihrem Eigentum zukommen lassen möchten. Falls Sie Bedenken bezüglich der Ehrlichkeit der Erben haben, können Sie Ihr Testament beim zuständigen Amtsgericht gegen Gebühr (ca. 75 €) hinterlegen. Das Gericht erfährt automatisch vom Tod des Erblassers und eröffnet das Testament dann den Erben. Sie können Ihr Testament auch notariell beglaubigen lassen, was allerdings erheblich teurer ist (je nach Vermögen).

4. Falls Sie bestimmte Vorstellungen von Ihrer Beisetzung haben, sollten Sie ein Dokument hinterlassen, in dem Sie Ihre Wünsche beschreiben. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie mit Ihren Hinterbliebenen nie über dieses Thema gesprochen haben und Sie z. B. in einem Ruheforst (Friedwald) statt auf dem öffentlichen Friedhof beigesetzt werden möchten.

Mein Tipp:

Nehmen Sie sich Stift, Block und die nötige Zeit, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Wie sähe Ihre Idealvorstellung aus? Was ist finanzierbar? Alles, woran Sie nicht denken, überlassen Sie anderen. Je mehr Kontrolle Sie wollen, desto gründlicher sollten Sie planen.

 

 

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